Priesterin

IKvu-SPECIAL:

Infos zur umstrittenen "Priesterinnen-Weihe"

Hintergründe, Dokumente, Links etc. zum Thema
"Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche"

Zusammenstellung: Thomas Wystrach
Letzte Aktualisierung: 22.03.2004


Texte im Vorfeld / Dubiose Umstände

"Priesterinnenweihe" auf der Donau

Nachdenkliches / Links / Literaturhinweise


Feedback: Was sagen andere über dieses IKvu-SPECIAL?

www.womenpriests.org: "For those who understand German, I highly recommend the special section on the website of Initiative Kirche von unten (IKvu). It provides all the latest information on the 29th of June event, with copious links to articles, position statements, assessments, etc. in German."

www.religioscope.com: "Sur les ordinations sacerdotales de la fin du mois de juin, une page en allemand avec de nombreux liens vers tous les documents importants et différents points de vue sur la question (y compris certains sites en anglais) ainsi que des références bibliographiques - probablement la meilleure collection de documents sur l'affaire et ses développements: http://www.ikvu.de/frauenordination/"

Publik-Forum 16/2002: "Die Initiative Kirche von unten hat eine deutlich kritischere Webseite, die alle Diskussionen und Positionen - vom Komitee Christenrechte bis zum Vatikan - dokumentiert."


Kontroverse um die "Priesterinnenweihe" vom 29.6.2002

Angeregt vom "KirchenVolksBegehren" 1995, das u.a. die volle Gleichberechtigung von Frauen in allen Ämtern der römisch-katholischen Kirche forderte, bildeten sich im Umfeld der österreichischen Plattform "Wir sind Kirche" im Jahre 1998 drei "Ausbildungsgruppen" in Wien, Innsbruck und Linz. Darin schlossen sich Frauen zusammen, die den Zugang zu Diakonat und Priestertum anstrebten. Die Linzer Gruppe um Christine Mayr-Lumetzberger nennt sich inzwischen "Weiheämter für Frauen" und ist via Internet als "Virtuelle Diözese" erreichbar.

Am 29. Juni 2002 (Hochfest der Apostel Petrus und Paulus) haben sich aus dieser Gruppe sieben römisch-katholische Frauen (hauptsächlich aus Österreich und Deutschland) zu "Priesterinnen" weihen lassen. Dazu ist im Verlag PATMOS ein "Buch zur Priesterinnenweihe" erschienen, das von einer deutschen Weihekandidatin und einem Journalisten aus Österreich herausgeben wurde:


Die Initiative Kirche von unten (IKvu) hatte Anfang des Jahres die Vorbereitungskurse und die geplante Priesterinnenweihe grundsätzlich begrüßt; seit vielen Jahren setzen sich die IKvu und ihre Mitgliedsgruppen wie z.B. "Maria von Magdala" für die volle Gleichberechtigung von Frauen ein, daher auch für die Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche:

Die IKvu war von Anfang an eine innerkirchliche feministische Reformbewegung. Frauen waren seit der Gründung dieser Initiative in allen Aufgabenbereichen der Bewegung präsent. Sicherlich ist es auch der IKvu zuzurechnen, dass feministische Auslegung theologischer Themen heute insbesondere für Frauen in der Kirche selbstverständlich geworden ist. Denn 20jähriges beharrliches Insistieren darauf, dass in allen Lebensvollzügen der Kirche Frauen präsent sein sollen, ließen eine Frauenbewegung in der Kirche entstehen, die einiges erreicht hat.

Insbesondere im Bereich "kirchlich verminter" Themen und Probleme wie Weiheämter für Frauen haben Frauen der IKvu emanzipatorische Arbeit geleistet. Denn für die IKvu ist das römische Verbot weiblicher Priester Verrat an Wort und Praxis Jesu.

(Magdalene Bußmann, "Frauen in der Kirche – Frauen in der IKvu. Feministische Theologie als kirchenreformerische Bewegung", S. 129-137, in: Martin Seidler, Michael Steiner (Hrsg.): Kirche lebt von unten. Erfahrungen aus 20 Jahren, Wuppertal 2000)

Stiefmütterchen Kirche?

Zur Unterstützung des Anliegens wurden für den IKvu-Rundbrief "QuerBlick" 2/2002 einige Texte zum Thema "Frauenordination", zusammengetragen:


Im Mai 2002 wurden aber Entwicklungen im Umfeld des Kreises der Weihekandidatinnen bekannt, die nach Ansicht der IKvu kontraproduktiv für das berechtigte Anliegen der Anerkennung priesterlicher Berufungen von römisch-katholischen Frauen sind. Das führte zu verschiedenen Stellungnahmen von Ordinariaten, Weltanschauungsbeauftragten, kirchlichen Verbänden und Reformgruppen:

Weitere Infos zu "Vagantenbischöfe" und "Apostolischer Sukzession"

Aus der Konvergenz-Erklärung von Lima (1982):


Bereits im Februar hatten sich die Katholischen Bistümer der Alt-Katholiken in Deutschland und Österreich von der geplanten "Priesterinnenweihe" distanziert; der ursprünglich von den Weihekandidatinnen vorgesehene "Bischof" Hickman aus USA sei nicht "alt-katholisch". Bedenkenswert sind auch die grundsätzlichen Erwägungen der alt-katholischen Theologie zu "Apostolischer Sukzession" und dem Verständnis von Priester- und Bischofsamt:

Im Juni 1995 hatte Romulo Braschi in einem "Aufnahmegesuch in die Altkatholische Kirche" erklärt: "Ich identifiziere mich mit der Struktur und der Lehre dieser Kirche (...). Zur Zeit gehöre ich keiner Kirche an und bin bei keiner Religionsgemeinschaft angemeldet". Seine Absicht, als Priester "Heilungsgottesdienste" und "Exorzismen" anzubieten, stießen allerdings auf die entschiedene Ablehnung des alt-katholischen Bischofs Joachim Vobbe, der im Oktober 1995 erklärte, "keine Möglichkeit einer Zusammenarbeit (zu) sehen".

Nach dieser erfolglosen Kontaktaufnahme bei einer seriösen Kirche begann Braschi eine seltsame "Karriere" durch verschiedene "Denominationen" und "Konfessionen". Zu Braschis "Erster ökumenischer Bischofsweihe" im Oktober 1998 hatte seine "Katholisch-Apostolische (nicht römische) Charismatische Kirche 'Jesus König'" eingeladen. Die "Weihe" in der Münchener Salvatorkirche (damals im Besitz der "Mission der Kirche der wahren Orthodoxen Christen / Altkalendarier") erfolgte laut Einladung durch "Konsekrant Erzbischof Msgr. Roberto Garrido Padin" von der "Frei-Katholisch-Apostolischen Kirche Santa Barbara in San Salvador de Bahia", "Ko-Konsekrant Erzbischof Msgr. Hilarios Ungerer" von der "Frei-Katholischen Kirche in München" sowie den "Ältestenrat Ernst Rösslein" von der "Christlichen Gemeinschaft des Charismatischen Zentrums in München und Brasilien".

In einer "Autorisierten Erklärung" in der Zeitschrift "KIRCHE IN" im September 2002 behauptet Braschi hingegen, er sei "immer römisch-katholisch" gewesen und sei sogar "berechtigt, den Titel eines römisch-katholischen Bischofs zu tragen" ...

(Recherche: Thomas Wystrach)


Kurz vor der "Priesterinnenweihe" haben sich einige "Weihekandidatinnen" gegenüber der Presse geäußert:


Priesterinnenweihe 29.6.2002

"prostratio" der Kandidatinnen auf dem Donauschiff
© 2002 by BilderBox.com

Forster und Mayr-Lumetzberger

Gisela Forster und Christine Mayr-Lumetzberger
©  2002 by BilderBox.com


Kirchliche Reformgruppen wie die IKvu oder "Wir sind Kirche", aber auch viele Medien haben die "Priesterinnenweihe" auf einem Donauschiff am 29.6.2002 kritisch kommentiert.

