zuletzt aktualisiert: 02.04.2010
Initiative Kirche von unten

Ökumenisches Abendmahl - notwendig - (un)möglich oder unvereinbar? 

 

 

Gemeinsames Abendmahl, "Interkommunion"
oder "Eucharistische Gastfreundschaft"?

Ökumenische Perspektiven (nicht nur) 
von 2003 nach 2010 

 

Eucharistische Gastfreundschaft - eine Chronologie
Zusammenstellung: Carl-Peter Klusmann, Christian Weisner, Thomas Wystrach 
(Stand: 14.06.2003)


6. November 1970
Prof. Dr. Walter Kasper, Professor für Dogmatik an den Universitäten Münster und Tübingen, schreibt in der von der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Zeitung "Publik": "Die eigentliche Irregularität sind nicht offene Kommunionfeiern, sondern die Spaltung und die gegenseitige Exkommunikation der Kirchen. Die nicht positiv genug zu würdigende Funktion einzelner Gruppen, welche hier vorpreschen, ist es, dass sie den Kirchen den Skandal ihrer Trennung im Sakrament der Einheit immer wieder vor Augen führen und dafür sorgen, dass wir uns nicht bequem mit dem Status quo abfinden."

20. November 1970
Prof. Dr. Karl Lehmann, Professor für Dogmatik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, schreibt in der von der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Zeitung "Publik": "Kirchenspaltung ist, theologisch gesehen, ein größeres Ärgernis als die Vorwegnahme der Einheit der Kirchen durch Interkommunion."

30./31. Mai 1971
Beim 1. Ökumenischen Pfingsttreffen in Augsburg haben mehrere Tausend Christinnen und Christen ihre Vorstellungen für eine neue, ökumenisch orientierte Kirche formuliert. In 148 Resolutionen wurden konkrete Schritte für das Zusammenwachsen der christlichen Kirchen in Deutschland gefordert. Zu den wichtigsten Anliegen zählte die gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft in der jeweils anderen Konfession: In jeder christlichen Kirche soll es jedem Christen, der der Einladung des Herrn folgen will, möglich sein, an der Kommunion teilzunehmen. Falls er einem anderen Bekenntnis angehört, nimmt er als Gast daran teil. Die christlichen Kirchen verzichten auf ein Verbot, das ihre Glieder von der Teilnahme an der Kommunion einer anderen Kirche abhält. Diese Kommunion erlaubt eine brüderliche (heute würde es heißen: geschwisterliche) Gemeinschaft, ohne dass die Kirchen und der einzelne gezwungen sind, von ihrem Verständnis des Sakraments etwas preiszugeben. (Resolution 20).
In Augsburg wurden der DEKT und das ZdK aufgefordert, ”ein weiteres Treffen von Christen der verschiedenen Kirchen in etwa zwei Jahren wieder zu organisieren” – einen gemeinsamen Kirchentag.

1984
Auf dem "Katholikentag von unten" in München predigen der evangelische Theologe Jörg Zink und der katholische Professor Hans Küng in einem gemeinsamen Gottesdienst. Hans Küng leitet die Abendmahlsfeier, bei der Texte der Liturgie aus der ökumenischen Erklärung von Lima verwendet werden. Dennoch legt der Münchener Erzbischof gegen diesen Gottesdienst Widerspruch ein, da er seiner Meinung nach eine unzulässige "Interzelebration" darstellt.

1987
Vor dem Papstbesuch in Deutschland feiert die Initiative Kirche von unten in Köln am Ende der Veranstaltung "Das andere Gesicht der Kirche" eine Eucharistiefeier, bei der der als Prediger mitwirkende evangelische Pfarrer bei der Konsekration spontan die Einsetzungsworte mitspricht. Dem katholischen Zelebranten wird daraufhin vom Kölner Ordinariat der Vorwurf gemacht, er habe eine nach dem Kirchenrecht unerlaubte "Interzelebration" vorgenommen.

14. November 1996
Bereits bei der ersten öffentlichen Ankündigung eines Ökumenischen Kirchentages im Zeitraum der Jahre 2002 bis 2004 bringen die Präsidien des Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ihren Wunsch zum Ausdruck, dass in Zukunft bei gemeinsamen Vorhaben auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich wird. Die Initiative zu diesem ersten Kirchentag in gemeinsamer Trägerschaft ging vom katholischen Zentralkomitee aus.

