zuletzt aktualisiert: 12.02.2008
home

Pressemitteilung 01 vom 12.02.2008 



+ + + Pressemitteilung des Ökumenischen Netzwerkes Initiative Kirche von unten 01-2008  + + +

IKvu zur Wahl von Dr. Robert Zollitsch zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. - Ein kompetenter Architekt der Kirchenreform - allerdings von oben.  

 

Die Wahl des Freiburger Erzbischofs Dr. Robert Zollitsch zum Vorsitzenden der DBK signalisiert vor allem dreierlei:

 

Dr. Zollitsch gilt als einer der Vordenker des strukturellen Umbaus in der römisch-katholischen Kirche in der Bundesrepublik. Gemeindefusionen, Stelleneinsparungen und Konzentration auf das Kerngeschäft macht er im Erzbistum Freiburg vor – allerdings finanziell komfortabler abgefedert als in ärmeren Bistümern. An zentraler Position im Verband der Deutschen Diözesen (VDD) verfügt er zudem über die nötigen Informationen und Überblick in der gesamtdeutschen Kirche. Insofern ist seine Wahl eine Entscheidung für einen kompetenten Bischof in schwieriger Zeit.

 

Zugleich gilt Dr. Zollitsch als Mann des Ausgleichs und der Integration. Mit seiner Wahl verbindet sich die Erwartung, dass er die moderierende Linie Kardinal Lehmanns weiterführt – angesichts der drängenden Probleme und der polarisierenden Antworten innerhalb der DBK eine schwierige Aufgabe.

 

Zuletzt ist die Wahl Zollitschs auch eine klare Absage an den agilen Protagonisten des streng konservativen Lagers, Erzbischof Dr. Reinhard Marx von München und Freising. Ob dessen Nichtwahl jedoch ein strategisch kluger Schritt war, bleibt abzuwarten. Als Vorsitzender der bayrischen Bischofskonferenz und Gastgeber des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010 in München könnte er leicht zu einem schwierigen Gegenspieler des neuen Vorsitzenden werden und so die Polarisierung innerhalb der Bischofskonferenz vorantreiben.  

 

„Wir werden sehen, ob Dr. Zollitsch auch die nicht-strukturellen Probleme energisch anpackt“, so Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer der IKvu. „Der Opferschutz für Opfer von sexueller Gewalt, die Diskriminierung von Schwulen und Lesben – in der deutschen Kirche drängen diese Themen auf eine Lösung. Sie verschaffen der Kirche nicht nur ein schlechtes Image – sie kennzeichnen auch inhumane kirchliche Positionen im Konflikt mit dem Grundgesetz.“

 

Damit kommt auf den neuen Vorsitzenden auch eine heikle Moderationsaufgabe in der Beziehung zu Rom zu, die vor allem Standfestigkeit erfordert. Mit den Verfechtern des konservativen deutschen Katholizismus ist Streit somit vorprogrammiert.

 

 

***

 

Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

 

***

 

Kontakt:

 

Bernd Hans Göhrig

Bundesgeschäftsführer  

Email: goehrig[at]ikvu.de

Tel: 069 – 42 09 57 80

Mobil: 0179 – 52 44 075

http://www.ikvu.de 

 

Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten (IKvu)

Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn