Romulo Braschi

"Bischof" Romulo Braschi
und seine "Kirche" in Argentinien

Zusammenstellung: Thomas Wystrach
Letzte Aktualisierung: 23.03.2003


Neben der umstrittenen, angeblich auch mehrfach erfolgten, "Bischofsweihe(n)" Romulo Braschis sind inzwischen auch gewichtige Zweifel an der Seriosität seiner Glaubensgemeinschaft, der "Katholisch Apostolischen Charismatischen Kirche 'Jesus König'" aufgetaucht. Nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats München und Freising (Juni 2002) gründete er zunächst 1975 eine "Unabhängige Kirche Santa Ana in Buenos Aires", 1978 sei dann die Gründung einer "Katholisch-Apostolischen Charismatischen Kirche" erfolgt, die seit dieser Zeit auch in Kontakt zu einer nach eigenen Angaben "von Rom unabhängigen katholisch-apostolischen Kirche Brasiliens" stehe.

Wohlgemerkt: angesichts der Verstrickung des Episkopats der römisch-katholischen Kirche Argentiniens in die damalige Militärdiktatur kann ein Ausscheiden Braschis aus dieser Kirche durchaus glaubwürdig und respektabel sein! Die Gruppe "Weiheämter für Frauen" hat zudem mehrfach auf sein Schicksal während der Verfolgung durch das Regime der damaligen Militärjunta aufmerksam gemacht, was hier ausdrücklich nicht in Abrede gestellt wird.

Allerdings scheinen Zweifel an seiner "Kirche" angebracht: die Zahl seiner Gläubigen in Deutschland, von ihm selbst mit 250 Personen angegeben, wird auf etwa 50 Anhänger geschätzt, Braschis Frau Alicia Cabrera Braschi spricht selbst von nur "ein paar Dutzend" Gläubigen in der Schweiz. Im Vereinsregister München taucht Braschi außerdem auch noch als Gründer (1996) des Vereins "Carismatica-Oxala-Nana, Natur-Religion" auf, die als die "afro-argentinische Umbanda-Religion des Volkes Gege Naga" bezeichnet wird.

Angesichts dieser Konfusion wirkt die Ablehnung der Aufnahme seiner Gruppe in die "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen" (ACK) in München durchaus nachvollziehbar. Sein Antrag auf Einschreibung seiner Organisation in das "Nationale Register der Religionsgemeinschaften" in Argentinien (merkwürdig dabei der Namenszusatz "Deutschland") wurde 2001 ebenfalls verweigert, u.a. auch, weil "die Existenz einer wirklichen religiösen Gemeinschaft nicht gewährleistet" sei, sondern "nur der individuelle Plan einer Person (bestehe), eine Kirche zu errichten, die bis jetzt in diesem Land nicht existiert". Damit fehle es "an der unerlässlichen soziologischen Mindestbedingung" für eine Registrierung (vgl. folgende Dokumentation).


Secretario de Culto

Resolución 3118/2001

Rechazo de Inscripción a la Organización "Iglesia Católica Carimática"

Buenos-Aires, 2/10/2001

VISTO la presentación que por Expediente EX PMRECC 13872/00 efectúa la entidad denominada IGLESIA CATOLICA APOSTOLICA CARISMATICA "JESUS REY", DE ALEMANIA, en la que solicita su inscripción en el Registro Nacional de Cultos; el dictamen de la Dirección General de Asuntos Jurídicos obrante a fs. 1561161, y

CONSIDERANDO:

Que la documentación y la información presentada por la entidad peticionante no acredita el cumplimiento de las disposiciones contenidas en la Ley N° 21.745 y su Decreto Reglamentario 2037/79.

Que la peticionante se presenta con la denominación IGLESIA CATOLICA APOSTOLICA CARISMATICA "JESUS REY', DE ALEMANIA (ts. 1) o IGLESIA CATOLICA APOSTOLICA (NO ROMANA) DISIDENTE CARISMATICA "JESUS REY", DE ALEMANIA (fs 18 y 114) y estas denominaciones no son suficientes, en la Argentina, para distinguirla de la Iglesia Católica Apostólica Romana.