Im Rundfunk wurde eine Äußerung aus dem Kreis der neugeweihten Frauen verbreitet, wonach ein "amtierender römisch-katholischer Bischof" die Weihe "sub conditione" wiederholen werde. Möglicherweise ist dabei an eine nachträgliche "Sanierung" gedacht, wie sie etwa bei einer nach dem Kirchenrecht ungültigen Ehe unter bestimmten Umständen eingeräumt wird.

Die geheime "Bischofsweihe" des mutmaßlichen "Hauptweihespender" der "Diakoninnenweihe" vom Palmsonntag 2002, Dusan Spiner aus der ehemaligen "Untergrundkirche" der CSSR (die Gruppe "Weiheämter für Frauen" nennt ihn auf ihrer Website "Bischof Adalberto Santo"), wird vom Vatikan nicht anerkannt. Spiner, der nach der Wende 1989 als römisch-katholischer Priester in der Slowakei tätig war, ist nach Medienberichten seit Frühjahr 2001 "wegen Verbreitung von Irrlehren" suspendiert. An der Teilnahme an der "Priesterinnenweihe" am 29.6.2002 soll er angeblich mit Gewalt gehindert worden sein.

Weder Spiner, noch Braschi oder Regelsberger sind jedoch "römisch-katholische Bischöfe", wie das die Gruppe "Weiheämter für Frauen" behauptet, bzw. in ihren eigenen "Auswahlkriterien" formuliert hatte. Die am 4.7.2002 von KNA verbreitete Vermutung, für eine zweite "Weihe" stehe der 1995 vom Vatikan gemaßregelte und "in die Wüste geschickte" Bischof Jacques Gaillot zur Verfügung, entbehrt jeder Grundlage:


Die "Kongregation für die Glaubenslehre" unter Vorsitz von Kardinal Ratzinger hat den Frauen am 10.7.2002 die Exkommunikation angedroht und am 5.8.2002 formell festgestellt:

Reaktionen und Anmerkungen zur Exkommunikation:


Beschluss des Koordinierungskreises der
Initiative Kirche von unten (IKvu) vom 20.9.2002:

  1. Entgegen der Zusicherung von Dr. Gisela Forster auf der Frühjahrversammlung der IKvu, die am 29. Juni 2002 geplante Priesterinnenweihe würde ein römisch-katholischer Bischof vornehmen, sind an der Qualifikation von Romulo Braschi gewichtige Zweifel aufgetaucht.
  2. Die im zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Weihe am 29. Juni 2002 erfolgte Bischofsweihe von Ferdinand Regelsberger und deren Umstände können wir mit den Forderungen, die wir seit Jahren anlässlich von Bischofsernennungen vertreten haben, nicht vereinbaren.
  3. Einige Teilnehmer der IKvu-Versammlung haben anscheinend den damaligen Beschluss als Verpflichtung zu einer bedingungslosen Parteigängerschaft mit den zu dieser Zeit ca. 12 Frauen verstanden. Diese Auffassung halten wir für unbegründet.
  4. Unter diesen Umständen war es im Sinne des Beschlusses der IKvu-Versammlung konsequent, wenn der Bundesgeschäftsführer der IKvu am 8. Juni 2002 feststellte, dass entscheidende Voraussetzungen für den Beschluss, das Vorhaben zu unterstützen, inzwischen hinfällig waren.
  5. Da die IKvu mehrfach die Weihe am 29. Juni 2002 öffentlich befürwortet hatte, hat der Geschäftsführer pflichtgemäß gehandelt, als er in einer Presseerklärung mitteilte, "bis klare und seriöse Voraussetzungen für ein solches Vorhaben gewährleistet sind", könne die IKvu die Planungen für den 29. Juni 2002 "nicht weiter unterstützen".
  6. Wir bedauern, dass notwendige Klarstellungen, durch die unsere Bedenken hätten ausgeräumt werden können, seitens der Gruppe "Weiheämter für Frauen", die inzwischen unter diesem Namen auftritt, bis heute nicht erfolgt sind.
  7. Allein schon die Veröffentlichung einer kritischen Stellungnahme seitens der IKvu wurde von manchen als "Verrat" empfunden. Unsachliche Vorwürfe und persönliche Beleidigungen in diesem Zusammenhang weisen wir zurück. Mit einer fairen Austragung von Meinungsverschiedenheiten in unseren Reihen sind diese nicht vereinbar.