10.-14. Juni 1998
Zu Beginn der großen Gottesdienste auf dem Katholikentag in Mainz begrüßt Bischof Karl Lehmann die mitfeiernden evangelischen Christen und Christinnen "auch wenn ihnen noch nicht die eucharistische Gastfreundschaft gewährt werden kann"

13. Juni 1998
Auf dem Kirchentag von unten in Mainz feiert die Initiative Kirche von unten mit vier Geistlichen eine ökumenische Mahlfeier, die der der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Mainzer Ortsbischof Karl Lehmann "vermessen" nennt. Das Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sieht in der ökumenischen Mahlfeier eine Provokation.

14. Januar 1999
Die Präsidien von DEKT und ZdK erklären, den ersten Ökumenischen Kirchentag im Jahr 2003 in Berlin durchzuführen und wiederholen ihre Hoffnung auf Abendmahlsgemeinschaft. "Wenn sich der Wunsch nach Abendmahlsgemeinschaft bis zum Ökumenischen Kirchentag nicht erfüllt, haben sie sich vorgenommen, in der gottesdienstlichen Gemeinschaft alles das zu tun, was dann miteinander zu tun möglich ist. Dieses Tun soll die Hoffnung auf Abendmahlsgemeinschaft in Zukunft ausdrücklich manifestieren."

12. Februar 2000
Die Präsidien von ZdK und DEKT verabschieden die für alle Mitwirkenden verpflichtenden Grundlagen, Aufgaben und Ziele des Ökumenischen Kirchentages. Darin heißt es: "Der Ökumenische Kirchentag (ist) mit der Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar verbunden. Der Ökumenische Kirchentag soll exemplarisch und vorbildlich zu einem Ort werden, an dem neue Formen entwickelt, diskutiert und praktiziert werden können. Der Ökumenische Kirchentag soll gerade dadurch Mut zeigen und Mut machen."

31. Mai - 4. Juni 2000
Auf dem zum Teil sehr ökumenisch geprägten Katholikentag in Hamburg werden die mitfeiernden evangelischen Christen und Christinnen – anders als beim Katholikentag 1998 in Mainz – nicht mehr explizit vom Kommunionempfang ausgeschlossen.

3. Juni 2000
Während des Hamburger Kirchentages feiert die Initiative Kirche von unten wieder eine ökumenische Mahlfeier mit vier Geistlichen. Der katholische Priester Hermann Münzel wird darauf hin von seinem Bischof Spital, Trier, unter Berufung auf Can. 908 CIC von seinem Amt suspendiert. Diese Suspendierung wird nach Gespräch und Briefwechsel später wieder aufgehoben.

14. bis 17. Juni 2001
Mehr als 5.000 Unterschriften erhält die von der Initiative Kirche von unten und der KirchenVolksBewegung initiierte Kirchentagsresolution "Das Kirchenvolk ist längst bereit!", mit der der Deutsche Evangelische Kirchentag aufgefordert wird, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die Abendmahlsgemeinschaft auf dem ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin im Rahmen des offiziellen Programms möglich ist. Damit ist dies die zweiterfolgreichste Unterschriftensammlung in der Geschichte des evangelischen Kirchentags.

11. November 2001
Auf ihrer zehnten Bundesversammlung in Berlin beschließt die KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche", sich weiterhin für die ökumenische Mahlgemeinschaft einzusetzen und für den Ökumenischen Kirchentag 2003 die gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft anzustreben.

14. November 2001
In einem auf Einladung des ZdK zustande gekommenen Gespräch mit VertreterInnen der KirchenVolksBewegung werden die unterschiedlichen Standpunkte erläutert. Hierbei wird deutlich, dass sich das ZdK gegen gemeinsame Mahlfeiern auf dem Ökumenischen Kirchentag ausspricht.

7. Dezember 2001
In einem Gespräch mit dem DEKT erläutern VertreterInnen der Initiative Kirche von unten und von "Wir sind Kirche" gemeinsame und unterschiedliche Standpunkte. Das Gespräch findet im Berliner Büro des ZdK statt, das auch über das Ergebnis informiert werden soll. Seitens der beiden Gruppen wird eindeutig erklärt, dass diese für den Kirchentag "keine interkonfessionelle Zelebration" planen. Das wird auch im Protokoll festgehalten. Insgesamt werden drei ökumenische Gottesdienste geplant, zwei mit Kommunion bzw. evangelischem Abendmahl. Der dritte soll eine nichteucharistische Mahlfeier sein.