Que los calificativos "disidente" y 'no romana", que de todos modos no son utilizados en el país, no son suficientes para distinguir a la peticionante.

Que el nombre de IGLESIA CATOLIC APOSTOLICA CARISMATICA utilizado por la presentante no alcanza para distinguirla adecuadamente de la Iglesia Católica Apostólica Romana.

Que la nota de la Conferencia Episcopal Argentina obrante a fs. 126 califica a los peticionantes como católicos cismáticos con la invocación del canon 751, destacando que la peticionante no se distingue de hecho ni de derecho de la Iglesia, Católica.

Que la propia peticionante dice que su finalidad será la práctica de la religión católica, que administrará todos los sacramentos y ejercerá todas las actividades de la Iglesia Católica Apostólica Romana.

Que la confusión deriva también de los ritos, títulos, jerarquías y actos que realiza la peticionar

Que otorgar el reconocimiento pedido causaría a otra confesión una lesión conforme a lo establecido en el artículo 3° de la Ley N 21 745 y en consecuencia el pedido de inscripción debe ser denegado.

Que no se ha acreditado la existencia de una verdadera comunidad religiosa, sino el propósito individual de una persona de establecer una iglesia hasta ahora inexistente en el país, faltando la mínima entidad sociológica indispensable para ser registrada como tal

Que la peticionante además carece de lugares de culto y de ministros religiosos residentes.

Que no resulta procedente la inscripción en el Registro Nacional de Cultos de entidades católicas dado que exceden la competencia del mismo otorgada por el Decreto N° 20/99.

Que no se ha cumplido con la exigencia del artículo 3° inciso j del Decreto N°,2037179.

Que sin perjuicio de resultar necesario evaluar los pedidos de inscripción en el Registro Nacional de Cultos con criterio amplio para evitar el cemenamiento de un derecho fundamental como es la libertad religiosa su ejercicio está reglamentado por la Ley N°21.745

Por ello, EL SECRETARIO DE CULTO RESUELVE

Articulo 1 - No hacer lugar a la inscripción en el Registro Nacional de Cultos de la organización denominada IGLESIA CATOLICA APOSTOLICA CARISMATICA JESUS REY", DE ALEMANIA, con domicilio constituido en la calle Talcahuano N°
422 4° "L", CIUDAD DE BUENOS AIRES.

Articulo 2 - Comuníquese publíquese dese a la Dirección Nacional de Registro Oficial y archivese.

Norberto Padilla

Quelle: http://www.argentinajuridica.com/RF/res3118.htm


Übersetzung ins Deutsche (Vielen Dank an Günther Keine, SOG Paderborn):

Secretario de Culto

Beschluss 3118/2001

Ablehnung der Einschreibung (Registrierung) der Organisation „Katholische Charismatische Kirche“

Buenos-Aires, 2/10/2001

NACH EINSICHTNAHME in die Darlegung, die in der Eingabe EX PMRECC 13872/00 vorgelegt wird, und zwar seitens der Einrichtung mit Namen KATHOLISCHE APOSTOLISCHE CHARISMATISCHE KIRCHE „JESUS KÖNIG“, DEUTSCHLAND (IGLESIA CATOLICA APOSTOLICA CARISMATICA „JESUS REY“, DE ALEMANIA), und in der sie ihre Einschreibung in das Nationale Register der Religionsgemeinschaften beantragt; sowie (unter Würdigung) des Gutachtens der Generaldirektion für Rechtsangelegenheiten, das vorliegt unter fs. 1561161, und

IN ANBETRACHT DESSEN:

Dass die von der antragstellenden Einrichtung eingereichte Dokumentation und Information nicht die Erfüllung der Verfügungen gewährleistet, die das Gesetz Nr. 21.745 und sein Ausführungsdekret 2037/79 beinhaltet;

