+ + + Pressemitteilung des Ökumenischen Netzwerkes Initiative
Kirche von unten + + +
Katholizismus in der Krise: Podium mit Heiner Geißler u. a. auf dem
Katholikentag
Frankfurt/Main, den 18. Mai 2008.
Die römisch-katholische Kirche ist seit dem letzten Katholikentag
deutlich
stärker in die Krise geraten: Vor allem die flächendeckende
Fusionierung von
Gemeinden schürt überall Wut und Resignation.
"Die neue Struktur stützt sich auf das zentrale Element des
Priesters - doch
dieser aussterbende Berufsstand wird die Kirche nicht retten: Die wenigen
verbliebenen Priester sind überlastet und daher oft krank, außerdem
schlecht
auf die veränderte Situation vorbereitet.", so Bernd Hans Göhrig,
Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Heute ist der multiple
Managerpriester
gefragt - das hat mit dem Berufsbild des Seelsorgers und Theologen gar
nichts mehr zu tun, und es schadet der Kirche in der Öffentlichkeit."
Lösungen aus der Krise sind seit Jahren ausgearbeitet. "Wir könnten
langsam
mit der Weihe von Diakoninnen beginnen und ausgebildete Theologinnen und
Theologen mit der Gemeindeleitung beauftragen, wie es z.B. in
Lateinamerika
üblich ist.", so Cristy Orzechowski. Die Theologin war 27 Jahre als
Gemeindeleiterin in Santiago de Pupuja (Peru) tätig.
Das Memorandum "Kirche und Amt" der holländischen Dominikaner
skizzierte
zuletzt 2007 eindrücklich die Risiken der derzeitigen Entwicklung und
bietet
einen überzeugenden Ausweg aus der gegenwärtigen Situation.
"Grundlegende
Veränderungen bei der Zulassung zum Priesteramt und beim Pflichtzölibat
könnten ungeahnte Chancen freisetzen.", so der Theologe Hermann Häring.
"Anstatt zukunftsfähige Konzepte aufzugreifen, investiert die
Kirchenleitung
in Imagekampagnen und bastelt an Symptomen herum. Dadurch verliert die
Kirche jedes Jahr zahllose motivierte Katholikinnen und
Katholiken.", so
Göhrig. "Es ist die Furcht der Bischöfe, der Krise ins Auge zu sehen - und
daraus einschneidende Konsequenzen zu ziehen. Das würde zunächst
Machtverlust bedeuten - doch letztlich hätten diese Veränderungen eine
befreiende Wirkung, auch für die Kirchenleitung."
Gefordert ist jetzt ein bundesweites Zukunftsgespräch der katholischen
Kirche mit dem Auftrag, deutschlandspezifische Lösungen zu erarbeiten -
die
nicht in Widerspruch zur Weltkirche stehen müssten.
Diese Fragen sind Thema des Podiums
"Segel setzen - Flagge zeigen! Unsere Anstöße für die Erneuerung
der Kirche"
mit Dr. Heiner Geißler, Prof. Dr. Hermann Häring, Dr. Cristy
Orzechowski und
dem Publik-Forum-Herausgeber Harald Pawlowski.
Donnerstag, den 22. Mai ab 19 Uhr in der Lutherkirche in Osnabrück
(Iburger
Straße 73)
Veranstalter:
Leserinitiative Publik e. V., Publik-Forum und Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten (IKvu)
Das Programm der IKvu im gemeinsamen Zentrum von Leserinitiative Publik
e.V., Ökumenischer Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e.V. und IKvu
in
der Lutherkirche unter www.ikvu.de .
Bernd Hans Göhrig,
Bundesgeschäftsführer
***
Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38
Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der
Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der
Befreiungstheologie.
***
Kontakt:
Bernd Hans Göhrig
mobil: 0179 - 52 44 075
email: presse@ikvu.de
http://www.ikvu.de
Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn