Chronik eines Konflikts:

Streit um Abendmahlsgemeinschaft beim
Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin

Presseschau 1997-2001
(zusammengestellt von Thomas Wystrach)

Verboten: Gemeinsames Abendmahl


2001

Ein zerbrochener Krug?
Bitte mehr ökumenische Sensibilität!

DER FELS 11/2001. "Wohl kein gemeinsames Abendmahl" stand über einem D.D.-Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 15.10.2001. Er informierte über den Stand der Vorbereitungen für den "Ökumenischen Kirchentag", den das "Zentralkomitee der deutschen Katholiken" und der "Deutsche Evangelische Kirchentag" im Jahr 2003 in Berlin veranstalten wollen. ... weiter


"Es gibt kein Zurück"
Debatte: Trotz mancher Enttäuschung halten die Kirchen am Ziel der Ökumene fest

Berlin, 31.10.2001. Alle Wege führen nach Rom. Aber es gibt auch Wege, die vom Zentrum der katholischen Christenheit ins Kernland der Reformation führen. Im Dom St. Blasi zu Braunschweig feierten jetzt Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Einheitsrats, und der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Landesbischof Christian Krause, einen ökumenischen Gottesdienst. ... weiter


Glaube mit Kompromissen
Vor dem ersten ökumenischen Kirchentag müssen sich Katholiken und Protestanten über einige heikle Fragen verständigen

SZ, 26.10.2001. Erst waren es 650 Bibelworte, dann neun. Jetzt stehen drei zur Auswahl – und eines soll übrig bleiben: das Leitwort des ersten ökumenischen Kirchentages in Berlin 2003, den der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gemeinsam tragen. Mehr als 80 evangelische und katholische Delegierte sollen das Leitwort am heutigen Freitag und am Samstag in der evangelischen Akademie Bad Herrenalb auswählen und dazu die inhaltlichen Schwerpunkte des ökumenischen Großereignisses festlegen. ... weiter


"Das Christentum braucht eine Radikalisierung"
Erfurts Bischof Wanke fordert, die Kirche müsse sich selbst evangelisieren und Gott wieder ins Zentrum ihres Handelns rücken

Erfurt, 29.8.2001. Joachim Wanke, seit 1994 Bischof des Bistums Erfurt, zeichnet sich durch seinen unverstellten Blick auf die Situation der katholischen Kirche in Deutschland aus - wahrscheinlich gerade deshalb, weil er in der DDR lange mit der Diaspora-Situation der katholischen Kirche gelebt hat. Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz möchte vor allem gelebten Glauben vermitteln, nicht moralisch belehren. ... weiter


Kirchentag
Streit um das Abendmahl

17.6.2001. Das Abendmahl sollte nach Christi Willen die Gläubigen einen, aber es spaltet nach wie vor die Kirchen. Wenn beim Deutschen Evangelischen Kirchentags das Abendmahl ausgeteilt wird, werden Christen unterschiedlichster Konfession teilnehmen, aber andere aus theologischen Gründen fernbleiben. ... weiter


Rau beurteilt Aussicht auf baldiges gemeinsames Abendmahl skeptisch
Bundespräsident besucht "Markt der Möglichkeiten"

DEKT, 15.6.2001. (...) Längere Zeit verbrachte Rau am Stand des Konfessionskirchlichen Institutes, wo er sich nach dem Stand der aktuellen und brisanten Diskussion um das Abendmahls erkundigte. Die Möglichkeit eines gemeinsamen Abendmahls mit katholischen Christen auf dem ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 beurteilt Rau eher skeptisch. Vielmehr teilte die Ansicht des Instituts-Mitarbeiters Alexander Gemeinhardt, dass die theologischen Klärung der Abendmahlsfrage erst nach einer Regelung der Ämterauffassung gelingen könne. ... weiter


Streit um Ökumene überschattet Kirchentag
Sollen Katholiken und Protestanten gemeinsam Abendmahl feiern?
Ein alter Disput flammt neu auf

Frankfurt / Main, 15.6.2001. Die Wunde will nicht verheilen; der Streit um das "Feierabendmahl" und die veränderte, dann unter dem Einfluss massiver Kritik wieder korrigierte Abendmahlsliturgie wirft einen Schatten über den ansonsten so heiteren 29. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Frankfurt am Main. Eine Diskussion ist in Gang gesetzt worden, die so schnell nicht abebben wird. ... weiter


Ökumene von unten
Gute christliche Nachbarschaft auf dem Kirchentag

Frankfurt / Main, 14.6.2001. Das ökumenische Klima wird nicht nur von pompösen Gemeinsamkeitsdemonstrationen bestimmt, es kommt auch auf die kleinen Gesten an. Der Deutsche Evangelische Kirchentag feiert heute mit den Katholiken in Frankfurt am Main Fronleichnam, das katholische "Hochfest des Leibes und Blutes Christi". Dieses Miteinander im Alltag getrennter Christen ist von großer Symbolkraft im Land der Reformation. ... weiter


Streit ums Abendmahl

27.5.2001. "Heilig, heilig, heilig" wird beim Abendmahl gesungen - gemeint ist zwar der Herr Zebaoth, aber auch das Abendmahl selbst ist für Christen aller Konfessionen heilig. Für die katholische Kirche ist das Abendmahl eines der sieben Sakramente - und auch die Protestanten haben neben der Taufe nur das Abendmahl als Sakrament. ... weiter


Feierabend-Mahl oder Abendmahl feiern?
Zu einer aktuellen Diskussion

imprimatur 4-5/2001. Seit dem Katholikentag 2000 in Hamburg ist die Frage nach den Chancen, die Eucharistie ökumenisch zu feiern, ständiges Thema, nicht zuletzt im Hinblick auf den geplanten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin. Auch unsere Gruppen und die IKvu sind an dieser Diskussion beteiligt, zum Teil selbst davon betroffen. Dazu und für einige der im folgenden angesprochenen Aspekte möchte ich an meinen Vorschlag für 2003 in Imprimatur 2000/5-6 erinnern. ... weiter


Ökumenische Misstöne
Bischof Kamphaus verbietet die Teilnahme am "Feierabendmahl" des Evangelischen Kirchentags

imprimatur 4-5/2001. Vom 13. bis 17. Juni 2001 findet in Frankfurt der 29. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Für Freitag, den 15. Juni, sind an verschiedenen Stellen der Stadt, also dezentral, "Feierabendmähler" geplant, zu denen auch die Katholiken eingeladen sind. Der Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, hat auf diese Einladung recht heftig reagiert. Er verbot mit einem Schreiben vom 15. Mai den katholischen Kirchengemeinden die Teilnahme und drohte Priestern, die sich dem Verbot widersetzen, disziplinäre Maßnahmen an, die nach einer Erklärung des Bistumssprechers Michael Wittekind bis zur Amtsenthebung reichen können. Dem Präsidenten des Kirchentags, Präsident der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau Professor Dr. Dr. h.c. Peter Steinacker, drückte er sein Befremden aus. ... weiter


Zeit für gemeinsames Abendmahl nicht reif

Bonn, 4.5.2001 (ZdK). Nach Auffassung des Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, wird auch beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin die Zeit für eine gemeinsame Abendmahlsfeier noch nicht reif sein. ... weiter


"Mit" dem Papst sprechen, nicht "unter" ihm
Christian Krause, Präsident des Lutherischen Weltbundes, zur Debatte um ökumenische Christenheit

14.4.2001. "Der Papst als Sprecher auch der Kirchen der Reformation - das halte ich für ganz ausgeschlossen." Mit deutlichen Worten reagiert Christian Krause (61), Präsident des Lutherischen Weltbundes und Landesbischof von Braunschweig, auf einen Vorstoß des bayerischen lutherischen Landesbischofs Johannes Friedrich. Der hatte erklärt, er könne sich den Papst als "Sprecher" der Weltchristenheit vorstellen. ... weiter


Das Abendmahl als Happening
Planer des Evangelischen Kirchentags zeigen Lust am liturgischen Experiment

Bonn, 23.3.2001. Die Planer des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT) haben ein untrügliches Gespür für gewagte liturgische Experimente. Während des großen Protestantentreffens vom 13. bis 17. Juni in Frankfurt am Main wird das seit 1979 zur Tradition gewordene "Feierabendmahl" unter neuem Etikett zelebriert. Es wird als "Sättigungsmahl" gereicht - mit Brot, Käse, Obst und Traubensaft. ... weiter


"Wir müssen dorthin gehen, wo die Menschen sind"
Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann im Interview zu Ökumene und Glauben heute

KiZ-Hildesheim, 14.1.2001. In vielem sind Katholiken und Protestanten sicher einig. Einen zentralen Unterschied gibt es im Verständnis von Abendmahl und Eucharistie. Viele Menschen, auch Katholiken, wünschen sich zwar die Möglichkeit des gemeinsamen Abendmahls. Viele andere befürchten aber im Falle einer Einführung den Ausverkauf ihres Glaubens. Manche Theologen verweisen auf die fundamentalen Unterschiede, die man nicht einfach beiseite wischen dürfe.  ... weiter


2000

In der Ökumene entwickeln die Protestanten neuen Realismus
Die evangelische Kirche zwischen Selbstkatholisierung und allzu hohen Erwartungen
Welches Profil ist gültig?

