"Wir sind Priesterinnen"

Aus aktuellem Anlass: Die Weihe von Frauen 2002


Pressemitteilung des PATMOS-Verlages,
(Originaltext: Düsseldorf, Mai 2002)

Am 29. Juni (Peter und Paul) werden an einem bis dahin geheim bleibenden Ort neun Frauen zu Priesterinnen geweiht. Nach einem 3-jährigen Lehrgang zur Ausbildung von Frauen für Weiheämter und mit Unterstützung von römisch-katholischen Bischöfen haben sie sich zu diesem Schritt entschlossen.

Jetzt bestellen bei amazon.deDamit wollen sie das Unmögliche möglich machen. Geltendes Kirchenrecht und päpstliche Lehre sehen vor, dass nur getaufte Männer zu Priestern geweiht werden dürfen. Die Priesterweihe der Frauen wird daher unerlaubt sein. Sakramental wird die Weihe jedoch gültig sein, da sie von Bischöfen vorgenommen wird, die über die gültige "Apostolische Sukzession" verfügen, also in der direkten Nachfolge der Apostel stehen und handeln.

Ein Bann wird gebrochen
Mit dem gezielten Verstoß gegen das kirchliche Gesetz protestieren die Weihekandidatinnen gegen eine Frauen diskriminierende Männerkirche. Es ist ein notwendiger reformerischer Schritt, weil die Kirche die Frauen braucht. Die Kandidatin aus Bayern und Sprecherin der deutschen Priesterkandidatinnen Gisela Forster, bringt gemeinsam mit dem Journalisten Werner Ertel zeitgleich zur Weihe ein Buch heraus:

Werner Ertel, Gisela Forster (Hrsg.):
 "Wir sind Priesterinnen".
Aus aktuellem Anlass:
Die Weihe von Frauen 2002.
208 Seiten, Patmos-Verlag, Düsseldorf 2002

Das Buch stellt die Priesterinnen in Porträts vor. Die weihenden Bischöfe erläutern ihre Motivation und die Begründung für ihren Verstoß gegen geltendes Kirchenrecht. Daneben kommen Theologinnen und Theologen zu Wort, die wichtige biblische und dogmatische Aspekte beleuchten und auf die weltweite Bewegung für die Weihe von Frauen aufmerksam machen.

Werner Ertel, geboren 1942, ist freier Journalist, der vor allem für den ORF arbeitet. Er ist Redaktionsmitglied von "Kirche intern", Gründungsmitglied der Franziskus-Gemeinschaft Pinkafeld (Burgenland) und der TAU-Gemeinschaft. Er lebt in Melk an der Donau, ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Gisela Forster, geboren 1946, Dr. phil., Dipl.-Ing., ist Philosophin, Kunsthistorikerin und Kunstpädagogin, war über viele Jahre in der Kommunalpolitik tätig, zuletzt als Kreisrätin. Sie wohnt in Starnberg und ist Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter. Sie ist eine der deutschen Weihekandidatinnen sowie deren Sprecherin.

Weitere Informationen bei:
Patmos Verlagshaus, Am Wehrhahn 100, 40211 Düsseldorf,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0211 / 16795-40 (Ute Müller),
E-Mail: u-mueller@patmos.de, Internet: http://www.patmos.de


Erzdiözese München und Freising geht gegen PATMOS-Verlag vor

München (KNA), 15.7.2002. Die Erzdiözese München und Freising hat rechtliche Schritte gegen den Düsseldorfer Patmos-Verlag eingeleitet, in dem das Buch "Wir sind Priesterinnen" erschienen ist. In einer noch vor der umstrittenen "Priesterinnenweihe" erschienenen Anzeige für das Werk im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel habe der Verlag die "falsche Behauptung" verbreitet, dass die Frauen von "römisch-katholischen" Bischöfen geweiht werden sollen. Das Ordinariat habe den Verlag aufgefordert, durch eine "strafbewehrte Unterlassungserklärung" zu versichern, von dieser Behauptung künftig "wörtlich und sinngemäß" abzusehen, wie der Sprecher des Ordinariats, Winfried Röhmel, am Mittwoch auf Anfrage in München bestätigte. Dem Unternehmen sei dafür eine "bestimmte Frist" gesetzt worden.

