zuletzt aktualisiert: 20.05.2008
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Pressemitteilung 05 vom 18.05.2008 

 

+ + + Pressemitteilung des Ökumenischen Netzwerkes Initiative Kirche von unten + + +

Katholizismus in der Krise: Podium mit Heiner Geißler u. a. auf dem Katholikentag

Frankfurt/Main, den 18. Mai 2008.

Die römisch-katholische Kirche ist seit dem letzten Katholikentag deutlich stärker in die Krise geraten: Vor allem die flächendeckende Fusionierung von Gemeinden schürt überall Wut und Resignation.

"Die neue Struktur stützt sich auf das zentrale Element des Priesters - doch dieser aussterbende Berufsstand wird die Kirche nicht retten: Die wenigen verbliebenen Priester sind überlastet und daher oft krank, außerdem schlecht auf die veränderte Situation vorbereitet.", so Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Heute ist der multiple Managerpriester gefragt - das hat mit dem Berufsbild des Seelsorgers und Theologen gar nichts mehr zu tun, und es schadet der Kirche in der Öffentlichkeit."

Lösungen aus der Krise sind seit Jahren ausgearbeitet. "Wir könnten langsam mit der Weihe von Diakoninnen beginnen und ausgebildete Theologinnen und Theologen mit der Gemeindeleitung beauftragen, wie es z.B. in Lateinamerika üblich ist.", so Cristy Orzechowski. Die Theologin war 27 Jahre als Gemeindeleiterin in Santiago de Pupuja (Peru) tätig.

Das Memorandum "Kirche und Amt" der holländischen Dominikaner skizzierte zuletzt 2007 eindrücklich die Risiken der derzeitigen Entwicklung und bietet einen überzeugenden Ausweg aus der gegenwärtigen Situation. "Grundlegende Veränderungen bei der Zulassung zum Priesteramt und beim Pflichtzölibat könnten ungeahnte Chancen freisetzen.", so der Theologe Hermann Häring.

"Anstatt zukunftsfähige Konzepte aufzugreifen, investiert die Kirchenleitung in Imagekampagnen und bastelt an Symptomen herum. Dadurch verliert die Kirche jedes Jahr zahllose motivierte Katholikinnen und Katholiken.", so Göhrig. "Es ist die Furcht der Bischöfe, der Krise ins Auge zu sehen - und daraus einschneidende Konsequenzen zu ziehen. Das würde zunächst Machtverlust bedeuten - doch letztlich hätten diese Veränderungen eine befreiende Wirkung, auch für die Kirchenleitung."

Gefordert ist jetzt ein bundesweites Zukunftsgespräch der katholischen Kirche mit dem Auftrag, deutschlandspezifische Lösungen zu erarbeiten - die nicht in Widerspruch zur Weltkirche stehen müssten.

Diese Fragen sind Thema des Podiums

"Segel setzen - Flagge zeigen! Unsere Anstöße für die Erneuerung der Kirche" mit Dr. Heiner Geißler, Prof. Dr. Hermann Häring, Dr. Cristy Orzechowski und dem Publik-Forum-Herausgeber Harald Pawlowski.

Donnerstag, den 22. Mai ab 19 Uhr in der Lutherkirche in Osnabrück (Iburger Straße 73)

Veranstalter: Leserinitiative Publik e. V., Publik-Forum und Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten (IKvu)

Das Programm der IKvu im gemeinsamen Zentrum von Leserinitiative Publik e.V., Ökumenischer Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e.V. und IKvu in der Lutherkirche unter www.ikvu.de .

Bernd Hans Göhrig,
Bundesgeschäftsführer

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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

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Kontakt:

Bernd Hans Göhrig  
mobil: 0179 - 52 44 075  
email: presse@ikvu.de
http://www.ikvu.de

Initiative Kirche von unten (IKvu)  
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn