zuletzt aktualisiert: 11.06.2007
Initiative Kirche von unten

KIRCHE GIB 8! - Texte zur Demonstration auf dem Kirchentag - Fanny Dethloff

  

"KIRCHE GIB 8!" 

 

Aufruf bei der Demo 7.6.07 anlässlich des G8 Gipfels Auf dem Kölner Kirchentag

 

Wenn die mächtigsten und reichsten Industriestaaten,

die G 8, durch ihre Vertreter zusammenkommen,

um über das Klima zu diskutieren und keine nachhaltigen Beschlüsse fassen,

wenn sie ein paar Brotkrumen nur den armen Ländern hinwerfen,

wenn sie Freihandelszonen fordern,

und damit nachhaltige Entwicklungsprojekte von

3 Jahrzehnten vernichten,

dann müssen wir als Kirche ACHT geben:

 

Kirche gib Acht!

Wenn die Flüchtlingsströme durch Armut, Klimakatastrophen und Pandemien reiche Küstengestade erreichen wollen und die Staaten beim Ertrinken wegsehen,

Flüchtlinge  z.B. in den Minenfeldern Griechenlands umkommen

und in Lagern in und um die reichen Länder festgehalten werden,

wenn militärische Abwehr hochgerüstet wird mit Frontex

statt Aufnahmekonzepte von Flüchtlingen diskutiert werden und Fluchtursachen nachhaltig bekämpft werden,

müssen wir als Kirche Acht geben.

 

Kirche gib Acht! 

Wenn in unserem Land immer mehr Grundrechte der Sicherheitsideologie geopfert werden

und immer mehr Menschen ihrer Grundrechte beraubt werden, ist es Zeit, Acht zu geben.

Wenn die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander klafft und nur der Markt zählt und nicht der Mensch,

ist es Zeit Acht zu geben.

 

Kirche gib Acht!

Denn wenn wir nicht Acht geben, als Kirche hier vor Ort und in unseren Gemeinden,

werden wir die Achtung verlieren, vor den Menschenrechten, vor uns selbst

und vor Gott.

Darum Kirche gib Acht, und lasst uns eine andere Globalisierung der hemmungslosen Globalisierung der Märkte entgegensetzen.

Eine die die Menschenwürde, die Liebe Gottes zu allen Menschen ernst nimmt.

Lasst uns gemeinsam darauf Acht geben.

Gewaltlos, friedlich und im Gedenken an all die Opfer, die dieser Reichtum schon gekostet hat, von dem auch wir leben.

 

Lasst uns Acht geben, denn es hängt alles davon ab, dass wir die Achtung, die Selbstachtung nicht verlieren.


Fanny Dethloff, Flüchtlingsbeauftragte der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche