zuletzt aktualisiert: 06.04.2007
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PRESSEMITTEILUNG 04 vom 01.04.2007


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SPERRFRIST 1. APRIL 2007

IKvu kauft Landeskirche Zengen-Wippe. EKD verfolgt radikales Sanierungskonzept. Verkauf von Landeskirchen kein Tabu mehr.

Frankfurt/Main, den 1. April 2007.

Das Leitungsteam des Ökumenischen Netzwerks "Initiative Kirche von unten" (IKvu) hat heute auf einer geheimen Klausurtagung in Wippenau den Kauf der Landeskirche Zengen-Wippe beschlossen. Damit findet ein monatelanger, äußerst konstruktiver Verhandlungsmarathon einen für beide Seiten befriedigenden Abschluss.

Für die Evangelischen Kirchen in Deutschland wird es nun ernst: Die im Sommer 2006 von der EKD angekündigte Reduzierung der evangelischen Landeskirchen von derzeit 23 auf maximal 12 im Jahr 2030 erhält mit diesem Schritt erstmals klare Konturen.
In einem sogenannten Impulspapier mit dem Titel "Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert" hatte der Rat der EKD im Sommer 2006 einschneidende strukturelle Maßnahmen sowie einen Mentalitätswandel auf allen Ebenen angekündigt, um bis 2030 ein starkes Label "Evangelisch in Deutschland" zu profilieren.

Wie nun aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen in Hannover verlautet, gehen die Pläne weit über das bisher öffentlich diskutierte hinaus. "Die Verschuldung der Zwerglandeskirchen zwingt dort zu drastischen Mitteln", wird ein Oberkirchenrat im Kirchenamt der EKD zitiert. Mit der Beratungsfirma McKinsey seien seit Sommer vergangenen Jahres verschiedene kirchenverträgliche Sanierungsmodelle diskutiert worden, so der Vertreter der EKD. Nachdem der Verkauf an US-amerikanische Investoren mit anschließendem Leasing-back als ethisch bedenklich ausgeschieden war, werden nun einige Angebote kirchlicher und religiös-naher Organisationen und Stiftungen wie des Zentralrats der Exmuslime oder der Evangelischen StudentInnengemeinden  (ESG) geprüft.

Das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" konnte bereits zum 31. Oktober 2006 ein überzeugendes Angebot für die Landeskirche Zengen-Wippe vorlegen. Die zwischen Vogelsberg und Oderbruch gelegene Mini-Landeskirche hat derzeit noch 5.000 Mitglieder gemischt-lutherischen Bekenntnisses und pflegt eine sehr gute ökumenische Partnerschaft mit ihrem römisch-katholischen Partnerbistum, das zu den ältesten der Bundesrepublik zählt.

"Dieses Projekt bietet ideale Bedingungen für unsere ökumenische Arbeit", so Bundesgeschäftsführer Bernd Hans Göhrig. "Über die Synode der Landeskirche werden wir in der EKD Sitz und Stimme erhalten. Außerdem liegt ein Zipfel der Landeskirche noch auf Münchner Gebiet, wir werden also auch zu den einladenden Landeskirchen des 2. Ökumenischen Kirchentages in München 2010 gehören."

Gerüchten zufolge hat der Sekretär der Katholischen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer SJ, bereits Gesprächsbedarf angemeldet. Dies sei ein interessantes Modell auch für einige der hochverschuldeten katholischen Diözesen, so Langendörfer. Das Netzwerk der IKvu könne aufgrund seiner bundesweiten Struktur ein wichtiger Partner in dieser Richtung werden.

Bernd Hans Göhrig,
Bundesgeschäftsführer

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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 37 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

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Kontakt:

Bernd Hans Göhrig
mobil: 0179 - 52 44 075

email: presse@ikvu.de
http://www.ikvu.de

Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn