zuletzt aktualisiert: 08.10.2007
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Pressemitteilung 05 vom 16.04.07 



+ + +  i k v u - p r e s s e m i t t e i l u n g  5 / 2007  + + +

IKvu-Delegiertenversammlung in Halle 
Schwerpunkte EKD-Reform und kirchliche Opposition in der DDR. Aufnahme neuer Mitgliedsgruppe.

Oscar-Romero-Haus/Bonn, den 16. April 2007.

Das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" traf sich am Wochenende zu der einmal im Jahr stattfindenden Versammlung in den Räumen der ESG Halle.

Neben dem Austausch der Delegierten über die Aktivitäten der Gruppen - G8-Treffen in Heiligendamm bis zu Projekten in El Salvador - hatte die Konferenz folgende Schwerpunkte:

In einem Studienteil beschäftigte sich die DV mit einer Erwiderung auf das EKD-IMPULSPAPIER "Kirche der Freiheit" von Holger App: Unter dem Titel "Aktive Gemeinde in gemeinsamer Verantwortung" legt der Organisationsberater und frühere IKvu-Sprecher jetzt eine scharfe Kritik am neoliberalen Konzept der strukturellen Umgestaltung der evangelischen Kirche unter dem Deckmantel des Freiheitsbegriffes vor. (Siehe unter www.ikvu.de.)

In zwei weiteren Veranstaltungen wird sich die IKvu mit der EKD-Strukturreform beschäftigen:

- Zunächst von 20. - 22. April mit der Tagung "Das Erbe der Bekennenden Kirche und die ,Kirche der Freiheit´. 60 Jahre Darmstädter Wort und das EKD-Impulspapier Kirche 2030" in der evangelischen Akademie Arnoldshain.

- Von 2. - 4. November werden die Ergebnisse der Auseinandersetzung mit dem EKD-Papier in einer bundesweiten Tagung "Kirche der Befreiung werden" in Bielefeld zusammengefasst werden.

Die Versammlung beschäftigte sich zudem mit "Kirchlicher Opposition in der DDR" am Beispiel des Hallenser ESG-Pfarrers JOHANNES HAMEL im Jahr 1953 sowie des katholischen AKTIONSKREIS HALLE, der zu den IKvu-Mitgliedsgruppen gehört. Während die ESG Halle in der Zeit der Verhaftung von Pfarrer Hamel eindeutige Rückendeckung durch ihre Kirche erfuhr, ist die Geschichte des AK Halle ein trauriges Beispiel für die Kollaboration der katholischen Kirchenleitung und der Stasi, um missliebige Kritiker für Kirche UND Staat auszuschalten. Eine unrühmliche Rolle spielte hier der damalige Bischof von Berlin Joachim Meisner, heute Erzbischof von Köln.

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Mit der DESSAUERHAUS-GEMEINDE aus Frankfurt/Main begrüßte die IKvu ein neues Mitglied im Netzwerk, das nun aus 38 Gemeinden und Gruppen besteht: Die Dessauerhaus-Gemeinde gehört zu den ältesten Basisgemeinden in der Bundesrepublik. Sie wurde 1972 von ehemaligen Mitgliedern der Frankfurter Katholischen Studentengemeinde (KSG) gegründet und hat bis heute ein reges Gemeindeleben. Neben den gemeindlichen Aktivitäten unterstützt die Basisgemeinde u.a. die Warme Küche in Offenbach und ein Kinderhaus in Betlehem.

Weitere Themen der Konferenz waren u.a. der Evangelische Kirchentag im Juni in Köln, bei dem die IKvu wieder in der Werkstatt Afrika vertreten sein wird sowie der Katholikentag in Osnabrück 2008.

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer


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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

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Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn

Kontakt:

Dr. Uwe-Karsten Plisch, Sprecher
Tel: 0176-50 26 90 99

Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer
Tel: 0179-52 44 075

email: presse[at]ikvu.de
http://www.ikvu.de