27.12.2000. Im dialogischen Miteinander von Katholiken und Protestanten in Deutschland macht sich - Ratzinger sei Dank - ein nüchterner Zug bemerkbar: Beide Seiten leugnen nicht länger, dass man trotz bester Absichten an die Grenze des Machbaren gestossen ist: Was Rom schon nicht zu lösen vermag, das kann realistischerweise nicht von der katholischen Ortskirche eingefordert werden - darüber sind sich mittlerweile auch die Gesprächsführer der Evangelischen einig. So betrachtet, verliert der für 2003 in Berlin geplante erste Ökumenische Kirchentag einiges von dem in ihn hineininterpretierten spektakulären Charakter: eine gemeinsame Abendmahlfeier wird es nicht geben. ... weiter


Ökumene: Alles oder nichts?

imprimatur 8/2000. Der jüngst verstorbene Erzbischof Dyba kann in der Deutschen Bischofskonferenz nicht mehr mitmischen. Dennoch kam aus Fulda wieder schlechte Nachricht. Bischof Lehmann hielt das Referat zur Eröffnung der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zum Thema "Einheit der Kirche und Gemeinschaft im Herrenmahl, zur neueren ökumenischen Diskussion um Eucharistie- und Kirchengemeinschaft". Seine Darlegungen gipfelten in dem defätistischen "Fazit": Das gemeinsame Mahl gehört an das Ende und nicht an den Anfang ökumenischer Bestrebungen. ... weiter


EKD sucht nach neuen Wegen in der Ökumene
Tagung der Synode in Braunschweig
Mitglieder beraten auch über Abendmahlsgemeinschaft

Bonn, 4.11.2000. "Berlin 2003": Der erste Ökumenische Kirchentag in Deutschland wird zum Prüfstein für die geduldige, einträchtige Suche nach größerer Nähe von Katholiken und Protestanten. Die 130 Mitglieder der Synode der Evangelischen Kirche, die vom 5. bis 10. November in Braunschweig tagt, können darüber entscheiden, welchen Weg der ökumenische Zug einschlägt, nachdem der Plan einer gemeinsamen Abendmahlsfeier gescheitert ist - am Einspruch der katholischen Bischöfe. ... weiter


Der Jubel weicht Misstrauen
Kardinal Ratzingers Aussagen verschlechtern Ökumene

30.9.2000. Katholiken und Protestanten haben es nun schwarz auf weiß: Beim ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin wird es keine gemeinsame Eucharistiefeier geben. Das gemeinsame Mahl, sagt Bischof Karl Lehmann, gehöre an das Ende der ökumenischen Bestrebungen, nicht an den Anfang. Auch Druck von "unten" wird daran nichts ändern. ... weiter


Wer ist der Größte?
Katholischer Alleinvertretungsanspruch
Der ökumenische Streit könnte ernstere Themen gebrauchen

15.9.2000. (...) Die jüngste vatikanische Erklärung zweifelt das Kirche-Sein der Protestanten auch deshalb an, weil sie »die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums«, das heißt des Abendmahls, »nicht bewahrt haben«. In der Tat hatte Luther mit der - nicht »ursprünglichen«, sondern während des Mittelalters aufgekommenen - Annahme gebrochen, Brot und Wein des Abendmahls würden während der Eucharistiefeier auf mystische Weise in Christus verwandelt; die damit verbundene Vorstellung, bei jedem Abendmahl werde die Opferung Christi wiederholt, hielt er für gotteslästerlich. Dieser Schritt des Reformators hat einen Aspekt, der ihn heute wieder aktuell macht. Luther erkannte nämlich, dass jene »Transsubstantations«-Lehre aus einer bestimmten Interpretation nicht etwa der Bibel, sondern der aristotelischen Philosophie herrührte. Und heute betont derselbe Kardinal Ratzinger, unter dessen Ägide die hier zur Debatte stehende ärgerliche Erklärung zustandegekommen ist, es sei die Aufgabe seiner Kirche, die Versöhnung der christlichen Botschaft mit der Botschaft der griechischen Philosophie zu wahren. So zuletzt in der FAZ vom 31. Dezember 1999! Das ist die Kirche, die von sich behauptet, die »vollkommenste« zu sein. Lohnt dieses Griechentum keinen brüderlichen Streit? ... weiter