Dass die Antragstellerin sich unter der Bezeichnung KATHOLISCHE APOSTOLISCHE CHARISMATISCHE KIRCHE „JESUS KÖNIG“, DEUTSCHLAND (ts. 1) oder KATHOLISCHE APOSTOLISCHE (NICHT RÖMISCHE) DISSIDENTE CHARISMATISCHE KIRCHE „JESUS KÖNIG“, DEUTSCHLAND (fs 18 und 114) präsentiert, und diese Bezeichnungen in Argentinien nicht ausreichend sind, um sie von der Römisch-Katholischen Apostolischen Kirche zu unterscheiden;

Dass die Kennzeichnungen „dissident“ und „nicht römisch“, die jedenfalls in diesem Land nicht gebräuchlich sind, nicht ausreichend sind, um die Antragstellerin klar zu unterscheiden;

Dass der Name „KATHOLISCHE APOSTOLISCHE CHARISMATISCHE KIRCHE“, der von der Antragstellerin benutzt wird, nicht hinreicht, um sie angemessen von der Katholischen Apostolischen Römischen Kirche zu unterscheiden;

Dass die Note der Argentinischen Bischofskonferenz, die unter fs. 126 vorliegt, die Antragsteller als schismatische Katholiken kennzeichnet, unter Berufung auf Kanon 751, und unterstreicht, dass die Antragstellerin sich weder faktisch noch rechtlich von der Katholischen Kirche unterscheidet;

Dass die Antragstellerin selbst sagt, dass ihre Zielsetzung die Ausübung der katholischen Religion sein soll, dass sie alle Sakramente verwalten und alle Aktivitäten der Katholischen Apostolischen Römischen Kirche ausüben werde;

Dass die Verwirrung auch hervorgeht aus den Riten, Titeln, Hierarchien und Handlungen, die die Antragstellerin praktiziert;

Dass die Gewährung der beantragten Anerkennung gemäß Feststellung in Artikel 3° des Gesetzes N 21 745 eine Verletzung einer anderen Konfession bewirken würde und infolgedessen der Antrag auf Einschreibung abgelehnt werden muss;

Dass die Existenz einer wirklichen religiösen Gemeinschaft nicht gewährleistet ist, sondern nur der individuelle Plan einer Person (besteht), eine Kirche zu errichten, die bis jetzt in diesem Land nicht existiert, und dass es an der unerlässlichen soziologischen Mindestbedingung für eine Vereinigung fehlt, um sie als solche zu registrieren;

Dass der Antragstellerin außerdem Kultstätten und im Land residierende Religionsdiener fehlen;

Dass die Forderung des Artikels 3° Absatz j des Dekrets Nr. 2037179 nicht erfüllt ist;

Dass unbeschadet der Notwendigkeit einer Prüfung von Anträgen auf Einschreibung in das Nationale Register der Religionsgemeinschaften nach großzügigen Kriterien, um nämlich die Beschädigung eines fundamentalen Rechtes, wie es die Religionsfreiheit ist, zu vermeiden, deren Ausübung dennoch durch das Gesetz Nr. 21.745 bestimmten Regeln unterworfen ist.

Deshalb BESCHLIESST DAS SEKRETARIAT FÜR RELIGIONSAUSÜBUNG:

Artikel 1 – Der Einschreibung der Organisation mit Namen KATHOLISCHE APOSTOLISCHE CHARISMATISCHE KIRCHE „JESUS KÖNIG“, DEUTSCHLAND, mit Sitz in der Straße Talcahuano Nr. 422 4° „L“, BUENOS AIRES, (calle Talcahuano N° 422 4° „L“, CIUDAD DE BUENOS AIRES) in das Nationale Register für Religionsgemeinschaften nicht stattzugeben.

Artikel 2 - Bestimmt zur Mitteilung und Veröffentlichung und Übergabe an die Nationaldirektion des Offizialregisters und Archivierung.

(gez.) Norberto Padilla


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