18. Januar 2002
Der gemeinsame Arbeitskreis Ökumene der Initiative Kirche von unten und der KirchenVolksBewegung (AK-Ö) beschließt das aktuelle Konzept für seine für Berlin geplanten Gottesdienste mit eucharistischer Gastfreundschaft, das seitdem konsequent vertreten wird.

30. Januar 2002
Der AK-Ö unterbreitet der Geschäftsstelle des Ökumenischen Kirchentages Vorschläge für zwei ökumenische Gottesdienste, davon einer mit "offener Kommunion" und einer mit "Abendmahl für alle" sowie für ein "Mahl der Solidarität".

28. Mai 2002
Vertreter der IKvu bemühen sich in einem Gespräch mit Vertretern des ÖKT, mögliche inhaltliche Bedenken von katholischer Seite gegen diese Gottesdienste, von denen zwei mit Eucharistie bzw. Abendmahl gefeiert werden sollen, zu klären. Der Gedankenaustausch wird anschließend schriftlich weiter geführt.

9. Juni 2002
Der AK-Ö bekräftigt sein Konzept, die geplanten Abendmahlsfeiern auf der Basis eucharistischer Gastfreundschaft im Kontext ökumenischer Gottesdienste zu feiern. Eine entsprechende Erklärung geht dem ÖKT zu.

20. September 2002
In einem Schreiben des ÖKT wird die Ablehnung der drei vorgeschlagenen Gottesdienste mit folgenden Worten mitgeteilt: "Wir haben auch Ihre Anträge sorgfältig geprüft und feststellen können, dass Sie interessante Programmvorschläge eingebracht haben. Uns steht jedoch nur ein sehr enges Zeitfenster und begrenzter Raum zur Verfügung, so dass wir nicht alle Angebote berücksichtigen konnten."

22. September 2002
Die Erklärung "Ökumene, die wir meinen" der Initiative Kirche von unten (IKvu) und der Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche im Blick auf den Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin wird veröffentlicht. Am 26. September hat sich die Pfarrerschaft der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord zu Berlin, die evangelische Partnerin der von uns beim ÖKT geplanten Abendmahlsgottesdienste, dieser Erklärung angeschlossen.

1. Oktober 2002
Nach einem Gespräch mit Vertretern der Gemeinde hatte Propst Karl-Heinz Lütcke, der Stellvertreter des Berliner evangelischen Bischofs Wolfgang Huber, die starke Erwartung geäußert, dass die zwei umstrittenen ökumenischen Gottesdienste in der Berliner Gethsemanekirche nicht so, wie bislang geplant, ablaufen. Dabei verwies er auf die vorab getroffenen Absprachen in den Gremien des Ökumenischen Kirchentages und kündigte die Prüfung von Sanktionen für den Fall an, dass die Gemeinde bei ihrem Vorhaben bliebe.

Laut epd-Meldung befürchtet der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky "schweren ökumenischen Schaden", wenn beim Kirchentag 2003 gemeinsame Abendmahlsgottesdienste von Protestanten und Katholiken gefeiert würden. "Wenn die kirchenrechtlichen Regeln verletzt werden, werde ich mich in Absprache mit dem Vatikan um entsprechende Sanktionen für die Priester bemühen, die sich daran beteiligt haben."

8. Oktober 2002
Im gemeinsamen Interesse, den Kirchentag nicht mit vermeidbaren Konflikten zu belasten, wird Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky in einem Schreiben gebeten, "die Bestimmungen des Kirchenrechts zu nennen, deren Verletzung Sie auf Grund unserer Ankündigung besorgen zu müssen glauben" (Antwort erfolgt am 27. Februar 2003).

10. Oktober 2002
Der Präsident des ZdK, Hans Joachim Meyer, distanziert sich in scharfer Form von Plänen, während des Ökumenischen Kirchentags 2003 in Berlin eine Abendmahlsfeier mit Interkommunion zu veranstalten. Es sei nicht nachvollziehbar, dass "aus einer Handlung, die den Kern des Glaubens berührt, eine demonstrative Aktion gemacht" werde, sagt Meyer zur deutschen katholischen Nachrichtenagentur KNA. "Natürlich hoffen wir, dass eines Tages eine gemeinsame Abendmahlsfeier möglich sein wird", fügte er hinzu. Eine solche Handlung rufe aber derzeit eher eine Spaltung hervor und verletze viele Christen tief in ihrem Glauben.

