Ökumenisches Abendmahl - notwendig - (un)möglich oder unvereinbar?
Gemeinsames Abendmahl,
"Interkommunion"
|
![]() |
Eucharistische Gastfreundschaft -
eine Chronologie
Zusammenstellung: Carl-Peter Klusmann, Christian Weisner, Thomas Wystrach
(Stand: 14.06.2003)
6. November 1970
Prof. Dr. Walter Kasper, Professor für Dogmatik an den Universitäten
Münster und Tübingen, schreibt in der von der Deutschen Bischofskonferenz
herausgegebenen Zeitung "Publik": "Die eigentliche Irregularität sind nicht
offene Kommunionfeiern, sondern die Spaltung und die gegenseitige
Exkommunikation der Kirchen. Die nicht positiv genug zu würdigende Funktion
einzelner Gruppen, welche hier vorpreschen, ist es, dass sie den Kirchen den
Skandal ihrer Trennung im Sakrament der Einheit immer wieder vor Augen
führen und dafür sorgen, dass wir uns nicht bequem mit dem Status quo
abfinden."
20. November 1970
Prof. Dr. Karl Lehmann, Professor für Dogmatik an der
Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, schreibt in der von der Deutschen
Bischofskonferenz herausgegebenen Zeitung "Publik": "Kirchenspaltung ist,
theologisch gesehen, ein größeres Ärgernis als die Vorwegnahme der Einheit
der Kirchen durch Interkommunion."
30./31. Mai 1971
Beim 1. Ökumenischen Pfingsttreffen in Augsburg haben mehrere
Tausend Christinnen und Christen ihre Vorstellungen für eine neue,
ökumenisch orientierte Kirche formuliert. In 148 Resolutionen wurden
konkrete Schritte für das Zusammenwachsen der christlichen Kirchen in
Deutschland gefordert. Zu den wichtigsten Anliegen zählte die gegenseitige
eucharistische Gastfreundschaft in der jeweils anderen Konfession: In jeder
christlichen Kirche soll es jedem Christen, der der Einladung des Herrn
folgen will, möglich sein, an der Kommunion teilzunehmen. Falls er einem
anderen Bekenntnis angehört, nimmt er als Gast daran teil. Die christlichen
Kirchen verzichten auf ein Verbot, das ihre Glieder von der Teilnahme an der
Kommunion einer anderen Kirche abhält. Diese Kommunion erlaubt eine
brüderliche (heute würde es heißen: geschwisterliche) Gemeinschaft, ohne
dass die Kirchen und der einzelne gezwungen sind, von ihrem Verständnis des
Sakraments etwas preiszugeben. (Resolution 20).
In Augsburg wurden der DEKT und das ZdK aufgefordert, ”ein weiteres Treffen
von Christen der verschiedenen Kirchen in etwa zwei Jahren wieder zu
organisieren” – einen gemeinsamen Kirchentag.
1984
Auf dem "Katholikentag von unten" in München predigen der evangelische
Theologe Jörg Zink und der katholische Professor Hans Küng in einem
gemeinsamen Gottesdienst. Hans Küng leitet die Abendmahlsfeier, bei der
Texte der Liturgie aus der ökumenischen Erklärung von Lima verwendet werden.
Dennoch legt der Münchener Erzbischof gegen diesen Gottesdienst Widerspruch
ein, da er seiner Meinung nach eine unzulässige "Interzelebration"
darstellt.
1987
Vor dem Papstbesuch in Deutschland feiert die Initiative Kirche von unten in
Köln am Ende der Veranstaltung "Das andere Gesicht der Kirche" eine
Eucharistiefeier, bei der der als Prediger mitwirkende evangelische Pfarrer
bei der Konsekration spontan die Einsetzungsworte mitspricht. Dem
katholischen Zelebranten wird daraufhin vom Kölner Ordinariat der Vorwurf
gemacht, er habe eine nach dem Kirchenrecht unerlaubte "Interzelebration"
vorgenommen.
14. November 1996
Bereits bei der ersten öffentlichen Ankündigung eines Ökumenischen
Kirchentages im Zeitraum der Jahre 2002 bis 2004 bringen die Präsidien des
Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitees der
deutschen Katholiken (ZdK) ihren Wunsch zum Ausdruck, dass in Zukunft bei
gemeinsamen Vorhaben auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich wird. Die
Initiative zu diesem ersten Kirchentag in gemeinsamer Trägerschaft ging vom
katholischen Zentralkomitee aus.
