Mit seiner unmissverständlichen Haltung gegen Krieg und speziell gegen den Irakkrieg hat Johannes Paul II. auch vielen Christinnen und Christen aus dem Herzen gesprochen. Auch nach dem Ausbruch des Krieges wurde er nicht müde, jeglichen Krieg als ein Übel für die Menschheit zu verdammen und gewann so an Achtung in unserer sonst so kritischen Gesellschaft.
Umso enttäuschter waren wir wie viele Christinnen und Christen über seine neueste Enzyklika zur Eucharistie und über den Zeitpunkt ihres Erscheinens – kurz vor dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin. Zwar wiederholte der Papst nur altbekannte Positionen der Katholischen Kirche, aber dass er die Entwicklung der Ökumene seit dem Ende des 2. Weltkrieges ignorierte, das enttäuschte doch sehr: wer die theologische Diskussion der letzten Jahrzehnte verfolgte, der weiß, dass es wichtige theologische Probleme zwischen den Konfessionen nicht mehr gibt – die Ämterfrage ist keine theologische Schwierigkeit sondern nur eine Machtfrage.
Der Bensberger Kreis ermuntert daher alle Christinnen und Christen, die eucharistische Gastfreundschaft, zu der uns Jesus Christus (und nicht die Kirchen) einlädt, weiterhin zu praktizieren. Die Enzyklika eines Papstes ist für Katholikinnen und Katholiken ein ernst zu nehmendes Dokument aber keine verbindliche Glaubenswahrheit. Hier ist unsere Gewissensentscheidung und unser Mut gefragt und wir wissen das biblische Jesuswort "Wo Zwei oder Drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" auf unserer Seite.
Für die Sprechergruppe des
Bensberger Kreises
Josef Funk