21. November 2002
Es wird kein gemeinsames Abendmahl bei offiziellen Veranstaltungen geben, erklärt Theodor Bolzenius, Sprecher des ZdK. Die Veranstalter appellieren an die Teilnehmer, nichts zu tun, was der Ökumene schadet. Sie haben sich darauf verständigt, Tradition und Rechtsstatus der Kirchen gegenseitig zu respektieren. Die anfangs in der Öffentlichkeit heftig diskutierte Frage nach einer gemeinsamen Mahlfeier stelle sich den Organisatoren längst nicht mehr.

29. November 2002
Gespräch von VertreterInnen des AK-Ö und der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord mit dem Vorstand des Diözesanrat der Erzdiözese Berlin. Dieser hatte zunächst in einem Schreiben dringend gebeten, von dem geplanten Vorhaben Abstand zu nehmen. In dem sehr freundschaftlichen Gespräch brachten die Vertreter des Diözesanrates zum Ausdruck, dass sie nach Darlegung der Gründe für die Gottesdienste nicht mehr erwarten, dass wir unser Vorhaben aufgeben. Allerdings befürchteten sie anders als ihre Gesprächspartner negative Folgen für die Ökumene in der kath. Kirche

17. Dezember 2002
Der katholische Theologe Prof. Dr. Dr. Hans Küng erklärt im Weihnachtsbrief der KirchenVolksBewegung: "Mir ist es unbegreiflich, dass trotz aller theologischen Gutachten ein gemeinsames Abendmahl sowohl von der katholischen wie von der protestantischen Seite blockiert wird. Die Eucharistische Gastfreundschaft ist nach Küngs Worten ein Lichtblick und ein Schritt in die richtige Richtung, den hoffentlich möglichst viele mitgehen."

11. Januar 2003
Die deutschen katholischen Bischöfe schreiben in ihrem Wort zum Ökumenischen Kirchentag: Ökumenische Erfolge wird es jedoch nicht durch Abschleifung der Profile geben. Der Glaube der Apostel ist keine Handelsware, die beliebig zur Verfügung steht. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die kostbare Gabe der Eucharistie, die der Herr seiner Kirche anvertraut hat. Im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentages ist die Erwartung laut geworden, in Berlin die eucharistische Gastfreundschaft zu praktizieren. Es schmerzt uns, dass wir derzeit hierzu nicht in der Lage sind. Solange die ökumenischen Partner sich in Grundüberzeugungen widersprechen, ist eine Einheit am Tisch des Herrn unwahrhaftig.

11. Januar 2003
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche und die Initiative Kirche von unten weisen die erneute Kritik der deutschen Bischöfe an ökumenischen Abendmahlsgottesdiensten zurück. Der im jüngsten Hirtenwort pauschal erhobene Vorwurf, eine Teilnahme am Abendmahl einer anderen Konfession sei ’unwahrhaftig’, missachtet nach Ansicht der Reformgruppen die Gewissensentscheidung der Gläubigen. Es ist daher unverständlich, warum die Einladung zur wechselseitigen Gastfreundschaft am Tisch des Herrn von der Kirchentagsleitung als 'Belastung' oder 'schwerer Schaden für die Ökumene' gewertet wird - und nicht als ein Beitrag zu ihr.

10. Februar 2003
Die überwältigende Mehrheit der Katholiken (88 Prozent) und der Protestanten (86 Prozent) in Deutschland würde die Möglichkeit eines gemeinsamen Abendmahls begrüßen. Dies ergab eine Umfrage des Instituts NFO Infratest im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Bei der Umfrage antworteten nur 6 Prozent der befragten Protestanten und 5 Prozent der Katholiken mit Nein auf die Frage, ob sie für ein gemeinsames Abendmahl seien.

Die Deutschen Bischofskonferenz distanziert sich von der Spiegel-Umfrage: Glaubenswahrheiten richten sich nicht nach Meinungsumfragen. Noch gebe es wesentliche Unterschiede zwischen dem protestantischen und katholischen Verständnis des Mahls.

