Chronik eines Konflikts:
Streit um Abendmahlsgemeinschaft
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Vatikanstadt (epd), 1.12.2002. Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper hat nachdrücklich vor gemeinsamen Abendmahlsfeiern von Katholiken und Protestanten beim Kirchentag 2003 in Berlin gewarnt. Er befürchte hierdurch eine Beeinträchtigung der Ökumene, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen in einem Gespräch. ... weiter
Mainz, 14.11.2002. Auf aktuelle Gefahren des ökumenischen Dialoges hat Klaus Nientiedt, Chefredakteur der Freiburger Kirchenzeitung "Konradsblatt", hingewiesen. "So droht der Ökumene ihr Erfolg zunehmend zum Problem zu werden", sagte Nientiedt am Freitag, 8. November, auf der Herbstvollversammlung des Katholikenrates im Bistum Mainz. ... weiter
Berlin, 9.11.2002 (DT). Wann endlich können alle Christen gemeinsam zum Tisch des Herrn gehen? Im Vorfeld des Ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin haben die dortige Katholische und Evangelische Akademie gemeinsam eine Tagung mit überwiegend deutschen Fachleuten veranstaltet. Das Ergebnis liegt jetzt in einem Buch vor. ... weiter
Münster (KNA), 3.11.2002. Außerhalb des offiziellen Programms des ökumenischen Kirchentags in Berlin wird es gemeinsame Abendmahlfeiern geben. Dies bekräftigten die 75 Vertreter aus 20 von 27 deutschen Diözesen bei der 12. Bundesversammlung der Kirchenvolksbewegung am Wochenende in Münster. ... weiter
Berlin, 27.10.2002. Immer mehr evangelische und katholische Christen wünschen eine Überwindung der Kirchentrennung, wie sie seit der Reformationszeit besteht. Sie fragen, welche Gründe es eigentlich noch für das Nebeneinander der beiden großen Kirchen gibt. ... weiter
Bamberg, 21.10.2002 (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat um Vertrauen in die Ökumene mit der katholischen Kirche geworben. Vor allem in gesellschaftspolitischen Fragen arbeiteten die beiden großen Kirchen in der Bundesrepublik erfolgreich zusammen, sagte er am Montag auf der Generalsynode der Vereinigten Evangelisch- Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Bamberg. ... weiter
Berlin, 20.10.2002. Rüdiger Runge ist evangelischer Pressesprecher des Ökumenischen Kirchentages in Berlin. Über den Streitpunkt Abendmahl, gegenseitigen Respekt und ökumenische Perspektiven sprach er mit Volker Rahn. ... weiter
Berlin, 20.10.2002. "Ich kann's nicht loben, dass ihr nicht zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt." So rüffelte der Apostel Paulus dereinst die Christen in Korinth. Der Hintergrund: Streit beim Abendmahl. "Es ist öffentlich am Tage, dass wir über die Worte Christi vom Abendmahl in Streit geraten sind", schreibt Martin Luther anderthalb Jahrtausende später an den Schweizer Reformatoren Huldrych Zwingli. "Es kann schwerer Schaden entstehen", warnt der Berliner katholische Kardinal Georg Sterzinsky heute. Der Auslöser: Überlegungen zu ökumenischen Abendmahlsfeiern. ... weiter
Berlin, 20.10.2002. Evangelische und römisch-katholische Kirchenleitungen waren sich schon einig: Beim gemeinsamen Kirchentag in Berlin 2003 soll es kein gemeinsames Abendmahl geben. Doch die evangelische Kirchengemeinde am Prenzlauer Berg Nord hält am ökumenischen Mahl fest - Bischöfe und Kardinäle sind irritiert, der Streit spitzt sich zu. ... weiter
Bamberg, 20.10.2002. Nach zehnjähriger Vorarbeit und langwierigen Abstimmungsprozessen mit den Mitgliedskirchen sollen nun von der ab Samstag in Bamberg tagenden Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) neue "Leitlinien kirchlichen Lebens" beschlossen werden. Im nächsten Frühjahr muss dann die bayerische Landessynode entscheiden, mit welchen Variationen dieses Regelwerk für unsere Landeskirche in Kraft tritt. ... weiter