10.-14. Juni 1998
Zu Beginn der großen Gottesdienste auf dem Katholikentag in Mainz begrüßt
Bischof Karl Lehmann die mitfeiernden evangelischen Christen und Christinnen
"auch wenn ihnen noch nicht die eucharistische Gastfreundschaft gewährt
werden kann"
13. Juni 1998
Auf dem Kirchentag von unten in Mainz feiert die Initiative Kirche von unten
mit vier Geistlichen eine ökumenische Mahlfeier, die der der Vorsitzende der
Deutschen Bischofskonferenz und Mainzer Ortsbischof Karl Lehmann "vermessen"
nennt. Das Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
sieht in der ökumenischen Mahlfeier eine Provokation.
14. Januar 1999
Die Präsidien von DEKT und ZdK erklären, den ersten Ökumenischen Kirchentag
im Jahr 2003 in Berlin durchzuführen und wiederholen ihre Hoffnung auf
Abendmahlsgemeinschaft. "Wenn sich der Wunsch nach Abendmahlsgemeinschaft
bis zum Ökumenischen Kirchentag nicht erfüllt, haben sie sich vorgenommen,
in der gottesdienstlichen Gemeinschaft alles das zu tun, was dann
miteinander zu tun möglich ist. Dieses Tun soll die Hoffnung auf
Abendmahlsgemeinschaft in Zukunft ausdrücklich manifestieren."
12. Februar 2000
Die Präsidien von ZdK und DEKT verabschieden die für alle Mitwirkenden
verpflichtenden Grundlagen, Aufgaben und Ziele des Ökumenischen
Kirchentages. Darin heißt es: "Der Ökumenische Kirchentag (ist) mit der
Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar verbunden.
Der Ökumenische Kirchentag soll exemplarisch und vorbildlich zu einem Ort
werden, an dem neue Formen entwickelt, diskutiert und praktiziert werden
können. Der Ökumenische Kirchentag soll gerade dadurch Mut zeigen und Mut
machen."
31. Mai - 4. Juni 2000
Auf dem zum Teil sehr ökumenisch geprägten Katholikentag in Hamburg
werden die mitfeiernden evangelischen Christen und Christinnen – anders als
beim Katholikentag 1998 in Mainz – nicht mehr explizit vom Kommunionempfang
ausgeschlossen.
3. Juni 2000
Während des Hamburger Kirchentages feiert die Initiative Kirche von
unten wieder eine ökumenische Mahlfeier mit vier Geistlichen. Der
katholische Priester Hermann Münzel wird darauf hin von seinem Bischof
Spital, Trier, unter Berufung auf Can. 908 CIC von seinem Amt suspendiert.
Diese Suspendierung wird nach Gespräch und Briefwechsel später wieder
aufgehoben.
14. bis 17. Juni 2001
Mehr als 5.000 Unterschriften erhält die von der Initiative Kirche von unten
und der KirchenVolksBewegung initiierte Kirchentagsresolution "Das
Kirchenvolk ist längst bereit!", mit der der Deutsche Evangelische
Kirchentag aufgefordert wird, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die
Abendmahlsgemeinschaft auf dem ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin im
Rahmen des offiziellen Programms möglich ist. Damit ist dies die
zweiterfolgreichste Unterschriftensammlung in der Geschichte des
evangelischen Kirchentags.
11. November 2001
Auf ihrer zehnten Bundesversammlung in Berlin beschließt die
KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche", sich weiterhin für die ökumenische
Mahlgemeinschaft einzusetzen und für den Ökumenischen Kirchentag 2003 die
gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft anzustreben.
14. November 2001
In einem auf Einladung des ZdK zustande gekommenen Gespräch mit
VertreterInnen der KirchenVolksBewegung werden die unterschiedlichen
Standpunkte erläutert. Hierbei wird deutlich, dass sich das ZdK gegen
gemeinsame Mahlfeiern auf dem Ökumenischen Kirchentag ausspricht.
7. Dezember 2001
In einem Gespräch mit
dem DEKT erläutern VertreterInnen der Initiative Kirche von unten und von
"Wir sind Kirche" gemeinsame und unterschiedliche Standpunkte. Das Gespräch
findet im Berliner Büro des ZdK statt, das auch über das Ergebnis informiert
werden soll. Seitens der beiden Gruppen wird eindeutig erklärt, dass diese
für den Kirchentag "keine interkonfessionelle Zelebration" planen. Das wird
auch im Protokoll festgehalten. Insgesamt werden drei ökumenische
Gottesdienste geplant, zwei mit Kommunion bzw. evangelischem Abendmahl. Der
dritte soll eine nichteucharistische Mahlfeier sein.