* * *

Minderheitsvotum zu diesem Beschluß:

Ich akzeptiere, dass die Ko-Kreis-Mehrheit gewichtige Gründe sieht, die konkrete Form, in der die Priesterinnenweihe am 29.6.2002 vollzogen wurde, zu kritisieren. Ich sehe aber in der öffentlichen Aufforderung in der Pressemitteilung vom 7.6.2002, von der Weihe vorläufig Abstand zu nehmen, eine Anmaßung. Die geäußerte Kritik an der Bischofsweihe von Regelsberger war in ihrer Wortwahl aggressiv und polemisch.

Als sich abzeichnete, dass Braschi die Weihe vornehmen sollte, hätte die Stoßrichtung einer Presseerklärung der IKvu in die Richtung gehen müssen, anzuprangern, dass kein einziger römisch-katholischer Bischof weltweit den Mut hat, das überfällige Zeichen gegen die Apartheid am Altar zu setzen.

Ich bezweifle, dass die entwickelten Aktivitäten einen Beitrag zur Förderung der Frauenordination geleistet haben, die von der Frühjahrsversammlung begrüßt worden war. Sie waren nicht pflichtwidrig, sondern unangemessen.

Eschborn, 7.10.2002, Gerd Wild


Chronik: Stationen eines Zerwürfnisses:

5. Februar 2002: In Österreich und Bayern kündigen katholische Frauen an, sie wollten sich noch in diesem Jahr zu "Priesterinnen" weihen lassen. Nach den Berichten haben zwölf Frauen einen von der österreichischen Kirchenvolksbewegung konzipierten und auf drei Jahre angelegten Ausbildungskurs in Linz und Passau absolviert. Die Ankündigung trifft in den folgenden Tagen auch in kirchlichen Reformbewegungen auf ein geteiltes Echo. Umstritten ist dabei nicht das Ziel, auch Frauen zum Priesteramt zuzulassen, sondern der von den weihewilligen Frauen vorgeschlagene Weg.

12. Juni 2002: Die weihewilligen katholischen Frauen kündigen an, sie möchten in einer "virtuellen Diözese" tätig sein und "auf Anfrage priesterliche Dienste" anbieten.

20. Juni 2002: Die katholischen Bischöfe Österreichs verurteilen die geplanten "Frauenpriesterweihen" scharf. Es handle sich um "vorgetäuschte Weihehandlungen", die ungültig seien, erklärt die Bischofskonferenz. Eine kleine Gruppe von Frauen versuche, unter "Missachtung der Lehre und Tradition der katholischen Kirche" den Weg zum Weihepriestertum zu "erzwingen". Dies würde einen "Bruch mit der Kirche" bedeuten. In den folgenden Tagen verurteilen auch deutsche Bischöfe und Theologen das Vorgehen der Frauen.

29. Juni 2002: Sieben Frauen lassen sich entgegen dem katholischen Kirchenrecht zu "Priesterinnen" weihen. Die "Weihe" nimmt der umstrittene und von der katholischen Kirche exkommunizierte "Bischof" Romulo Braschi aus Argentinien auf dem Donauschiff "Passau" vor.

10. Juli 2002: Der Vatikan droht den Teilnehmerinnen der so genannten Priesterinnen-Weihe den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft an. In einem in vier Sprachen veröffentlichten und vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, unterzeichneten "Mahnschreiben" wird den sieben Frauen die Exkommunikation in Aussicht gestellt, sofern sie nicht bis zum 22. Juli die Nichtigkeit ihrer Weihe anerkennen und um "Verzeihung bitten für das bei den Gläubigen verursachte Ärgernis".

11. Juli 2002: Die Sprecherinnen der sieben Frauen bitten den Papst um ein Gespräch.

22. Juli 2002: Die "Priesterinnen" teilen mit, sie wollten sich dem Vatikan nicht fügen. In einer in München veröffentlichten Beschwerde protestierten sie bei Kurienkardinal Joseph Ratzinger gegen dessen Androhung der Exkommunikation. Um Mitternacht läuft die vom Vatikan gesetzte Widerrufsfrist für die "Priesterinnen" ab.

5. August 2002: Die Exkommunikation der "Priesterinnen" wird formell festgestellt.

Quelle: http://www.kathpress.co.at (5.8.2002)


Nachdenkliches zu den Umständen der "Priesterinnenweihe":

Da sagte Johannes zu Jesus:
"Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb;
Und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt."

Jesus erwiderte: "Hindert ihn nicht!
Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt,
weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch:
er wird nicht um seinen Lohn kommen."

(Mk 9,39-41)


"Wenn wir auf der anderen Seite die Überzeugung hegen, daß durch eine revolutionäre Tat mitunter mehr Propaganda gemacht werden kann, wie durch hunderte von Agitationsreden und tausenden von Broschüren und Zeitungen, so sind wir noch lange nicht der Meinung, daß jede beliebige Gewalttat, verübt an irgendeinem Repräsentanten oder Beschützer der herrschenden Klasse, eine solche Wirkung haben werde.

Wir werden vielmehr nie müde, zu erklären, daß nur die richtige Tat am rechten Ort und zur passenden Zeit einen solchen Effekt haben könne; und es fällt uns gar nicht ein, die nächsten besten dummen Streiche, wenn sie auch in guter Absicht von revolutionär gesinnten Leuten ausgeführt wurden, unbesehen gutzuheißen."

Johann Most: Für die Einheitsfront des revolutionären Proletariats, New York 1889, zitiert nach: Horst Karasek, Belagerungszustand! Reformisten und Radikale unter dem Sozialistengesetz 1878-1890, Berlin 1978


Was ist eine politische Tat? Wie verändert man die Welt?

Im Hören auf das weibliche Begehren, das sich, von Lob und Tadel der männlichen symbolischen Ordnung unbeirrt, an den "glänzenden Gesetzen" orientiert, die sich unserer Seele in Momenten gelungenen Zusammenlebens offenbaren. Viele Frauen tun das ohnehin, indem sie von ihrer persönlichen Situation ausgehen. Es kommt nun darauf an, diese "Subjektivität" des weiblichen Handelns als etwas zu verstehen, das nicht nur einem inneren Impuls folgt, sondern den objektiven Notwendigkeiten angemessen ist.

Denn natürlich braucht politisches Handeln Kriterien, muß sich dem Urteil anderer stellen. Ein wichtiges Kriterium hat Annarosa Buttarelli vorgeschlagen: Weltveränderung, so schreibt sie, "ist nicht die Frucht des Willens, des Werke schaffenden Bewußtseins, sondern das Wiederauffinden von Sinn". Wenn mein Handeln - meine Tat, meine Worte, meine Weigerung, mein Schweigen - den Sinn der gegebenen Realität entdeckt und für andere, Frauen und Männer, sichtbar macht, dann habe ich politisch gehandelt. Und die Welt verändert.

Antje Schrupp: Jenseits von Autonomie und Widerstand oder:
Was ist eine politische Tat? Weibliches Begehren und Weltveränderung
Quelle: http://www.antjeschrupp.de/widerstand.htm


Nicht weil es so schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es so schwer.

On peut condamner une solution si elle est fausse, on ne peut condamner un problème.


+ + + die letzte meldung + + +

Pressemitteilung der "Virtuellen Diözese" vom 27.6.2003:

"Die 7 Priesterinnen und die Gruppe WEIHEÄMTER FÜR FRAUEN in der römisch-katholischen Kirche geben nicht auf. Ende 2002 wurde beschlossen, weltweit katholische Bischöfe zu suchen, die bereit sind die APOSTOLISCHE SUKZESSION (Übergabe der Ämter seit Petrus) in die Hände der Frauen zu legen.

Alle 7 Priesterinnen, die sich am 29. Juni 2002 zu Katholische Priesterinnen weihen ließen, wurden von der Gruppe WEIHEÄMTER FÜR FRAUEN befragt, ob sie das Bischöfinnenamt annehmen würden. Von den 7 Frauen erklärten sich Frau Christine Mayr-Lumetzberger aus Österreich und Frau Dr. Gisela Forster aus Deutschland bereit, das Leitungsamt einer rk Bischöfin zu übernehmen. Frau Dr. Ida Raming und Frau Dr. Iris Müller lehnten auf Grund ihres hohen Alters ab. Die anderen 3 Frauen wollten weiterhin als Priesterinnen wirken.

Mehrere Bischöfe aus sehr unterschiedlichen Sukzessionsketten, die selbst mit Dokumenten nachwiesen oder glaubwürdig versicherten, die Kraft der apostolischen Sukzession zu besitzen, erklärten sich bereit, den beiden Priesterinnen die Hände aufzulegen und sie zu Bischöfinnen zu weihen.

So wurden im letzten halben Jahr die beiden Priesterinnen Christine Mayr-Lumetzberger aus Österreich und Dr. Gisela Forster aus Deutschland zu rk Bischöfinnen geweiht. Der Weiheakt wurde notariell dokumentiert und von Zeugen bestätigt.

Da gegenwärtig nicht davon auszugehen ist, dass die Glaubenskongregation unter Kardinal Ratzinger für diese Bischöfinnenweihe Verständnis aufbringen würde, wurde die Weihe im Geheimen durchgeführt. Über die Personen der Bischöfe wurde vereinbart, dass ihre Namen derzeit nicht öffentlich bekanntgegeben werden. Der Grund: Der Vatikan würde Strafen erteilen und damit würde sich die Situation um das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche verschärfen.

Eine Eskalation der Konflikte beabsichtigen die Frauen jedoch nicht, auch kein Schisma. Im Gegenteil, sie wollen, dass die Mitwirkung von Frauen heilsam sein soll für eine römisch-katholische Kirche, die in ihren selbstgeschaffenen, nicht historischen Problematiken rund um die Ausgrenzung der Frau und die Überbetonung der Sexualität fast erstickt.

Die Priesterinnen und Bischöfinnen glauben, dass Frauen in der rk Kirche wichtig sind und den Menschen auf ihre Weise helfen können. Die Reaktionen der Menschen auf die Priesterinnenweihe am 29. Juni 2002 haben gezeigt, dass ein großes Bedürfnis von Menschen, von Männern wie von Frauen, da ist, eine Frau als Seelsorgerin zu bekommen.

Da Kardinal Ratzinger nach wie vor jede Diskussion über das Priesteramt der Frauen verbietet, und mit harten Strafen kontert (siehe Exkommunikation) sehen die Frauen derzeit keine Chance für eine argumentative Erörterung der Problematik, es bleibt ihnen nur der Weg der direkten Handlung.

Nachdem zwei der 7 zu Priesterinnen geweihten Frauen nun die apostolische Sukzession und damit die Verantwortung für die Weitergabe der Ämter haben, wird das nächste Ziel sein, die apostolische Sukzession zu den Frauen (Theologinnen, Ordensfrauen) in die anderen 4 Erdteile der Welt zu tragen: Frauen aus Amerika, Afrika, Australien und Asien sind bereit, rk Priesterinnen zu werden und in ihren Reihen eine Frau, die für Leitungsarbeit geeignet ist, zu einer rk Bischöfin zu wählen. Rein vorsorglich wurde bereits eine weitere Bischöfin im Geheimen geweiht. So ist die apostolische Sukzession für die Frauen gesichert."

Quelle: http://www.virtuelle-dioezese.de


Weitere Links zum Thema "Frauenordination":

Stellungnahmen aus der Ökumene:

Organisationen und Initiativen im Ausland / international:


Literaturhinweise und Büchertipps zum Thema:

Zusammenstellung: Thomas Wystrach

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