Der Ökumene gehört die Zukunft
Mit ökumenischer Traumtänzerei kommt man auf dem steinigen Weg zur Einheit der in Konfessionen getrennten Christen nicht voran

7.9.2000. Das katholisch-lutherische Großereignis am Reformationstag 1999 in Augsburg - die Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre - hat die Hoffnung auf weitere Fortschritte in der Ökumene in eine unrealistische Höhe geschraubt. Mit Euphorie oder gar ökumenischer Traumtänzerei kommt man freilich auf dem steinigen Weg zur Einheit der in Konfessionen getrennten Christen nicht wirklich voran. Enttäuschte Erwartungen schaden dem angestrebten Ziel. ... weiter


Kirchenstreit: Die Untergrund-Messe
Das Abendmahl für Katholiken und Protestanten?
Viele Christen feiern, aber die Bischöfe mauern

DS, 7.7.2000. Was Katholiken und Protestanten vor beinahe 500 Jahren voneinander trennte, ist vielen Christen nicht mehr so wichtig. Auf vielerlei Weise organisieren sie die eucharistische Gemeinschaft - an den Verboten der katholischen Amtskirche vorbei. So könnte es auch in den Urgemeinden gewesen sein: Sie lagern auf ausgebreiteten Jacken und Kisten, vor ihnen in der Mitte stehen Käseteller, Weintrauben, Äpfel, Brot, Wasser und Wein. Am Anfang spricht eine oder einer die Einsetzungsworte und teilt das Brot. Danach lassen es sich die Gäste schmecken. Nach der Mahlzeit geht der Kelch von Hand zu Hand. Man erfährt, woher die anderen kommen. ... weiter


Gemeinsame Mahlfeier mit drakonischen Strafen
In Hamburg zeigten die Bischöfe, dass sie von Ökumene nur reden, aber nichts halten

imprimatur 4/2000. Es ist mehr als Enttäuschung - es ist Entsetzen, ja Zorn, was sich bestimmt nicht nur bei mir breit macht nach dem bischöflichen Machtwort im sogenannten "Fall Münzel". Untersagung aller Akte der Weihevollmacht, d.h. Suspendierung von allen priesterlichen Funktionen - da haben wir sie wieder, die drohende, die strafende Amtskirche, die ansonsten beleidigt reagiert, wenn man sie so nennt. Hier aber wurde von Amts wegen gehandelt, unter Berufung auf das Kirchenrecht: Eine gemeinsame Eucharistiefeier mit nichtkatholischen Amtsträgern sei laut Kanon 908 des Kirchenrechts untersagt, ein Zuwiderhandeln sei nach Kanon 1365 mit einer gerechten Strafe zu belegen - basta. ... weiter


Katholikentag: Wenn der Sand rieselt
Es war ein Treffen im Geist evangelisch-katholischer Aussöhnung.
Doch das Programm zog viel zu wenig Interessierte an.
Die großen Kontroversen schienen wie vom Erdboden verschluckt

DS, 9.6.2000. Alles wie gehabt: fröhliche Feste der Begegnung, milde Positionen auf den Podien, poppige Gesänge, die die Saison nicht überstehen. Doch ab und an fuhr der Wind des Aufbruchs ins gemächliche Kirchentagstreiben hinein. Katholiken und Protestanten hielten sich einfach nicht mehr an die konfessionellen Regeln, nicht einmal wenn es ums Allerheiligste ging. ... weiter


"Das dritte Jahrtausend wird christlich sein"
Ökumenische Abschlussfeier für den 94. Katholikentag mit 30 000 Gläubigen
Ansprache von ZdK-Präsident Meyer

5.6.2000. Das Ende war zugleich der Höhepunkt des 94. Deutschen Katholikentages: Auf der ökumenischen Abschlussfeier vor dem Hamburger Rathaus segneten führende christliche Repräsentanten rund 30 000 Gläubige und setzten damit ein einzigartiges Zeichen für die Einheit der Konfessionen. Hamburgs lutherische Bischöfin Maria Jepsen, der katholische Erzbischof Ludwig Averkamp, der koptisch-orthodoxe Bischof Anbar Damian (Höxter) und ein methodistischer Pfarrer erteilten zusammen den Schluss-Segen. ... weiter


