Glaubensfrage
Donner-Wetter für evangelische Kirche

24.7.2003. Der Streit um die Suspendierung des Saarbrücker Priesters Gotthold Hasenhüttl hat zu Misstönen zwischen evangelischer und katholischer Kirche in Bayern geführt. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, wies am Donnerstag Kritik des evangelischen Landesbischofs Johannes Friedrich zurück. Dieser hatte die Suspendierung als "überzogen" bezeichnet. Hasenhüttl war wegen seiner Teilnahme an einem gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken beim ökumenischen Berliner Kirchentag suspendiert worden.

Wetter rüffelt Friedrich
"Die Suspendierung Hasenhüttls ist nicht aus der Sicht eines evangelischen Kirchen- und Amtsverständnisses, sondern nach katholischem Kirchen- und Amtsverständnis zu beurteilen", wies Wetter den evangelischen Landesbischof zurecht. Der für die Suspendierung zuständige Bischof von Trier habe "mit pastoraler Gewissenhaftigkeit und mit großer Geduld" den ausgleichenden Dialog mit Hasenhüttl gesucht. "Weil dieser keine Einsicht gezeigt hat", habe der Bischof handeln müssen.

Strafen stoßen auf Unverständnis
Der Trierer Bischof Reinhard Marx hatte Hasenhüttl vor einer Woche suspendiert. Zudem hatte Marx angekündigt, dem emeritierten Professor auch die kirchliche Lehrerlaubnis zu entziehen. Dieses harte Vorgehen ist bei vielen Theologen und Laien auf Unverständnis gestoßen.

Auch in Großhabersdorf bei Landshut war vor wenigen Wochen ein katholischer Pfarrer suspendiert worden. Bernhard Kroll hatte auf dem ökumenischen Kirchentag in Berlin zusammen mit rund 2.500 Christen einen gemeinsamen Gottesdienst gefeiert und das Abendmahl aus der Hand eines evangelischen Pfarrers entgegen genommen. Gegen die Suspendierung wollen Mitglieder der Großhabersdorfer Kirchengemeinde am Freitag demonstrieren.

Quelle: http://www.br-online.de


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