Zur Enzyklika ECCLESIA DE EUCHARISTIA von Papst Johannes Paul II. erklärte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, am Donnerstag, dem 17. April 2003:
Am Gründonnerstag hat Papst Johannes Paul II. seine 14. Enzyklika veröffentlicht, die er dem Sakrament der Eucharistie und seiner inneren Verwobenheit mit der Kirche gewidmet hat. In diesem Dokument, das unter dem Titel ECCLESIA DE EUCHARISTIA erschienen ist, unterstreicht der Papst, dass die Kirche von der Eucharistie lebt und auf sie verwiesen ist.
Die Zielsetzung der Enzyklika, die deutlich die persönliche Handschrift des Papstes trägt und weithin von seiner langjährigen Erfahrung mit dem Sakrament der Eucharistie lebt, ist vor allem spiritueller Natur: Sie will die Verehrung für die Gegenwart Jesu Christi unter den Zeichen von Brot und Wein in der katholischen Kirche stärken und die Gläubigen wieder neu zu diesem Höhepunkt des christlichen Lebens (vgl. LG 11) führen.
Erwartungsgemäß werden im Hinblick auf die ökumenische Situation die Vorschriften der kirchlichen Rechtsbücher und des Ökumenischen Direktoriums von 1993 wiederholt und der Interzelebration sowie der Interkommunion eine Absage erteilt. Es wird betont, dass ein vorzeitiges Überspringen solcher Schranken ein Hindernis für das Erreichen der vollen Kirchengemeinschaft darstellen würde und der Weg zur vollen Einheit nicht anders beschritten werden kann als in der Wahrheit (Nr. 44).
Dankbar sind wir, dass sich der Papst zugleich klar zum eingeschlagenen Weg der Ökumene bekennt: "In dieser Hinsicht müssen wir der Allerheiligsten Dreifaltigkeit für bedeutsame Fortschritte und Annäherungen danken, die uns auf eine Zukunft in voller Glaubensgemeinschaft hoffen lassen" (Nr. 30) oder "… dass in diesen letzten Jahrzehnten viele Gläubige in allen Teilen der Welt vom brennenden Verlangen nach der Einheit unter allen Christen beseelt worden sind" (Nr. 43). Gerade die Feier der Eucharistie wird von Papst Johannes Paul II. als Flehen der Kirche zu Gott interpretiert, dass die getrennten Christen ein Leib und ein Geist werden in Christus. "Der eucharistische Schatz, den uns der Herr zur Verfügung gestellt hat, beflügelt uns auf das Ziel des vollen Teilens dieses Schatzes mit allen Brüdern und Schwestern hin, mit denen uns die gemeinsame Taufe verbindet" (Nr. 61). Viele hatten gehofft, dass der Papst als die höchste Instanz der katholischen Kirche über die von ihm eindringlich wiederholten großen Ziele der Ökumene hinaus auch konkrete Wege eröffnet oder markiert, auf denen die nächsten Schritte auf diese Ziele hin gegangen werden können.
Besonders hervorzuheben sind die positiven Aussagen zum Engagement der Laien bei sonntäglichen Wortgottesdiensten: "Hier üben sowohl Ordensleute als auch Laien, die ihre Brüder und Schwestern im Gebet anleiten, in lobenswerter Weise das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen aus, das auf der Taufgnade basiert" (Nr. 32). Uns steht darüber hinaus unübersehbar die Wirklichkeit der Kirche nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Teilen der Weltkirche vor Augen, in der die aktive Beteiligung der Laien auch im Gottesdienst nicht "bloß vorläufig", sondern in Gegenwart und Zukunft für die Kirche lebenswichtig ist.
Wir fühlen uns ermutigt durch die Worte Papst Johannes Paul II. über die katholische Spiritualität und über die Notwendigkeit weiterer ökumenischer Bemühungen. Wir fühlen uns bestärkt auf unserem Weg auf den Ökumenischen Kirchentag hin, den wir vom 28. Mai bis zum 01. Juni dieses Jahres zusammen mit unseren evangelischen Partnern und Christinnen und Christen vieler Konfessionen in Berlin feiern werden.
Quelle: http://www.zdk.de