Aufmüpfige Deutsche

Hamburg, 5.6.2000. Die Utopien von heute sind die Realitäten von morgen. Wenn dieses Diktum auch für die Kirchen gilt, dann war der 94. Deutsche Katholikentag ein Stück Aufbruch zu einer neuen Wirklichkeit. Seine Botschaft lautet: Die Gläubigen empfinden die fortdauernde Kirchenspaltung und die hie und da aufscheinenden Ansätze eines neuen Konfessionalismus als Skandal, der das 21. Jahrhundert nicht länger belasten darf. Die "Basis" wird ungeduldig, macht Druck, vor allem in der alten Streitfrage des gemeinsamen Abendmahls. ... weiter


Katholischer Ungehorsam
Auf dem Kirchentag in Hamburg wurde deutlich, wie tief der Riss ist, der die Gläubigen spaltet
Beim gemeinsamen Abendmahl gehen Würdenträger und Laien getrennte Wege

Hamburg, 5.6.2000. Hermann Münzel (65) war bisher ein unbekannter Geistlicher der Diözese Trier. Seit Freitagabend steht sein Name als Synonym für kalkulierten katholischen Ungehorsam: Um genau 19.06 Uhr betritt er den Altarraum der evangelisch-lutherischen Gnadenkirche unweit der Hamburger Messe. Er tut etwas, wofür nach Meinung seiner Oberen die Zeit noch nicht reif ist: Gemeinsam mit der tschechischen hussitischen Bischöfin Jana Silerova, der evangelischen Superintendentin Petra Wallmann und dem altkatholischen Pfarrer Andreas Hoffmann feiert Münzel einen ökumenischen Mahlgottesdienst. ... weiter


Der 94. Katholikentag ist ökumenisch wie nie
In Hamburg beginnt die letzte Etappe auf dem Weg zum überkonfessionellen Kirchentag 2003 in Berlin

Hamburg, 31.5.2000. Das erste Großtreffen katholischer Laien in der Diaspora des Nordens ist, wie es sich für eine weltoffene Metropole gehört, pluraler als alle seine Vorgänger. Die Veranstaltungen der "Initiative Kirche von unten" wurden ebenso ins offizielle Programm aufgenommen wie die Angebote der Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche"; beide gelten als zutiefst Rom-kritisch. ... weiter


1999

Der Papst und die Ökumene

21.6.1999. Optimistisch müssen Christen sein, sie verkünden schließlich die Frohe Botschaft. Optimismus war auch auf dem Jubiläumskirchentag in Stuttgart zu verspüren, wann immer das Thema Ökumene aufgerufen wurde. Die Freude über die lutherisch-katholische Einigung zur Rechtfertigungslehre - vor 50 Jahren, als das evangelische Kirchentagsschiff in See stach, noch undenkbar - hat allerdings bei manchen den Blick für die ökumenische Wirklichkeit getrübt.  ... weiter


1997

Sakramentenpastoral: Zulassung zur Eucharistie

imprimatur 5-6/1997. Wenn nicht alles trügt, wird die Frage nach der Kommunion und Inter-Kommunion in naher und ferner Zukunft nicht nur zu einem Scheideweg für die Ökumene, sondern für das Selbstverständnis des Christentums überhaupt. Wie die bisherige Diskussion zeigt, sind nach katholischem Verständnis zwei entscheidende Kriterien für die Zulassung zur Kommunion und damit auch zur Inter-Kommunion grundsätzlich zu beachten (welche Ausnahmen z.B. in konfessionsverschiedenen Ehen nicht ausschließen): die volle Kirchengemeinschaft und das "richtige" Eucharistieverständnis. ... weiter


Die Debatte: Gemeinsam Abendmahl feiern?

DS, 18.7.1997. Sie ist evangelisch, er katholisch. Zur Messe können sie zusammen gehen, die Kommunion erhält allerdings nur der Katholik. Ist eine ökumenische Eucharistiefeier möglich? Oder müssen erst die Lehrunterschiede überwunden werden? ... weiter


Katholiken und Protestanten gemeinsam am Tisch?
Tauziehen um einen ökumenischen Kirchentag

imprimatur 2/1997. Eigentlich war es eine überfällige Entscheidung: Katholiken und Protestanten wollen endlich einen gemeinsamen bundesweiten ökumenischen Kirchentag veranstalten. Doch langsam! Nicht im nächsten oder übernächsten Jahr. Angepeilt ist ein Datum zwischen 2002 und 2004. Als das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) Mitte November 1996 die Vereinbarung mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) bekannt gab, war die Resonanz in der Öffentlichkeit, in den Medien überwiegend positiv. Jedes Unternehmen hätte sich über solche Schlagzeilen gefreut. Immerhin hatten ZdK und DEKT ein Ziel formuliert, das zahlreiche Basisgruppen schon lange anzielen oder einfach praktizieren: Abendmahlsgemeinschaft. ... weiter


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