zuletzt aktualisiert: 09.03.2010
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Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche


Ökumenische BAG Asyl in der Kirche e.V. 

Fatale Folgen der Abschiebehaft für Minderjährige - Abschiebepolitik im Rahmen der Dublin II-Verordnung gehört auf den Prüfstand
17-jähriger Abschiebegefangener nimmt sich in Hamburg das Leben

Berlin, den 09.03.2010. Anlässlich des Todes eines 17-jährigen Abschiebegefangenen in Hamburg am 07.03.2010 protestieren wir entschieden gegen die Praxis, minderjährige Flüchtlinge in Abschiebehaft zu nehmen. Die Umstände des tragischen Todesfalls müssen schnellstmöglich aufgeklärt werden.

Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V. (BAG) unterstützt seit langem die von vielen Organisationen erhobene Forderung, dass grundsätzlich keine schwangeren Frauen, physisch und psychisch erkrankte Menschen sowie minderjährige Flüchtlinge in Abschiebehaft genommen werden sollen. Gerade Kinder und Jugendliche ohne Familienangehörige dürfen einer solchen Extrembelastung nicht schutzlos ausgesetzt werden. Ohne Anhörung und Aufklärung über ihre Situation auf ungewisse Zeit eingesperrt zu sein - das sei schon für Erwachsene schwer aushaltbar, meint die Bundesvorsitzende Pastorin Fanny Dethloff. Die BAG unterstützt deshalb die ehrenamtliche und hauptamtliche seelsorgerische Arbeit in den Abschiebehaftanstalten und fördert deren bundesweite Vernetzung.

Insbesondere die so genannten Dublin II-Fälle, wo Menschen wie Pakete ihrem Fluchtweg folgend zurück verfrachtet werden, sind häufig mit Abschiebungshaft verbunden, oft ohne jede Rechtsberatung. Statt eine Verbesserung dieser Situation anzustreben, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge jüngst verkündet, dass eine neuerliche Anhörung bei sogenannten Dublin-II-Fällen entfallen solle. Allein die Frage sei zu klären, welches Land für das Asylverfahren zuständig ist, in das die Flüchtlinge dann zurückgeschoben werden. Diese Tendenz hält die BAG für hochproblematisch.

"Flüchtlinge brauchen Aufnahme und Schutz, Verständnis für ihre Lage, Begleitung, Beratung und einen Rechtsbeistand", so Fanny Dethloff weiter. "Minderjährige Unbegleitete Flüchtlinge brauchen Verständnis und Aufmerksamkeit - keine Haft."

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Kontakt:
Verena Mittermaier
Ökumenische BAG Asyl in der Kirche e.V.
Heilig-Kreuz-Kirche
Zossener Str. 65
10961 Berlin
Fon ++49 30 - 25 89 88 91
Fax ++49 30 - 69 04 10 18
E-Mail: info@kirchenasyl.de
http://www.kirchenasyl.de