Mit der "falschen Behauptung", dass die "Weihe-Bischöfe" der Frauen römisch-katholisch seien, werde nach Ansicht des Ordinariats das "Namens- und Kennzeichnensrecht" der Erzdiözese verletzt, sagte Röhmel weiter. Die Bezeichnung "römisch-katholisch" sei geschützt und in der Verlagswerbung vom 25. Juni "unerlaubt benutzt" worden. Autoren des Buchs "Wir sind Priesterinnen" sind der österreichische freie Journalist Werner Ertel und Gisela Forster, eine der sieben Frauen, die sich am 29. Juni auf dem Donauschiff "Passau" zu "Priesterinnen" weihen ließen. Das Buch erschien zum Tag des "Weiheakts". Die "Weihezeremonie" nahm der umstrittene und von der katholischen Kirche exkommunizierte "Bischof" Romulo Braschi aus Argentinien vor. Kirchenrechtlich ist die "Weihe" unerlaubt und ungültig. Der Vatikan hat unterdessen für die "Priesterinnen" den Ausschluss aus der Kirche angedroht, wenn sie nicht bis 22. Juli die "Nichtigkeit ihrer Weihe anerkennen" und um "Verzeihung bitten".

Quelle: http://www.erzbistum-muenchen-und-freising.de


"Priesterinnen"-Weihe beschäftigt Justiz: Verfügung gegen Verlag

München (dpa), 26.7.2002. Die Weihe von sieben Frauen zu "Priesterinnen" beschäftigt jetzt sogar die Justiz. So erließ das Landgericht München I bereits am Donnerstag auf Antrag des Erzbischöflichen Ordinariats München eine einstweilige Verfügung gegen den Düsseldorfer Patmos Verlag. Der Verlag darf nicht weiter behaupten, die Weihe sei von einem römisch-katholischen Bischof vorgenommen worden und daher gültig. Das bestätigte ein Sprecher des Gerichtes am Freitag in München auf Anfrage.

In einer Publikation über die "Priesterinnen" hatte der Verlag nach Angaben des Ordinariates geschrieben: "Die Weihe, da von römisch-katholischen Bischöfen vorgenommen, ist sakramental gültig." Der Düsseldorfer Verlag wird in der Verfügung des Gerichts bei einer Androhung eines Ordnungsgeldes von bis zu 250.000 Euro aufgefordert, diese Behauptung künftig zu unterlassen.

Der von der katholischen Kirche nicht anerkannte Bischof Romulo Antonio Braschi hatte die sieben Frauen Ende Juni auf einem Donauschiff in Österreich zu "Priesterinnen" geweiht. Braschi fungiere für eine katholisch-apostolische und nicht für die römisch-katholische Kirche, argumentiert das Ordinariat in München. Kardinal Joseph Ratzinger, der Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan, hatte den Frauen vor kurzem die Exkommunikation angedroht, sollten sie die Nichtigkeit ihrer Weihe nicht anerkennen.

Quelle: http://www.kiz-online.de/ticker/getlatestnews.cgi


Einstweilige Verfügung gegen Düsseldorfer Patmos-Verlag

"Priesterinnenweihe" nicht von "römisch-katholischen Bischöfen" vorgenommen
Verlag darf falsche Behauptung nicht weiter verbreiten

München, 26. Juli 2002 (ok). Im Zusammenhang mit der sogenannten "Priesterinnenweihe" hat das Münchner Erzbischöfliche Ordinariat gegen den Düsseldorfer Patmos Verlag eine einstweilige Verfügung erwirkt. In einer Publikation über die "Priesterinnen" hatte der Verlag unter anderem behauptet: "Die Weihe, da von römisch-katholischen Bischöfen vorgenommen, ist sakramental gültig."

Der Aufforderung des Münchner Ordinariats, die falsche Behauptung zu unterlassen, römisch-katholische Bischöfe hätten eine Weihe von Frauen vorgenommen, war der Verlag nicht nachgekommen. Daraufhin erwirkte das Ordinariat bei der Zivilkammer des Landgerichtes München I eine einstweilige Verfügung gegen den Patmos Verlag. Dieser wird bei Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu 250.000 Euro aufgefordert, die Behauptung zu unterlassen, Ende Juni 2002 "seien Frauen von römisch-katholischen Bischöfen zu Priesterinnen geweiht worden", so die Verfügung. Auch dürfe die Behauptung nicht weiter aufgestellt oder verbreitet werden. Der Verlag muss auch die Kosten des Verfahrens tragen. Der Streitwert wurde auf 50.000 Euro festgesetzt.

Gegenüber dem Verlag hatte das Ordinariat unter anderem geltend gemacht, dass ein römisch-katholischer Bischof nur derjenige sei, bei dem die Einheit mit der Institution Römisch-Katholische Kirche, repräsentiert durch den Papst und das Bischofskollegium, gegeben sei. Im Übrigen seien römisch-katholische Bischöfe im Päpstlichen Jahrbuch verzeichnet. Die als Akteure der "Priesterinnenweihe" ins Spiel gebrachten Personen seien keine katholischen Bischöfe. Dies hatte wahrheitswidrig immer wieder auch die deutsche Wortführerin der ganzen Aktion, Gisela Forster, behauptet. Forster ist Herausgeberin der Publikation "Wir sind Priesterinnen" des Patmos Verlages.

Dagegen hatte dies der Argentinier Romulo Braschi, der als "Erzbischof von München, Zürich, Buenos Aires und Salvador de Bahia" für eine "Katholisch-Apostolische (nicht römische) Charismatische Kirche Jesus König" fungiert und die sogenannte "Weihe" vorgenommen hat, ausdrücklich von sich gewiesen. Braschi hatte in einer persönlichen Klarstellung bereits vor der sogenannten "Priesterinnenweihe" gegenüber Dienststellen der katholischen Kirche festgestellt, er könne die Frauen gar nicht für die römisch-katholische Kirche weihen, "da ich dieser Institution nicht angehöre". Ein Antrag Braschis vor einigen Jahren, in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in München aufgenommen zu werden, war mit dem Hinweis abgelehnt worden, es seien keine kirchlichen Strukturen erkennbar. (wr/ls)

Quelle: http://www.erzbistum-muenchen-und-freising.de


Ankündigungstext auf der Website des PATMOS-Verlags ab August 2002:

Priesterinnen protestieren mit ihrer Weihe gegen eine Frauen diskriminierende Männerkirche

Am 29.06.2002 ließen sich sieben katholische Frauen von einem Bischof zu Priesterinnen weihen. Mit ihrer Weihe setzten sie ein Zeichen des Protests gegen eine Frauen diskriminierende Männerkirche. Dieser gezielte Verstoß gegen geltendes römisch-katholisches Kirchenrecht ist ein Aufruf an die Amtskirche, die Berufung von Frauen zum Priesteramt zu respektieren und ihnen den gebührenden Platz in der Kirche einzuräumen.

In diesem Buch stellen die Frauen ihre persönliche Berufungsgeschichte und die Beweggründe für ihr Handeln dar. Die weihenden Bischöfe erläutern ihre Motivation. Hinzu kommen wichtige Sachbeiträge und unterschiedliche Stellungnahmen von Theologinnen und Theologen, kirchlichen Basisbewegungen und Vertretern politischer Parteien, die sich z.B. mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Warum dürfen Frauen nicht zum Priesteramt in der Kirche zugelassen werden?

  • Hat die Kirche - wie sie erklärt - wirklich nicht die Vollmacht, Frauen zum Priesteramt zuzulassen?

  • Lässt sich das von der Bibel her begründen oder verlangt die Praxis Jesu und der ersten Christen eine Neuorientierung?

  • Werden Frauen im Kirchenrecht wegen ihres Geschlechts diskriminiert, fällt das Kirchenrecht also gegenüber den Standards der Menschenrechte zurück?

Achtung: Das Buch "Wir sind Priesterinnen" ist vorläufig nicht mehr lieferbar. Das Erzbischöfliche Ordinariat München hat bei der Zivilkammer des Landgerichtes München I eine einstweilige Verfügung gegen den Patmos Verlag erwirkt. Der Verlag darf demnach die Behauptung, Ende Juni 2002 "seien Frauen von römisch-katholischen Bischöfen zu Priesterinnen geweiht worden", nicht weiter aufstellen oder verbreiten. Am 30.06.2002 stoppte der Verlag daher die Auslieferung des Buches.

Quelle: http://www.patmos.de



Patmos stampft "Priesterinnen"-Buch ein

Düsseldorf, 14.10.2002 (KNA). Der Patmos-Verlag zieht sein Buch "Wir sind Priesterinnen" zurück. Das bestätigte ein Verlagsmitarbeiter am Montag in Düsseldorf. Dem Unternehmen erscheint das Prozessrisiko zu hoch. Das Münchner Erzbischöfliche Ordinariat hatte Ende Juli gegen das Buch eine Einstweilige Verfügung bei Gericht erwirkt. Hauptstreitpunkt war die im Buch aufgestellte Behauptung, die am 29. Juni auf einem Donaudampfer erfolgte "Priesterinnenweihe" sei gültig, da sie ein römisch-katholischer Bischof vorgenommen habe. Herausgeber des Buches sind die Starnberger "Priesterin" Gisela Forster und der österreichische Journalist Werner Ertel.

Patmos hatte seinen Verzicht auf einen Einspruch bereits vergangene Woche den Herausgebern mitgeteilt. "Da weitere Anstrengungen aussichtslos erscheinen und Ihr Buch objektiv unverkäuflich geworden ist, wird der Verlag das Buch makulieren lassen", heißt es in einem der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegenden Schreiben vom 7. Oktober, zu dem Patmos auf Anfrage nicht offiziell Stellung nehmen wollte. Ein Sprecher des Münchner Ordinariats sagte, der Verlag hätte sich die Fakten, die ihm von den Herausgebern präsentiert worden seien, genauer ansehen sollen.

Patmos scheut nach KNA-Informationen eine weitere Auseinandersetzung vor allem deshalb, weil es von dem "Bischof" Romulo Braschi, der bei der "Priesterinnenweihe" agierte, "mehrdeutige Äußerungen" zu seiner Rolle gibt. Seine Etikettierung als "römisch-katholischer Bischof" wird in Düsseldorf daher als "nicht gerichtsfest" eingestuft. Das Landgericht München I hatte dem Verlag diese Behauptung unter Androhung eines Ordnungsgeldes von 250.000 Euro untersagt.

Das Erzbistum München und Freising hatte geltend gemacht, ein römisch-katholischer Bischof müsse in Einheit mit dem Papst und dem Bischofskollegium der Kirche stehen. Dies sei bei den Akteuren der "Priesterinnenweihe" nicht der Fall. Das Münchner Ordinariat hat auch gegen das im Berliner Siedler-Verlag erschienene Buch von Daniel Jonah Goldhagen "Die katholische Kirche und der Holocaust" eine Einstweilige Verfügung vor Gericht durchgesetzt.

Quelle: http://www.kna.de


<== Zurück zum IKvu-SPECIAL

<== Zurück zur IKvu-Startseite