zuletzt aktualisiert: 27.03.2008
Initiative Kirche von unten

Zwangsarbeiter in der Kirche - Pressemitteilung vom 17.10.2001

 

 

"Konsens des Schweigens- die zweite Schuld der Kirche nach 1945"
IKvu-Herbsttagung zur Vergangenheitspolitik der römisch-katholischen Kirche

BONN, 17.10.2001. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) führt von 19. - 21. Oktober 2001 in Mannheim eine Fachtagung zur Vergangenheitspolitik der römisch-katholisch Kirche durch, Titel: "Konsens des Schweigens - die zweite Schuld der römisch-katholischen Kirche nach 1945".

Inhalt:
Seitdem über Zwangsarbeit in katholischen Einrichtungen, die Seligsprechung Pius' XII. oder das NPD-Verbot öffentlich gestritten wird und Neo-Nazis am Antikriegstag (1. September) zum "Deutschen Kriegstag" in Leipzig aufmarschieren, steht für die IKvu der Umgang der Kirche mit ihrem Verhalten im Nationalsozialismus nach 1945 dringend zur Diskussion an:

Das Versagen der römisch-katholischen Kirche vor 1945, das Verdrehen dieses Versagens in sein Gegenteil nach 1945 hatte für die Entwicklung des deutschen Katholizismus verdeckte und nachhaltig wirkende Konsequenzen bis in unsere Zeit - in Pastoral, Theologie und Kirchenstruktur. Nach 1945 funktionierte in Kirche und Gesellschaft ein Konsens des Schweigens über die Zeit des Nationalsozialismus, mit fatalen Wechselwirkungen - bis heute wird über bestimmte Themen geschwiegen.

Die ReferentInnen und ihre Themen:

  • Alexander Groß:
    "Der schwierige Umgang mit der Vergangenheit"
    Der Referent ist der Sohn des kath. Widerstandskämpfers Nikolaus Groß, der am 7. Oktober 2001 gegen den teilweisen Einspruch der Familie seliggesprochen wurde.

  • Prof. Dr. Herbert Immenkötter:
    "Kath. Kirche und Zwangsarbeit in der Diözese Augsburg"
    Der Referent ist Dozent im Fachbereich Kath. Theologie an der Universität Augsburg und Berater der bayrischen Diözesen in der Frage der Entschädigung ehemaliger ZwangsarbeiterInnen.

  • Prof. Dr. Heinrich Missalla:
    "Kath. Kirche und NS in der Sicht der kath. Zeitgeschichtsschreibung"
    Der Referent war Dozent an der Universität Essen, ist Mitglied des Bensberger Kreises sowie langjähriges Mitglied des Präsidiums von Pax Christi und seit 1982 Mitherausgeber von Publik Forum. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Kirche und Wehrmacht, Krieg und Friedensethik.

  • Dr. Hildegard Vieregg:
    "Katholische Kirche und Shoah"
    Die Referentin ist stellvertretende Leiterin des Museums-Pädagogischen Zentrums München, Mitglied der International Task Force on Education about the Holocaust und Präsidentin des International Committee for Museology im Internationalen Museumsrat (ICOM/UNESCO/Paris).