zuletzt aktualisiert: 06.04.2007
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PRESSEMITTEILUNG der Ök. Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche  vom 23.05.2006


Unsere Hoffnung heißt Gerechtigkeit

23.05.2006 (http://huk.org/presse/06-05-benedikt-lesben-schwule.htm)

Lesben und Schwule unter Benedikt XVI.
Faltblatt zum Deutschen Katholikentag in Saarbrücken lädt zur Diskussion ein

Die unbarmherzige Haltung Benedikts XVI. gegenüber Lesben und Schwulen wird von der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) in einem Faltblatt zum Katholikentag kritisiert. Unter dem Titel "Unsere Hoffnung heißt Gerechtigkeit - Lesben und Schwule unter Benedikt XVI." werden Zitaten Ratzingers provokativ Lebenserfahrungen homosexueller Christen gegenübergestellt.

Mit dem neuen Faltblatt, welches zum Katholikentag in Saarbrücken am 24. Mai erscheint, sollen positive Erfahrungen im alltäglichen Leben belegt und zu einem Nachdenken über eine dogmatisch überhöhte Sexualmoral der römischen Amtskirche angeregt werden.

Als Präfekt der Glaubenskongregation hatte Joseph Kardinal Ratzinger eine Reihe von Texten veröffentlicht, durch die Lesben und Schwule diskreditiert und diskriminiert werden. Das neue Faltblatt stellt diesen Positionen Erfahrungen von Lesben und Schwulen gegenüber. Hierbei knüpfen die Autoren mit ihrer konträren Darstellung "Joseph Ratzinger sagt - Wir aber erfahren und sagen" bewusst an Jesu Bergpredigt im Matthäus-Evangelium an.

Es ist eine selbstbewusste Anlehnung an den vom Geist Gottes bewegten Mann des Volkes, in dem Bewusstsein, dass auch heute der Glaubenssinn des Volkes Gottes (sensus fidelium) die Kirche und ihre Lehrmeinungen mit prägen muss.

"Die Erfahrungen des alltäglichen Lebens homosexueller Christinnen und Christen, mit glückenden und auch scheiternden Beziehungen, sind Kristallisationspunkte der Gegenwart und Liebe Gottes." so Dr. Eric Leis, Sprecher des katholischen Arbeitskreises innerhalb der HuK. "Dieses ist in Rom nicht nur zur Kenntnis, sondern in die Lehrmeinung aufzunehmen".

Im Faltblatt werden Positionen des Vatikans aus der Zeit von 1986 bis 2003 zitiert. Die Autoren sind sich sicher: "Die Verwirklichung der darin enthaltenen Vorstellungen von Gerechtigkeit macht Lesben und Schwulen das Leben schwer." Doch es gibt auch andere Erfahrungen: "Wir Katholiken in der HuK erfahren bei vielen anderen Kirchenmitgliedern große Offenheit und Akzeptanz!"

Positive Erfahrungen des Alltags führen zum bewussten Entscheid für die Kirche: "Eine Kirche, die heilig sein will, muss den Menschen Heil bringen. Eine Kirche, die katholisch sein will, muss wirklich allumfassend sein. Kirche verändern statt aufgeben!"

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Der 96. Deutsche Katholikentag findet vom 24. bis 28. Mai in Saarbrücken statt. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche ist mit verschiedenen Podien und Workshopangeboten daran beteiligt. Im Zentrum der HuK in Saarbrücken-Güdingen gibt es dazu eine Cafeteria, Gebetszeiten, Gottesdienste und Beratung. Das gesamte Programm, auch anderer Gruppen und Veranstalter, und der Lageplan des Zentrums sind auf der Katholikentags-Webseite der HuK verfügbar.

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Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Thomas Wunsch (HuK-Vorstand)
Tel. 0162 / 96 38 657
Email thomas.wunsch@huk.org

HuK-Hotline während des Katholikentages, 24.-28. Mai 06:
0175 / 44 23 513

Text des Faltblatts
- als pdf-Datei: http://huk.org/aktuell/benedikt_flyer.pdf
- als Webseite: http://huk.org/aktuell/benedikt-faltblatt.htm