zuletzt aktualisiert: 30.10.2007
home

Pressemitteilung 08 vom 30.10.07 



+ + + Pressemitteilung des Ökumenischen Netzwerkes Initiative Kirche von unten 8 / 2007  + + +

490 Jahre Anschlag der 95 Thesen Martin Luthers ist heute eine Provokation für beide Kirchen.
IKvu erinnert an den Beginn der Reformation in Wittenberg.


Bonn/Berlin. 30.10.07 - Auch wenn die Tatsache an sich insbesondere von katholischen Historikern gern in Frage gestellt wird - Martin Luthers Anschlag seiner 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirchentür markierte eine Zäsur für Kirche UND Gesellschaft, die bis weit in unsere Zeit nachwirkt. 

Ihre Wirkmächtigkeit resultierte nicht daraus, dass ein Wittenberger Professor akademische Thesen an das schwarze Brett der Universität heftete. Ihre Wirkmächtigkeit resultierte auch nicht daraus, dass Luther sie mit untertänigstem Begleitschreiben dem Brandenburger Kurfürsten Albrecht übersandte.

"Vielmehr resultierte ihre Wirkmächtigkeit aus der Tatsache, dass die Thesen von zahlreichen Unbekannten raubkopiert und unautorisiert in ganz Deutschland verbreitet wurden.", so der IKvu-Sprecher Dr. Uwe-Karsten Plisch. "Die Idee wurde zur materiellen Gewalt, weil sie die Massen ergriff. Luthers Anschlag bedeutete den Anfang vom Ende des gottesstaatlichen Prinzips im Abendland."

An Martin Luther wird auch heute noch par excellence erkennbar: Ein Christ, der den Konflikt mit staatlicher und kirchlicher Gewalt nicht scheute, vermochte die Welt zu verändern. Und so gilt auch heute noch: Ein Christ oder eine Christin, die den Konflikt mit staatlicher und kirchlicher Gewalt nicht scheuen, vermögen die Welt zu verändern.

Das Beispiel Martin Luthers, sein Kampf gegen das Kirchenunwesen seiner Zeit, macht außerdem deutlich: Eine Kirche, die sich in Nabelschau übt oder sich durch ein selbstbezogenes Zementieren vermeintlich ewiger Wahrheiten gegen die Welt behaupten will, wird in und mit dieser Welt untergehen.

"Martin Luthers damalige fundamentale Kritik an der römischen Kirche provoziert heute die beiden großen Konfessionen in der Bundesrepublik: Sich an dem großen Reformator mutig ein Beispiel zu nehmen und die Welt zu verändern, denn ein Christ, der den Konflikt mit staatlicher und kirchlicher Gewalt nicht scheut, vermag Welt und Kirche zu verändern - das lehrt sein Beispiel für unsere Zeit!", so Dr. Plisch.

***
Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.
***

Kontakt:

Dr. Uwe-Karsten Plisch
IKvu-Sprecher
Email: forum1[at]bundes-esg.de
Tel: 030 - 44 67 38 11
Mobil: 0176 - 50 26 90 99
http://www.ikvu.de
Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn