zuletzt aktualisiert: 14.10.2009
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IKvu: Unterstützung für neue Feiertage


Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten - IKvu

Pressemitteilung

IKvu unterstützt Forderung nach einem jüdischen und muslimischen Feiertag.
Geniale Idee zur Förderung von Toleranz. Besitzstandsdenken der Kirchen herausgefordert.

Frankfurt/Main, den 13. Oktober 2009

Der Vorschlag von Kenan Kolat und Stephan Kramer, den offiziellen Kalender um einen muslimischen und einen jüdischen Feiertag zu ergänzen, ist schlicht genial: Es gibt in Deutschland noch immer einen großen Nachholbedarf in der öffentlichen Anerkennung unserer Gesellschaft als multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft.

"Feiertage besitzen eine hohe symbolpolitische Kraft in einer Gesellschaft", so Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Die Einführung des Martin-Luther-King-Day zum Beispiel war 1983 in den USA ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung. Feiertage können Anerkennung signalisieren oder in die Mehrheitsgesellschaft hinein für andere Kulturen und Religionen sensibilisieren."

In den Reaktionen aus Politik und Kirche steht jedoch Besitzstandswahrung im Vordergrund: Als unseriösen "Klamauk" qualifiziert Integrationsminister Armin Laschet (CDU) die Idee, und der scheidende Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, sieht gar den "Vorrang für christliche Feiertage" gefährdet.

Nach Ansicht der IKvu muss die von Bischof Huber ins Feld geführte "jahrtausendelange christliche Prägung Deutschlands" einer sinnvollen Weiterentwicklung unserer Feiertagskultur durchaus nicht im Weg stehen. Auch sein Vorschlag einer Befreiung muslimischer Kinder vom Unterricht als Ersatz für einen regulären Feiertag ist pädagogisch schlicht nicht zu Ende gedacht. Im Gegenteil - nur wenn alle Kinder schulfrei bekommen, vermittelt dies die Bedeutung eines solchen Tages.

Angesichts der Wirkung in die religiösen Milieus hinein ist ein hemdsärmeliges Beiseitewischen aus Sicht der IKvu vollkommen unangemessen und kann nur eine negative Resonanz zeitigen: Das Gefühl, noch immer nicht willkommen zu sein.

"Die Einführung eines jüdischen und eines muslimischen Feiertages in den offiziellen Kalender der Bundesrepublik, zumindest aber in den Schulkalender, wäre ein geniales Zeichen für kulturelle Offenheit und religiöse Toleranz - ein gutes Rezept für die Förderung von Toleranz.", soBernd Hans Göhrig.

Kontakt:

Bernd Hans Göhrig
0179 - 52 44 075
goehrig[@]ikvu.de
http://www.ikvu.de

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Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der Befreiungstheologie.

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