zuletzt aktualisiert: 28.10.2009
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IKvu: Wahl von Bischöfin Käßmann: Votum für einen Stilwechsel in der EKD


Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten - IKvu

Pressemitteilung

IKvu zur Wahl von Bischöfin Käßmann und Präses Schneider:
Starkes Tandem an EKD-Spitze. Klares Votum für Stilwechsel.
Signal für gesellschaftliche Orientierung und gegen "Abgrenzungsökumene".

Frankfurt/Main, den 28. Oktober 2009

Die Wahl von Bischöfin Dr. Margot Käßmann zur Ratsvorsitzenden der EKD ist ein erfreuliches Votum für einen Stilwechsel im deutschen Protestantismus. Nach Jahren der Konzentration auf innere Befindlichkeiten und mediale Präsenz kündigt sich mit ihrer Wahl eine Rückkehr zu gesellschaftlich brennenden Fragen an.

"Margot Käßmann ist der IKvu seit vielen Jahren verbunden, wir freuen uns sehr über ihre Wahl und wünschen ihr Gottes Segen für ihr neues Amt", so Bernhard Blumberg, IKvu-Sprecher. "Gerade bei den Themen Kirchenasyl, Ökumene oder auch sozial- und innenpolitischen Fragen hatten wir in ihr stets eine verlässliche Bündnispartnerin - sie wird diese Themen gezielt auf die Agenda setzen."

Die Wahl einer Frau zur Vorsitzenden des Rates der EKD ist auch ein Signal für die Ökumene mit der römisch-katholischen Kirche. "Wir wünschen uns hier eine selbstbewusste Linie, die zugleich immer Gesprächsbereitschaft signalisiert und sich nicht auf das oft peinliche römische Niveau einlässt.
Frau Käßmann garantiert auch hier einen Stilwechsel: Klar, offen und zielbewusst - für ökumenischen Fortschritt und gegen eine Abgrenzungsökumene", so Bernhard Blumberg. Mit ihrer Erfahrung im Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen empfiehlt sie sich auch als Ökumenikerin auf internationalem Parkett.

Auch die Wahl von Präses Nikolaus Schneider zum Stellvertretenden Vorsitzenden wird von der IKvu ausdrücklich begrüßt. Durch die große Übereinstimmung etwa für eine humanere Flüchtlingspolitik, gegen soziale Kälte in der Bundesrepublik oder die Bewahrung der Schöpfung verfügt die EKD nun über ein starkes Tandem an ihrer Spitze.

"Gerade angesichts der Vorhaben der neuen Bundesregierung bei gleichzeitiger Schwäche der katholischen Kirche in diesen Fragen erwarten wir hier wichtige Impulse für eine neue Politik aus christlicher Verantwortung.", so IKvu-Sprecher Blumberg.

Die Wahl ist zugleich auch eine Richtungsentscheidung gegen eine Aufwertung evangelikaler Strömungen innerhalb des deutschen Protestantismus.

Kontakt:
Bernd Hans Göhrig
0179 - 52 44 075
goehrig@ikvu.de

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Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der
Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der
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