zuletzt aktualisiert: 21.08.2008
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Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V.


21.08.2008

HuK für öffentliche Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren

Seelsorge nicht nur von oben herab

Vatikan-Weisungen gegen die Lebenswirklichkeit von schwulen Christen und lesbischen Christinnen  

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK e.V.) begrüßt ausdrücklich die öffentliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Sie ist sicher, dass viele katholische Christen dies unterstützen; vor allem spricht sie Pfarrer Kollas ausdrückliche Anerkennung für seinen Mut aus. Es würde besser um das gelebte Evangelium und um die römisch-katholische Kirche stehen, wenn es mehr Seelsorger gäbe, die das tun, was heute noch offiziell verboten ist.

Dass lesbische und schwule Paare als Christen und Christinnen von Gott gesegnet sind, ist für die HuK gar keine Frage. Daher unterstützt die Gruppe alle Paare, die Bezug zur christlichen Gemeinschaft haben und ihre Partnerschaft in einem Gottesdienst segnen lassen wollen. Dass kirchlicher Segen für Paare, die nicht eine unauflösliche, lebenslange heterosexuelle Beziehung eingehen können, für manche Christen wohl ein Problem darstellt, das zeigen die Vorgänge in Wetzlar. Der Bezirksdekan Peter Kollas hatte ein schwules Paar gesegnet.

Wenn das Bistum Limburg erklärt, die katholische Kirche wolle angemessene Formen der Seelsorge für homosexuelle Personen suchen, so darf man sehr gespannt sein, ob eine Seelsorge von oben herab gemeint ist oder ob die Suche der Kirche nach ihrem Weg mit den homosexuellen Kirchenmitgliedern in Abstimmung mit den Gruppen und Bewegungen geschieht, die über reichhaltige Erfahrung und über das Vertrauen von Lesben und Schwulen verfügen. Ohne die Lesben und Schwulen, die ehren- oder hauptamtlich in der katholischen Kirche mitmachen, sähe es noch dunkler aus. Das wissen auch Bischöfe. Die meisten sagen das aber nicht.

Die HuK ist seit über 30 Jahren eine bundesweite Organisation, in der christlich geprägte Lesben und Schwule eine Heimat finden. Die HuK ermutigt homosexuell empfindende Frauen und Männer, in ihren Kirchen sichtbar zu sein und sich auf allen Ebenen des Gemeindelebens zu engagieren.

Die HuK hat u.a. in ihrem Flugblatt von 2006 "Unsere Hoffnung heisst Gerechtigkeit: Lesben und Schwule unter Benedikt XVI." (http://huk.org/aktuell/benedikt-faltblatt.htm) einige Vatikan-amtliche Texte der Lebenswirklichkeit von katholischen Schwulen und Lesben gegenübergestellt. Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.

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Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Eric Leis (für den katholischen Arbeitskreis der HuK)
Tel. 0261/9730776
Email kathkipo@huk.org

Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018
Email presse@huk.org