zuletzt aktualisiert: 06.04.2007
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PRESSEMITTEILUNG der Ök. Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche vom 08.09.2006


Papst-Besuch: Nichts Neues für homosexuelle Christen 

HuK hält Abstand von Jubel- und von Protestveranstaltungen
Weisungen der Amtskirche gegen Glaubenserfahrungen des Gottesvolkes

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) wird sich weder an Jubel- noch an Protestveranstaltungen aus Anlass des Besuchs von Papst Benedikt XVI. in Bayern beteiligen. Seit längerem konzentriert sich die HuK im Bereich der römisch-katholischen Kirche darauf, mit aufgeschlossenen katholischen Laien und auch mit einzelnen aufgeschlossenen Priestern ins Gespräch zu kommen, zuletzt beim Katholikentag 2006 in Saarbrücken.

"Wiederholte frühere Versuche, auch mit der Amtskirche ins Gespräch zu kommen, sind von dieser nicht beantwortet worden." sagte HuK-Vorstandsmitglied Thomas Wunsch. Zuletzt war dies der Fall, als die HuK im Frühjahr 2006 versuchte, trotz bestehender Differenzen die römische Kirche wenigstens zu einer Äußerung gegen anti-homosexuelle Gewalt etwa in Osteuropa zu bewegen: Die polnische Bischofskonferenz schickte wenigstens eine formale Antwort, Vatikan und Deutsche Bischofskonferenz reagierten überhaupt nicht.

Benedikt XVI. hat in seiner Amtszeit als Papst die rigide Linie fortgesetzt, die er früher als Präfekt der Glaubenskongregation vertreten hatte. Die HuK hat in einem Text zum Katholikentag 2006 provokant gefragt: Welcher Teufel reitet Benedikt? Unter den Überschriften "Joseph Ratzinger sagt - Das bedeutet für Lesben und Schwule - Wir aber erfahren und sagen" sind die Erfahrungen schwuler Christen und lesbischer Christinnen den kirchenamtlichen Äußerungen gegenübergestellt, die gerade der jetzige Papst und frühere Präfekt der Glaubenskongregation verantwortet hat, siehe http://www.huk.org/aktuell/benedikt-faltblatt.htm

Beim Thema "Schwule als Priesteramtskandidaten", das durch eine ablehnende Weisung des Vatikans im November 2005 wieder aktuell wurde, hat sie auf die verengte Sicht des Vatikans hingewiesen, ihre Stellungnahme http://www.huk.org/presse/05-11-vatikan-weisung-priesterkandidaten.htm endet mit den Sätzen "Gleichzeitig sehen wir in dieser Weisung ein ungeeignetes Mittel, mögliche Missbrauchsfälle durch Priester zu vermeiden. Dies ist kein Problem der sexuellen Orientierung, sondern des verkrampften Umganges mit Sexualität insgesamt." Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 9638657
Email thomas.wunsch@huk.org
 

Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018

Email presse@huk.org