zuletzt aktualisiert: 15.03.2008
Initiative Kirche von unten

Ökumenische Gemeinde(bildung) - Vereinbarung über eine ökumenische Zusammenarbeit

 

 

Vereinbarungen über die ökumenische Zusammenarbeit

zwischen der evangelischen Lydia-Kirchengemeinde Nienberge
und der katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian in Nienberge


Die in Jahrzehnten gewachsene Verbundenheit der evangelischen Lydia-Kirchengemeinde Nienberge und der katholischen Kirchengemeinde St. Sebastian in Nienberge hat das Leben beider Gemeinden nachhaltig bereichert. Ein Symbol für dieses ökumenische Miteinander ist "Die Begegnung", eine Skulptur des Nienberger Bildhauers Hubert Teschlade. Sie steht vor dem Lydiazentrum und ist gemeinsames Eigentum beider Gemeinden. Aus den gewachsenen Beziehungen haben sich im Laufe der Jahre eine ökumenische Praxis und einige gemeinsame Einrichtungen entwickelt.

I. Unsere ökumenische Praxis
Zur ökumenischen Praxis gehören gemeinsame Gebete und Gottesdienst am Buß-und Bettag, der Weltgebetstag der Frauen, ökumenische Gottesdienste zu besonderen Anlässen, die ökumenische Bibelwoche mit "Kanzeltausch", ökumenische Taizégottesdienste im Lydiazentrum und gelegentlich Gottesdienst oder Seminar in der Friedensdekade im November.

Inzwischen ist es guter Brauch, dass nach dem Ostergottesdienst der evangelischen Gemeinde eine zweite gleich gestaltete Osterkerze von einem Vertreter/ einer Vertreterin der katholischen Gemeinde überbracht wird. Seit 1999 verfügen wir über eine gemeinsame Mappe mit neuerem Liedgut.

Fester Bestandteil unserer Zusammenarbeit sind das kleine und große ökumenische Gemeindefest, gemeinsame Sitzungen des Pfarrgemeinderates und des Presbyteriums, in bestimmten Abständen eine gemeinsame Ausgabe von Pfarrblättken und Lydia-Gemeindebrief sowie Angebote des Arbeitskreises Ökumene, dem Mitglieder beider Gemeinden angehören. Auch der Sozialpädagogische Arbeitskreis mit Vertretern und Vertreterinnen aus beiden Kichengemeinden, der Kommune, Schule und dem Kindergarten arbeitet ökumenisch. Eine gute Erfahrung war eine ökumenische geistliche Studienfahrt auf den Spuren der Mystik und des Reformators Martin Luther. Geplant ist eine gleichzeitige Bekanntmachung von Taufen und Beerdigungen auch in der jeweils anderen Gemeinde.

II. Gemeinsame Einrichtungen
1. Seit fast dreißig Jahren gibt es im Lydia-Gemeindezentrum die "Ökumenische Altenbegegnungsstätte". Alle finanziellen Abwicklungen laufen über die evangelische Kirchengemeinde.
2. Im Pfarrzentrum St. Sebastian ist die "Offene Jugendarbeit" beider Gemeinden angesiedelt. Bisher hat die katholische Kirchengemeinde für diesen Bereich eine pädagogische Teilzeitkraft eingestellt. Alle Zuschüsse und Finanzierungsabläufe werden über die katholische Kirchengemeinde abgerechnet.
3. Das "Ökumenische Sozialbüro" beider Gemeinden ist im Katholischen Kindergarten untergebracht. Es wird rechtlich von den beiden verantwortlichen Pfarrern/Pfarrerin vertreten und inhaltlich aus der Kompetenz der Mitglieder des ökumenischen Arbeitskreises Armut geführt. Die notwendigen Gelder werden entsprechend der für die Caritas/Diakonie vorhandenen Mittel zur Verfügung gestellt. Der ökumenische Arbeitskreis Armut legitimiert ein Mitglied für die Verwaltung der Gelder des Sozialbüros. Die Pfarrer/Pfarrerin beider Gemeinden haben jeder Zeit Einblick in die Verwendung der Finanzen.

Wir verpflichten uns, unsere ökumenische Praxis und die gemeinsamen Einrichtungen zu pflegen und nach Wegen weiterer Zusammenarbeit zu suchen, um unser ökumenisches Anliegen voranzubringen und die Einheit der Kirchen in versöhnter Vielfalt anzustreben. Dabei wollen wir die verschiedenen Ausdrucksformen unserer Kirchen wahren und als wechselseitige Bereicherung zur Geltung bringen. Schwerpunktmäßig wollen wir gemeinsame Projekte mit unseren Kindern und Jugendlichen fördern, um ihnen den ökumenischen Geist und damit Grundlagen für eine christliche Zukunft nahe zu bringen. Anzustreben ist eine in bestimmten Abständen statt findende ökumenische Gemeindeversammlung. Nach jeweils drei Jahren sollen Vertreter/Vertreterinnen beider Gemeinden (Kirchenvorstand, PGR, Presbyterium, AK Ökumene) den Verlauf unserer Partnerschaft überdenken und die Vereinbarungen weiter entwickeln.

für den PGR der Gemeinde St. Sebastian
Agnes Szymanski (Vorsitzende)

für das Presbyterium der Lydia-Kirchengemeinde
Jutta Neumann (Pfarrerin)

für den Kirchenvorstand
Reinhold Waltermann (Pfarrer), Ursula Fieber (stellvertretende Vorsitzende)

für den Arbeitskreis Ökumene
Erika Becker, Dr. Friedrich Hottelmann

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