Katholischer Priester Hasenhüttl warnt vor "Schlag gegen die Ökumene"

dradio.de, 25.7.2003. Der katholische Priester und emeritierte Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl aus Saarbrücken hat nach seiner Suspendierung vor einem "herben Schlag gegen die Ökumene" gewarnt. Seine Suspendierung nach dem Abhalten eines gemeinsamen Abendmahls für Katholiken und Protestanten beim ökumenischen Kirchentag in Berlin habe keine theologischen Gründe, sagte Hasenhüttl am Freitag im DeutschlandRadio Berlin.

Die Bischöfe suchten nun nach anderen Vorwürfen, um ihn zu desavouieren und zu suspendieren, betonte der Priester. Wörtlich sagte Hasenhüttl: "Es geht hier eindeutig um eine Machtfrage. Viele deutsche Bischöfe wollten diese Ökumene nicht. Deshalb sind sie nun in ihrer Macht gestutzt und missbrauchen die Eucharistie, um abzugrenzen."

Theologisch sei diese Abgrenzung "überhaupt nicht zu begründen", sagte Hasenhüttl. Deshalb würden jetzt andere Vorwürfe herausgekehrt. "Jetzt wird mir vorgeworfen, ich wäre nicht katholisch, man sagt sogar, ich würde gar nicht an Gott glauben. Genau diese Dinge sind Ausweichmanöver, um mich zu desavouieren und auf diese Weise die Berechtigung zu haben, mich zu suspendieren, obwohl man noch nicht einmal Kinderschänder und andere suspendiert hat."

Der katholische Priester kritisierte die Bischöfe scharf. Diese seien auf einem Auge blind. "Das muss ich ganz offen sagen. Ich kann nicht verstehen – weder als Theologe, noch als Christ - wie einige Hierarchen hier vorgehen." Hasenhüttl prangerte die "Unehrlichkeit" der Bischöfe im Bezug auf das gemeinsame Abendmahl an. "Wenn man etwas geheim tut, dann kann man es machen. Wenn das aber öffentlich geschieht, und man dazu steht, dann wird man verurteilt", sagte er. Hier wolle man an ihm ein Exempel statuieren.

Falls der Papst die Suspendierung bestätigen würde, wäre das "ein herber Schlag gegen die Ökumene", warnte Hasenhüttl. Überhaupt sei dies ein "Affront gegen alle evangelische Christen", meinte der Priester.

Quelle: http://www.dradio.de


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