11. Februar 2003
Zu der vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlichten Umfrage verweisen die Präsidentin, Dr. Elisabeth Raiser, und der Präsident des ÖKT, Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, auf den bereits 1996 zum Ausdruck gebrachten Wunsch von des DEKT und des ZdK, dass in Zukunft bei gemeinsamen Vorhaben auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich wird. Der Ökumenische Kirchentag sei mit der Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar verbunden. Die Fragestellung der im Spiegel veröffentlichten Umfrage sei jedoch zu allgemein und unklar.

14. Februar 2003
Nach mehreren Gesprächen erzielt die Leitung der Berlin-Brandenburgischen Kirche mit der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord eine Übereinkunft, wie trotz nach wie vor unterschiedlicher Bewertung das Projekt von der Gemeinde und ihren katholischen Partnern realisiert werden kann. Dazu wird eine Gemeinsame Erklärung von Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche verbreitet, die durch die Erklärung „Warum wir an der gegenseitigen Einladung zum Tisch des Herrn festhalten" der Pfarrerschaft der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord ergänzt wird.

24. Februar 2003
In dem ins Internet gestellte Programm des Ökumenischen Kirchentages heißt es auf Seite 10 im Grußwort der evangelischen Präsidentin Dr. Elisabeth Raiser und des katholischen Präsidenten Prof. Dr. Hans Joachim Meyer: "Zusammen mit dem Gemeinsamen Vorstand des Ökumenischen Kirchentages bitten wir darum, die in den Kirchen gültigen Regeln zu achten und in Bezug auf Eucharistiefeier und Abendmahl in ökumenischer Sensibilität miteinander umzugehen."

27. Februar 2003
Kardinal Sterzinsky beantwortet den an ihn gerichteten Brief vom 8. Oktober 2002 aus dem Urlaub mit einer Entschuldigung für die Verspätung und weist darauf hin, dass er beteiligte Priester pflichtgemäß „in Einstimmung mit den römischen Dienststellen“ zur Rede stellen werde.

28. Februar 2003
Die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) meldet unter Berufung auf vatikanische Stellen, ass Papst Johannes Paul II. offenbar ein Lehrschreiben über die Eucharistie plant. Demnach ist die Form des Dokuments noch nicht klar. Möglicher Veröffentlichungstermin ist Gründonnerstag, 17. April 2003. Eine offizielle Bestätigung aus dem Vatikan gibt es dazu noch nicht.

April 2003
Drei ökumenische Institute, die im "Südwestverbund" zusammenarbeiten, werden im Kontext der aktuellen Debatte eine theologisch begründete Option vortragen – jenseits einer undifferenzierten Verweigerung wie einer Forderung, die theologische Argumentation für nicht erforderlich hält. "Eucharistische Gastfreundschaft ist trotz der noch bestehenden Unterschiede im theologischen Verständnis und in der Praxis der Kirchen theologisch verantwortbar und in vielen Fällen pastoral sogar geboten. Die ökumenische Arbeit hat einen Stand erreicht, der nicht nur für einzelne Christen Konsequenzen hat, sondern gebietet, von einer reinen 'Notstandsseelsorge' zu einer offiziellen Praxis eucharistischer Gastfreundschaft voranzuschreiten. Deshalb plädieren die Verfasser für eine offene Praxis eucharistischer Gastfreundschaft als Normalfall im Leben ökumenisch verbundener Gemeinden."

29. Mai 2003 (Himmelfahrt) 18:30 Uhr
"Was schaut ihr nach oben – Ökumene lebt von unten!": Ökumenischer Gottesdienst mit „offener Kommunion“ in der Gethsemane-Kirche. Die Mahlfeier wird im katholischen Ritus gestaltet.

30. Mai 2003 - 12:30 Uhr
"Für alle genug - Mahl der Solidarität" mit gemeinsamem Essen und Trinken im Anschluss an die Mahnwache der "Ordensleute für den Frieden" am Rande des Alexanderplatzes vor der Deutschen Bank.

31. Mai 2003 - 18:30 Uhr
"In die Welt gesandt – nur gemeinsam glaubhaft": Ökumenischer Gottesdienst mit „Abendmahl für alle“ nach der evangelischen Agende in der Gethsemane-Kirche.

Die Gottesdienste in der Gethsemane-Kirche wurden gemeinsam von der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, dem ökumenischen Netzwerk Initiative Kirche von unten und der katholischen KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche vorbereitet.