PRESSEMITTEILUNG der Ök. Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche vom 08.09.2006
Papst-Besuch: Nichts Neues für homosexuelle Christen
HuK hält Abstand von Jubel- und
von Protestveranstaltungen
Weisungen der Amtskirche gegen Glaubenserfahrungen des Gottesvolkes
Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) wird sich
weder an Jubel- noch an Protestveranstaltungen aus Anlass des Besuchs von
Papst Benedikt XVI. in Bayern beteiligen. Seit längerem konzentriert sich
die HuK im Bereich der römisch-katholischen Kirche darauf, mit
aufgeschlossenen katholischen Laien und auch mit einzelnen aufgeschlossenen
Priestern ins Gespräch zu kommen, zuletzt beim Katholikentag 2006 in Saarbrücken.
"Wiederholte frühere
Versuche, auch mit der Amtskirche ins Gespräch zu kommen, sind von dieser
nicht beantwortet worden." sagte HuK-Vorstandsmitglied Thomas Wunsch.
Zuletzt war dies der Fall, als die HuK im Frühjahr 2006 versuchte, trotz
bestehender Differenzen die römische Kirche wenigstens zu einer
Benedikt XVI. hat in seiner
Amtszeit als Papst die rigide Linie fortgesetzt, die er früher als Präfekt
der Glaubenskongregation vertreten hatte. Die HuK hat in einem Text zum
Katholikentag 2006 provokant gefragt: Welcher Teufel reitet Benedikt? Unter
den Überschriften "Joseph Ratzinger sagt - Das bedeutet für Lesben
und Schwule - Wir aber erfahren und sagen" sind die Erfahrungen
schwuler Christen und lesbischer Christinnen den kirchenamtlichen Äußerungen
gegenübergestellt, die gerade der jetzige Papst und frühere Präfekt der
Glaubenskongregation verantwortet hat, siehe http://www.huk.org/aktuell/benedikt-faltblatt.htm
Beim Thema "Schwule als
Priesteramtskandidaten", das durch eine ablehnende Weisung des Vatikans
im November 2005 wieder aktuell wurde, hat sie auf die verengte Sicht des
Vatikans hingewiesen, ihre Stellungnahme http://www.huk.org/presse/05-11-vatikan-weisung-priesterkandidaten.htm
endet mit den Sätzen "Gleichzeitig sehen wir in dieser Weisung ein
ungeeignetes Mittel, mögliche Missbrauchsfälle durch Priester zu
vermeiden. Dies ist kein Problem der sexuellen Orientierung, sondern des
verkrampften Umganges mit Sexualität insgesamt." Dem ist auch heute
nichts hinzuzufügen.
Für weitere Informationen steht
Ihnen zur Verfügung:
Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 9638657
Email thomas.wunsch@huk.org
Dr. Reinhold Weicker
(HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018
Email presse@huk.org
