Berlin (epd), 18.10.2002. Die von führenden Kirchenvertretern kritisierten gemeinsamen Abendmahlsgottesdienste von evangelischen und katholischen Christen sollen beim ersten Ökumenischen Kirchentag so wie geplant stattfinden. "Es wird am ursprünglichen Konzept keine wesentlichen Änderungen geben", sagte Carl-Peter Klusmann von der katholischen "Initiative Kirche von unten" am 18. Oktober in Dortmund dem epd nach Beratungen mit den anderen beteiligten Basisorganisationen. Zugleich kündigte er verstärkte Bemühungen an, in der Öffentlichkeit und gegenüber den Kirchenleitungen für Verständnis um das Vorhaben zu werben.
In Zusammenarbeit mit der Berliner evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord und der katholischen Initiative "Wir sind Kirche" sollen im Rahmen des für Ende Mai 2003 in Berlin geplanten Großereignisses zwei ökumenische Abendmahlsgottesdienste stattfinden. Mit Rücksicht auf das katholische Kirchenrecht, das Protestanten nicht zum Abendmahl zulässt, hatten sich die Vorbereitungsgremien des Kirchentages gegen eine solche Feier ausgesprochen.
Konkret geplant sind von den Initiativen zwei Gottesdienste in der evangelischen Gethsemanekirche, bei denen als ein Zeichen von "gegenseitiger eucharistischer Gastfreundschaft" im einen Fall das Abendmahl nach evangelischer Tradition und im anderen nach katholischem Ritus gefeiert werden soll. Damit werde auch der "Not" vieler konfessionsverschiedener Ehen und Familien Rechnung getragen.
Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky hatte Anfang Oktober dieses Vorhaben als einen "schweren Schaden für die Ökumene" verurteilt und Sanktionen angekündigt. Die Leitung der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg wiederum hatte unter Verweis auf die innerkirchlichen Absprachen die "starke Erwartung" geäußert, dass die zwei umstrittenen ökumenischen Gottesdienste in der Berliner Gethsemanekirche "nicht so, wie bislang geplant" ablaufen. Zugleich signalisierte sie aber auch ihre Gesprächsbereitschaft. Klusmann zeigte sich überzeugt, dass sich die "Meinungsverschiedenheiten" zumindest gegenüber der Leitung der evangelischen Kirche nicht als "unüberbrückbar" erweisen. (4425/18.10.2002)
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