18. Januar 2002
Der gemeinsame Arbeitskreis Ökumene der Initiative Kirche von unten und der
KirchenVolksBewegung (AK-Ö) beschließt das aktuelle Konzept für seine für
Berlin geplanten Gottesdienste mit eucharistischer Gastfreundschaft, das
seitdem konsequent vertreten wird.
30. Januar 2002
Der AK-Ö unterbreitet der Geschäftsstelle des Ökumenischen Kirchentages
Vorschläge für zwei ökumenische Gottesdienste, davon einer mit "offener
Kommunion" und einer mit "Abendmahl für alle" sowie für ein "Mahl der
Solidarität".
28. Mai 2002
Vertreter der IKvu bemühen sich in einem Gespräch mit Vertretern des ÖKT,
mögliche inhaltliche Bedenken von katholischer Seite gegen diese
Gottesdienste, von denen zwei mit Eucharistie bzw. Abendmahl gefeiert werden
sollen, zu klären. Der Gedankenaustausch wird anschließend schriftlich
weiter geführt.
9. Juni 2002
Der AK-Ö bekräftigt sein Konzept, die geplanten Abendmahlsfeiern auf der
Basis eucharistischer Gastfreundschaft im Kontext ökumenischer Gottesdienste
zu feiern. Eine entsprechende Erklärung geht dem ÖKT zu.
20. September 2002
In einem Schreiben des ÖKT wird die Ablehnung der drei vorgeschlagenen
Gottesdienste mit folgenden Worten mitgeteilt: "Wir haben auch Ihre Anträge
sorgfältig geprüft und feststellen können, dass Sie interessante
Programmvorschläge eingebracht haben. Uns steht jedoch nur ein sehr enges
Zeitfenster und begrenzter Raum zur Verfügung, so dass wir nicht alle
Angebote berücksichtigen konnten."
22. September 2002
Die Erklärung "Ökumene, die wir meinen" der Initiative Kirche von unten
(IKvu) und der Kirchenvolksbewegung Wir sind Kirche im Blick auf den
Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin wird veröffentlicht. Am 26. September
hat sich die Pfarrerschaft der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord zu
Berlin, die evangelische Partnerin der von uns beim ÖKT geplanten
Abendmahlsgottesdienste, dieser Erklärung angeschlossen.
1. Oktober 2002
Nach einem Gespräch mit Vertretern der Gemeinde hatte Propst Karl-Heinz
Lütcke, der Stellvertreter des Berliner evangelischen Bischofs Wolfgang
Huber, die starke Erwartung geäußert, dass die zwei umstrittenen
ökumenischen Gottesdienste in der Berliner Gethsemanekirche nicht so, wie
bislang geplant, ablaufen. Dabei verwies er auf die vorab getroffenen
Absprachen in den Gremien des Ökumenischen Kirchentages und kündigte die
Prüfung von Sanktionen für den Fall an, dass die Gemeinde bei ihrem Vorhaben
bliebe.
Laut epd-Meldung befürchtet der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky "schweren ökumenischen Schaden", wenn beim Kirchentag 2003 gemeinsame Abendmahlsgottesdienste von Protestanten und Katholiken gefeiert würden. "Wenn die kirchenrechtlichen Regeln verletzt werden, werde ich mich in Absprache mit dem Vatikan um entsprechende Sanktionen für die Priester bemühen, die sich daran beteiligt haben."
8. Oktober 2002
Im gemeinsamen Interesse, den Kirchentag nicht mit vermeidbaren Konflikten
zu belasten, wird Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky in einem
Schreiben gebeten, "die Bestimmungen des Kirchenrechts zu nennen, deren
Verletzung Sie auf Grund unserer Ankündigung besorgen zu müssen glauben"
(Antwort erfolgt am 27. Februar 2003).
10. Oktober 2002
Der Präsident des ZdK, Hans Joachim Meyer, distanziert sich in scharfer Form
von Plänen, während des Ökumenischen Kirchentags 2003 in Berlin eine
Abendmahlsfeier mit Interkommunion zu veranstalten. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass "aus einer Handlung, die den Kern des Glaubens
berührt, eine demonstrative Aktion gemacht" werde, sagt Meyer zur deutschen
katholischen Nachrichtenagentur KNA. "Natürlich hoffen wir, dass eines Tages
eine gemeinsame Abendmahlsfeier möglich sein wird", fügte er hinzu. Eine
solche Handlung rufe aber derzeit eher eine Spaltung hervor und verletze
viele Christen tief in ihrem Glauben.