Berlin (epd), 18.10.2002. Die von führenden Kirchenvertretern kritisierten gemeinsamen Abendmahlsgottesdienste von evangelischen und katholischen Christen sollen beim ersten Ökumenischen Kirchentag so wie geplant stattfinden. "Es wird am ursprünglichen Konzept keine wesentlichen Änderungen geben", sagte Carl-Peter Klusmann von der katholischen "Initiative Kirche von unten" am 18. Oktober in Dortmund dem epd nach Beratungen mit den anderen beteiligten Basisorganisationen. ... weiter
IDEA, 9.10.2002. Kritik an den Plänen der Kirchengemeinde sowie der katholischen Laienorganisationen übten auch die Veranstalter des Christentreffens. Theodor Bolzenius, katholischer Pressesprecher des Ökumenischen Kirchentags, sagte auf Anfrage von idea, man könne ein Vorgehen nicht akzeptieren, "das einen bewußten Bruch katholischer Christen mit ihrer Kirche beinhaltet". ... weiter
Leipzig, 9.10.2002 (KNA). Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer, hat sich in scharfer Form von Plänen distanziert, während des Ökumenischen Kirchentags 2003 in Berlin eine Abendmahlsfeier mit Interkommunion zu veranstalten. ... weiter
Berlin (epd), 8.10.2002. Der Streit um ein gemeinsames Abendmahl von evangelischen und katholischen Christen beim ersten Ökumenischen Kirchentag Ende Mai 2003 droht offen auszubrechen. Die Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, die mit 12.000 Mitgliedern die größte Gemeinde in der Berliner Stadtmitte ist, lehnt einen Verzicht auf die geplanten ökumenischen Abendmahlsgottesdienste ab, so wie es unter anderem die Leitung der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg vergangene Woche gefordert hatte. ... weiter
Bad Boll (epd), 7.10.2002. "Ökumene voran bringen! Kurs auf den Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin" verkünden Plakate, die in Baden-Württemberg demnächst Aufmerksamkeit erregen sollen. Das zumindest hoffen die Initiatoren der Kampagne, der Landesausschuss des Deutschen Evangelischen Kirchentages und die Diözese Rottenburg-Stuttgart. ... weiter
Berlin (epd), 2.10.2002. Nach dem katholischen Kardinal Georg Sterzinsky hat sich auch die Leitung der Berliner evangelischen Kirche "konsterniert" über das Vorhaben von evangelischen und katholischen Christen gezeigt, beim Ökumenischen Kirchentag 2003 das Abendmahl gemeinsam zu feiern. Er habe die "starke Erwartung", dass die zwei umstrittenen ökumenischen Gottesdienste in der Berliner Gethsemanekirche "nicht so, wie bislang geplant" ablaufen, sagte Propst Karl-Heinz Lütcke am 2. Oktober dem epd in Berlin. ... weiter
Berlin (epd), 1.10.2002. Der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky befürchtet "schweren ökumenischen Schaden", wenn beim Kirchentag 2003 gemeinsame Abendmahlsgottesdienste von Protestanten und Katholiken gefeiert werden. "Wenn die kirchenrechtlichen Regeln verletzt werden, werde ich mich in Absprache mit dem Vatikan um entsprechende Sanktionen für die Priester bemühen, die sich daran beteiligt haben", sagte Sterzinsky am Dienstag dem epd in Berlin. ... weiter
Berlin (epd), 27.9.2002. Dem ersten Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin droht der erste öffentliche Konflikt. Streitfall ist eine gemeinsame Initiative von katholischen Christen und einer evangelischen Kirchengemeinde in Berlin, die im Verlauf des kirchlichen Großereignisses im Frühsommer nächsten Jahres zwei ökumenische Abendmahlsgottesdienste in der Gethsemanekirche am Prenzlauer Berg abhalten wollen. Dies war bislang von den Veranstaltern des Kirchentages ausgeschlossen worden. ... weiter
Berlin, 19.7.2002. Mit Werbeplakaten wollen evangelische und katholische Kirche ihre Schäfchen zum ersten ökumenischen Kirchentag 2003 nach Berlin locken. Doch trotz des schönen Scheins müssen die Christen das Abendmahl nach Konfession getrennt feiern. ... weiter
DT, 8.6.2002. (...) Jetzt, da auf theologischer Ebene eine ökumenische Pause eingelegt wurde – und auf katholischer Seite sowieso abzuwarten ist, welche Blüten der Machtkampf zwischen EKD und VELKD noch treiben wird –, ist die Gefahr umso größer, dass sich die so genannte Basis, das katholisch-evangelische Kirchentagsvolk, erst recht nicht mehr darum kümmert, was "die da oben" mit ihren Lehrsätzen und Dogmen machen, sondern den geschwisterlichen Schulterschluss einfach vollzieht. ... weiter
