zuletzt aktualisiert: 26.04.2009
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IKvu: Versammlung in Eschborn


Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten - IKvu

Pressemitteilung

IKvu-Versammlung in Eschborn: Rücktritt des Sprechers und Neuwahlen, Volksentscheid in Berlin, 2. Ökumenischer Kirchentag und El Salvador.

Frankfurt/Main, den 26. April 2009

Die Jahreskonferenz des Ökumenischen Netzwerks "Initiative Kirche von unten“ (IKvu) tagte von Freitag bis Sonntag in der katholischen Christ-König-Gemeinde in Eschborn

Themen waren der Rücktritt des Sprechers Dr. Plisch und die Wahl seines Nachfolgers Bernhard Blumberg, außerdem der Volksentscheid des Vereins "Pro Reli" in Berlin, die Planungen für den 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München sowie die aktuelle politische Entwicklung in El Salvador.
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Der Rücktritt von Dr. Uwe-Karsten Plisch als Sprecher der IKvu, der aus politischer Rücksicht erfolgte, wurde von den Delegierten mit Verständnis entgegen genommen. Dr. Plisch verbleibt auch weiterhin im Leitungsteam der IKvu.

Als sein Nachfolger wurde Bernhard Blumberg (72) von der "Solidaritätsgruppe Paderborn" gewählt. Der Pfarrer i.R. war in seiner Gemeinde St. Marien in Dortmund-Sölde insbesondere in der Arbeitslosen- und Obdachlosenarbeit engagiert. Viele Jahre war er auch Geistlicher Leiter in der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Bistum Paderborn. Zuletzt war Bernhard Blumberg 10 Jahre lang Regionaldekan in der Region Östliches Ruhrgebiet.

Neu in das Leitungsteam wurden außerdem gewählt:

Wolf Gunter Brügmann-Friedeborn (62) aus dem Kirchenvorstand der Evangelischen Wicherngemeinde in Frankfurt/Main. Der Journalist war bis zu seiner Verrentung fast 40 Jahre Redaktionsmitglied der "Frankfurter Rundschau". Er ist Prädikant und Mitglied in diversen Synodalgremien der evangelischen Kirche.

Bernadette Raschke (58) ist IKvu-Einzelmitglied aus München. Ihre Schwerpunkte sind Migrationsarbeit, Demokratie vor Ort und die Förderung von Demokratisierungsprozessen in der Kirche. Sie war jahrelang für die Grünen im Stadtbezirk Perlach engagiert.

Bernd Zielmann (55) vom "Bund der Religiösen SozialistInnen Deutschlands" (BRSD) ist seit vielen Jahren sowohl in der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Hattingen als auch in Pax Christi und im VVN-BdA aktiv. Er ist Sozialwissenschaftler und arbeitet als freier Journalist für
verschiedene Medien.

Der Volksentscheid vom Sonntag wurde auch innerhalb der IKvu kontrovers diskutiert. Als Unterstützerin von "Christen pro Ethik" setzt sich die IKvu für ein gemeinsames Schulfach Ethik und ein Fach Religion an den Berliner Schulen ein. Grundsätzlich verurteilten die Delegierten ganz entschieden den unsachlichen Wahlkampf, der das hochsensible Thema des Zusammenlebens der Religionen und Kulturen zu einer Frage kirchlicher Lobbypolitik degradierte. Zudem seien kirchliche Angestellte massiv unter Druck gesetzt worden, und letztlich sei das Ansehen der Kirchen in Berlin nun massiv beschädigt.

Die Schwerpunkte der IKvu für den 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 wurden ausführlich diskutiert. Anders als beim 1. ÖKT 2003 in Berlin ist die IKvu diesmal nicht von Anfang an für das Programm angefragt. Auch das seit 2003 auf Kirchentagen etablierte Afrikazentrum ist 2010 für das offizielle Programm nicht mehr eingeplant. Damit wird der afrikanische Kontinent wieder auf die Randposition des Kirchentages verwiesen, die er im Globalisierungskontext innehat.

Mehrere IKvu-Arbeitsgruppen erarbeiten seit einem Jahr Veranstaltungen zu den Themenbereichen Ökumene, Toleranz und Rassismus, Kirchensteuer, europäischer Islam, u.a., die nun weiter profiliert werden.

In einem Studienteil berieten die Delegierten die Entwicklungschancen von El Salvador nach der Berufung von José Luis Escobar Alas auf den Bischofsstuhl Oscar Romeros und nach der Wahl von Mauricio Funes (FMLN) zum Präsidenten El Salvadors. Mehrere IKvu-Gruppen unterstützen seit Jahren entwickungspolitische Projekte in El Salvador. Der Wirtschaftswissenschaftler Albrecht Schwarzkopf von der "Christlichen Initiative Romero" (CIR) dämpfte die Erwartungen auf einen raschen gesellschaftlichen Wandel angesichts der Probleme, mit denen El Salvador seit Jahrzehnten zu kämpfen hat.

Ein gemeinsamer Gottesdienst mit der Gemeinde beendete heute morgen die jährlich einmal stattfindende Versammlung. Die Gemeinde Christ-König gehörte vor 29 Jahren zu den Gründungsgruppen der IKvu. Die nächste Versammlung wird von 16. bis 18. April 2010 in Dortmund stattfinden.

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer


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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

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Kontakt:

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer

Email: goehrig[@]ikvu.de
Mobil: 0179 - 52 44 075

http://www.ikvu.de

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