21. November 2002
Es wird kein gemeinsames Abendmahl bei offiziellen Veranstaltungen geben,
erklärt Theodor Bolzenius, Sprecher des ZdK. Die Veranstalter appellieren an
die Teilnehmer, nichts zu tun, was der Ökumene schadet. Sie haben sich
darauf verständigt, Tradition und Rechtsstatus der Kirchen gegenseitig zu
respektieren. Die anfangs in der Öffentlichkeit heftig diskutierte Frage
nach einer gemeinsamen Mahlfeier stelle sich den Organisatoren längst nicht
mehr.
29. November 2002
Gespräch von VertreterInnen des AK-Ö und der Evangelischen Kirchengemeinde
Prenzlauer Berg Nord mit dem Vorstand des Diözesanrat der Erzdiözese Berlin.
Dieser hatte zunächst in einem Schreiben dringend gebeten, von dem geplanten
Vorhaben Abstand zu nehmen. In dem sehr freundschaftlichen Gespräch brachten
die Vertreter des Diözesanrates zum Ausdruck, dass sie nach Darlegung der
Gründe für die Gottesdienste nicht mehr erwarten, dass wir unser Vorhaben
aufgeben. Allerdings befürchteten sie anders als ihre Gesprächspartner
negative Folgen für die Ökumene in der kath. Kirche
17. Dezember 2002
Der katholische Theologe Prof. Dr. Dr. Hans Küng erklärt im
Weihnachtsbrief der KirchenVolksBewegung: "Mir ist es unbegreiflich, dass
trotz aller theologischen Gutachten ein gemeinsames Abendmahl sowohl von der
katholischen wie von der protestantischen Seite blockiert wird. Die
Eucharistische Gastfreundschaft ist nach Küngs Worten ein Lichtblick und ein
Schritt in die richtige Richtung, den hoffentlich möglichst viele mitgehen."
11. Januar 2003
Die deutschen katholischen Bischöfe schreiben in ihrem Wort zum
Ökumenischen Kirchentag: Ökumenische Erfolge wird es jedoch nicht durch
Abschleifung der Profile geben. Der Glaube der Apostel ist keine
Handelsware, die beliebig zur Verfügung steht. Das gilt insbesondere im
Hinblick auf die kostbare Gabe der Eucharistie, die der Herr seiner Kirche
anvertraut hat. Im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentages ist die Erwartung
laut geworden, in Berlin die eucharistische Gastfreundschaft zu
praktizieren. Es schmerzt uns, dass wir derzeit hierzu nicht in der Lage
sind. Solange die ökumenischen Partner sich in Grundüberzeugungen
widersprechen, ist eine Einheit am Tisch des Herrn unwahrhaftig.
11. Januar 2003
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche und die Initiative Kirche
von unten weisen die erneute Kritik der deutschen Bischöfe an ökumenischen
Abendmahlsgottesdiensten zurück. Der im jüngsten Hirtenwort pauschal
erhobene Vorwurf, eine Teilnahme am Abendmahl einer anderen Konfession sei
’unwahrhaftig’, missachtet nach Ansicht der Reformgruppen die
Gewissensentscheidung der Gläubigen. Es ist daher unverständlich, warum die
Einladung zur wechselseitigen Gastfreundschaft am Tisch des Herrn von der
Kirchentagsleitung als 'Belastung' oder 'schwerer Schaden für die Ökumene'
gewertet wird - und nicht als ein Beitrag zu ihr.
10. Februar 2003
Die überwältigende Mehrheit der Katholiken (88 Prozent) und der
Protestanten (86 Prozent) in Deutschland würde die Möglichkeit eines
gemeinsamen Abendmahls begrüßen. Dies ergab eine Umfrage des Instituts NFO
Infratest im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Bei der Umfrage
antworteten nur 6 Prozent der befragten Protestanten und 5 Prozent der
Katholiken mit Nein auf die Frage, ob sie für ein gemeinsames Abendmahl
seien.
Die Deutschen Bischofskonferenz distanziert sich von der Spiegel-Umfrage: Glaubenswahrheiten richten sich nicht nach Meinungsumfragen. Noch gebe es wesentliche Unterschiede zwischen dem protestantischen und katholischen Verständnis des Mahls.
