"Zu Ökumene und Einheit der Kirche" schreibt Kardinal Lehmann von der großen "Ungeduld" vieler, die oft mit "Theologen und Kirchenleitung hadern". Weiter unten heißt es im Zusammenhang mit dem römischen Schreiben "Dominus Jesus", dass die "Vielschichtigkeit und Tiefendimension der Begriffe, die dem Zweiten Vatikanischen Konzils entnommen sind, vielen heute nicht mehr präsent und vertraut" sind. Woran liegt das aber, wenn doch die Fragen der Ökumene in Deutschland von so großer Bedeutung sind? Haben die angesprochenen Grenzüberschreitungen, z.B. in der "Inanspruchnahme einer wechselseitigen eucharistischen Gastfreundschaft", nicht in der Unkenntnis des eigenen Glaubens, in der vernebelnden Sprache der Dialogpartner auf den verschiedenen Ebenen und im fehlenden klaren Hirtenwort ihre Ursachen?
So geschieht es, dass "in vielen Kirchengemeinden die Teilnahme von Christen der jeweils anderen Konfession am Abendmahl bereits Praxis" ist, wie ein Mitglied des gemeinsamen Präsidiums des ökumenischen Kirchentags 2003 in Berlin formuliert. Wäre es nicht Sache der Verantwortungsträger in der katholischen Kirche in Deutschland, für mehr Klarheit zu sorgen, damit, anstatt Kritik an "Dominus Jesus" zu üben, das Anliegen dieses römischen Schreibens aufgegriffen wird? (Hubert Gindert)
Aus: DER FELS 1/2002
Quelle:
http://www.der-fels.de