Berlin, 2.6.2002. Zwei evangelische Kirchentage hat der 37-jährige Organisationsleiter Tilmann Henke bereits vorbereitet. Trotzdem ist das am 28. Mai 2003 beginnende Großereignis, der Ökumenische Kirchentag in Berlin, zu dem über 120.000 Dauerteilnehmer erwartet werden, auch für ihn Neuland. Denn erstmals wollen beide christlichen Konfessionen einen bundesweiten Kirchentag zusammen ausrichten. Die ursprüngliche Euphorie an der kirchlichen Basis ist mancherorts allerdings bereits einer gewissen Ernüchterung gewichen. ... weiter
30.5.2002. Fronleichnam, das ist heute nicht mehr das von katholischem Triumphalismus strotzende Kirchenfest; vorbei sind auch die Zeiten, da protestantische Bauern demonstrativ Dung auf ihren Feldern und Wiesen ausbrachten, während die Prozession mit dem Allerheiligsten durch Dorf und Flur zog. An die Stelle des unseligen konfessionellen Kampfes und gegenseitigen Belauerns ist friedliche ökumenische Koexistenz getreten. ... weiter
Bonn, 12.5.2002. Der Ökumenische Kirchentag 2003 in Berlin soll der Gemeinschaft zwischen evangelischer und katholischer Kirche neue Impulse verleihen. Den Erwartungen an ein gemeinsames Abendmahl erteilten die Veranstalter allerdings eine klare Absage. ... weiter
FELS 4/2002. Allenthalben hört man von der Hoffnung auf Einheit der christlichen Kirchen, von der Forderung der Interkommunion (Empfang des Abendmahls der Protestanten durch Katholiken und umgekehrt), von Konzelebration katholischer Priester und protestantischer Pfarrer, von der positiven Erfahrung von konfessionell gemischten Ehen in der religiösen Praxis. ... weiter
2.4.2002. (...) Natürlich gibt es die Gefahr, dass man Taufe sozusagen nur als eine festliche Gestaltung des Lebensanfangs ansieht; dass man die Erstkommunion lediglich als willkommene Gelegenheit für eine Familienfeier betrachtet; dass man auch den Kommunionsempfang mehr als eine Art Solidarisierung begeht. Die Gefahr der Veräußerlichung, der Rückführung auf bloß Soziologisches ist groß. ... weiter
3.3.2002. Der Countdown läuft: Bis zum ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 sind es, von diesem Sonntag an gerechnet, noch 452 Tage. Das ist nicht viel Zeit, und noch immer sind mehr Fragen offen als geklärt. Längst verflogen ist der Überschwang, in dem das gemeinsame Treffen von Protestanten und Katholiken einst verabredet wurde. Deshalb hat sich das Präsidium des ökumenischen Kirchentags auf eine Kompromisslinie verständigt. Was die beiden Konfessionen trennt, wird hingenommen und nicht immer wieder neu und schmerzlich diskutiert. Im Vordergrund soll vielmehr das Gemeinsame stehen. ... weiter
FELS 2/2002. Als Argument zugunsten einer "wechselseitigen Gastfreundschaft beim Abendmahl" wird heute - mit Spitze gegen die angeblich unlebendige, unbewegliche, immer nachhinkende "Amtskirche" - vorgebracht: "Das Kirchenvolk hat längst abgestimmt und nimmt selbstverständlich am Abendmahl der jeweils anderen Konfession teil". ... weiter
TdH, 20.1.2002. Pastorin Beate Stöckigt ist seit 1998 als Referentin der Evangelisch-Lutherischen Kirche Thüringens für die Ökumene zuständig. Der Tag des Herrn sprach mit ihr anlässlich der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Januar 2002). ... weiter
FELS 1/2002. "Zu Ökumene und Einheit der Kirche" schreibt Kardinal Lehmann von der großen "Ungeduld" vieler, die oft mit "Theologen und Kirchenleitung hadern". Weiter unten heißt es im Zusammenhang mit dem römischen Schreiben "Dominus Jesus", dass die "Vielschichtigkeit und Tiefendimension der Begriffe, die dem Zweiten Vatikanischen Konzils entnommen sind, vielen heute nicht mehr präsent und vertraut" sind. Woran liegt das aber, wenn doch die Fragen der Ökumene in Deutschland von so großer Bedeutung sind? ... weiter