11. Februar 2003
Zu der vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" veröffentlichten Umfrage
verweisen die Präsidentin, Dr. Elisabeth Raiser, und der Präsident des ÖKT,
Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, auf den bereits 1996 zum Ausdruck gebrachten
Wunsch von des DEKT und des ZdK, dass in Zukunft bei gemeinsamen Vorhaben
auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich wird. Der Ökumenische Kirchentag sei
mit der Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar
verbunden. Die Fragestellung der im Spiegel veröffentlichten Umfrage sei
jedoch zu allgemein und unklar.
14. Februar 2003
Nach mehreren Gesprächen erzielt die Leitung der
Berlin-Brandenburgischen Kirche mit der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord
eine Übereinkunft, wie trotz nach wie vor unterschiedlicher Bewertung das
Projekt von der Gemeinde und ihren katholischen Partnern realisiert werden
kann. Dazu wird eine Gemeinsame Erklärung von Kirchengemeinde, Kirchenkreis
und Landeskirche verbreitet, die durch die Erklärung „Warum wir an der
gegenseitigen Einladung zum Tisch des Herrn festhalten" der Pfarrerschaft
der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord ergänzt wird.
24. Februar 2003
In dem ins Internet gestellte
Programm des Ökumenischen Kirchentages heißt es auf Seite 10 im
Grußwort der evangelischen Präsidentin Dr. Elisabeth Raiser und des
katholischen Präsidenten Prof. Dr. Hans Joachim Meyer: "Zusammen mit dem
Gemeinsamen Vorstand des Ökumenischen Kirchentages bitten wir darum, die in
den Kirchen gültigen Regeln zu achten und in Bezug auf Eucharistiefeier und
Abendmahl in ökumenischer Sensibilität miteinander umzugehen."
27. Februar 2003
Kardinal Sterzinsky beantwortet den an ihn gerichteten Brief vom 8. Oktober
2002 aus dem Urlaub mit einer Entschuldigung für die Verspätung und weist
darauf hin, dass er beteiligte Priester pflichtgemäß „in Einstimmung mit den
römischen Dienststellen“ zur Rede stellen werde.
28. Februar 2003
Die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) meldet unter Berufung auf
vatikanische Stellen, ass Papst Johannes Paul II. offenbar ein Lehrschreiben
über die Eucharistie plant. Demnach ist die Form des Dokuments noch nicht
klar. Möglicher Veröffentlichungstermin ist Gründonnerstag, 17. April 2003.
Eine offizielle Bestätigung aus dem Vatikan gibt es dazu noch nicht.
April 2003
Drei ökumenische Institute, die im "Südwestverbund" zusammenarbeiten, werden
im Kontext der aktuellen Debatte eine theologisch begründete Option
vortragen – jenseits einer undifferenzierten Verweigerung wie einer
Forderung, die theologische Argumentation für nicht erforderlich hält.
"Eucharistische Gastfreundschaft ist trotz der noch bestehenden Unterschiede
im theologischen Verständnis und in der Praxis der Kirchen theologisch
verantwortbar und in vielen Fällen pastoral sogar geboten. Die ökumenische
Arbeit hat einen Stand erreicht, der nicht nur für einzelne Christen
Konsequenzen hat, sondern gebietet, von einer reinen 'Notstandsseelsorge' zu
einer offiziellen Praxis eucharistischer Gastfreundschaft voranzuschreiten.
Deshalb plädieren die Verfasser für eine offene Praxis eucharistischer
Gastfreundschaft als Normalfall im Leben ökumenisch verbundener Gemeinden."
29. Mai 2003 (Himmelfahrt) 18:30 Uhr
"Was schaut ihr nach oben – Ökumene lebt von unten!": Ökumenischer
Gottesdienst mit „offener Kommunion“ in der Gethsemane-Kirche. Die Mahlfeier
wird im katholischen Ritus gestaltet.
30. Mai 2003 - 12:30 Uhr
"Für alle genug - Mahl der Solidarität" mit gemeinsamem Essen und
Trinken im Anschluss an die Mahnwache der "Ordensleute für den Frieden" am
Rande des Alexanderplatzes vor der Deutschen Bank.
31. Mai 2003 - 18:30 Uhr
"In die Welt gesandt – nur gemeinsam glaubhaft": Ökumenischer
Gottesdienst mit „Abendmahl für alle“ nach der evangelischen Agende in der
Gethsemane-Kirche.
Die Gottesdienste in der Gethsemane-Kirche wurden gemeinsam von der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, dem ökumenischen Netzwerk Initiative Kirche von unten und der katholischen KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche vorbereitet.

