zuletzt aktualisiert: 06.04.2007
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PRESSEMITTEILUNG der Ök. Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche  vom 09.06.2006


Wird Gewaltbereitschaft unterstützt? 

Briefe im Vorfeld zur "Parade der Gleichheit" in Warschau


Mit Briefen an Papst Benedikt XVI., Kardinal Lehmann und die polnische Bischofskonferenz versucht die ökum. AG Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. kirchliche Stellungnahmen gegen Gewaltaufrufe in Polen zu erreichen. Die Kirche darf Gewaltbereitschaft nicht unterstützen und dadurch zum geistigen Brandstifter werden.

Im Vorfeld der "Parade der Gleichheit" in Warschau am 10. Juni 2006 haben verschiedene Politiker der polnischen Regierungsparteien zu gewaltsamen Aktionen gegen Schwule und Lesben aufgerufen. Auch im kirchennahen Sender "Radio Maria" wurden Hetzparolen gegen Homosexuelle verbreitet.


Die HuK ist besorgt über das Schweigen der römisch-katholischen Amtskirche zu diesen Gewaltaufrufen. In einem Brief an die polnische Bischofskonferenz appelliert sie daher, dass sich Kirchenvertreter gegen Gewaltanwendung aussprechen. "Kirche kann als geistiger Brandstifter angesehen werden, wenn sie zu Gewaltaufrufen schweigt", so Thomas Wunsch, Vorstandsmitglied der HuK "Gewalttäter werden durch das Schweigen der Kirche zu brutalen Übergriffen ermutigt. Damit macht sich die Kirche mitschuldig!"


Die zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Lesben und Schwule ist für die HuK der Ausdruck einer antieuropäischen Haltung einzelner Gruppen in Polen. Durch eine Positionierung gegen Gewalt durch die katholische Kirche Polens erhofft die HuK eine Vermeidung von brutalen Angriffen durch Gegendemonstranten. Damit kann innerhalb der polnischen Gesellschaft verdeutlich werden, dass Gewalt kein Mittel zur Auseinandersetzung sein darf.


Ebenfalls an Kardinal Lehmann, den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, und an Papst Benedikt XVI. appelliert die HuK in ihren Briefen, sich bei der polnischen Bischofskonferenz für eine Stellungnahme gegen Gewalt einzusetzen. Im Schreiben an den Papst erinnert die HuK an seine Worte beim Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz, in der er sich gegen Gewalt gegen Minderheiten ausgesprochen hat.


Bereits in den vergangen Jahren wurden bei den Gleichheitsparaden in Warschau und anderen Städten Polens zahlreiche Demonstranten bei gewalttätigen Übergriffen verletzt. Bei einer ähnlichen Veranstaltung in Moskau wurden am 27. Mai viele überwiegend schwule Demonstranten verletzt, unter ihnen auch der GRÜNEN-Politiker Volker Beck.


Der Wortlaut der Briefe ist auf den Internet-Seiten der HuK unter Aktuelle Themen - Offene Briefe der HuK zu finden.


Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 9638657
Email thomas.wunsch@huk.org

Dr. Reinhold Weicker, HuK-Pressesprecher
Tel. 05251 / 66018
Email presse@huk.org