zuletzt aktualisiert: 06.04.2007
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PRESSEMITTEILUNG der Ök. Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche  vom 19.05.2006


Gemeinsame Pressemitteilung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) und des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), 19.05.2005


Gerechtigkeit auch für Lesben und Schwule

HuK und LSVD gegen Homosexuellen-Diskriminierung durch den Vatikan

Gegen eine Anti-Schwulen-Front von Vatikan und Iran

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) protestieren gegen Versuche des Vatikans, gleiche Rechte für Schwule und Lesben zu verhindern. Immer wieder gibt es Versuche, auf die Gesetzgebung in Deutschland und anderen Ländern zum Nachteil von Schwulen und Lesben Einfluss zu nehmen: Ablehnung von Lebenspartnerschaften, Ablehnung eines Diskriminierungsschutzes.
Weniger bekannt sind die Manöver auf internationaler Ebene, bei den Vereinten Nationen: Verhindern einer Nichtdiskriminierungs-Initiative der brasilianischen Regierung in den vergangenen Jahren; Verhindern eines UN-Beraterstatus für den LSVD als einer von 2700 Nicht-Regierungs-Organisationen, in den letzten Tagen.
Peinlich ist, wie der Vatikan dabei mit Regierungen wie Iran, China, usw. zusammenarbeitet, die für Verstösse gegen die Menschenrechte bekannt sind.

Wenn Begründungen gegeben werden, so sind sie vor allem innerkirchlich: Homosexuelle können angeblich gar nicht diskriminiert werden, wenn sie nach den amtskirchlichen Weisungen keusch leben und sich unaufällig verhalten, wenn also ihre Homosexualität gar nicht bekannt wird. Von Diskriminierung könne man deshalb gar nicht sprechen, und entsprechende Schutzrechte nicht einfordern. ("Zur gesetzlichen Nicht-Diskriminierung von Homosexuellen", 1992, Nr. 14)

Die HuK und andere christliche Schwule und Lesben protestieren gegen ein solches Doppelleben in Lüge und Unwahrhaftigkeit, das den eigenen Grundsätzen von Kirche widerspricht. Statt dessen treten sie für Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit ein.

Der LSVD protestiert insbesondere, wenn über Druck auf die Gesetzgebung und über internationale Beschlüsse Schwule und Lesben insgesamt (ob Christen oder Nichtchristen) diskriminiert werden. Trotz anderslautender Beteuerungen lädt der Vatikan damit zu Benachteiligung und Verfolgung von Lesben und Schwulen ein.

Der 96. Deutsche Katholikentag findet vom 24. bis 28. Mai in Saarbrücken statt. Die HuK ist mit verschiedenen Podien und Workshopangeboten daran beteiligt. Im Zentrum der HuK in Saarbrücken-Güdingen gibt es dazu eine Cafeteria, Gebetszeiten, Gottesdienste und Beratung. Das gesamte Programm, auch anderer Gruppen und Veranstalter, und der Lageplan des Zentrums sind auf der Katholikentags-Webseite der HuK verfügbar. Der LSVD lädt anläßlich des Katholikentags zu zwei Vortragsveranstaltungen in den "LSVD Checkpoint" in Saarbrücken ein.

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Internet-Webseiten mit Veranstaltungshinweisen:
http://www.huk.org/katholikentag/programm-uebersicht.htm
http://www.saar.lsvd.de

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 9638657
Email thomas.wunsch@huk.org

Renate H. Rampf, Pressesprecherin des LSVD
Tel. 030 / 78954778
Email presse@lsvd.de

HuK-Hotline während des Katholikentages, 24.-28. Mai:
0175/ 44 23 513