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+++ pressemitteilung +++

"Überwindung der Grenzen der Konfessionen und enger Kirchlichkeit"
30 Jahre nach dem 1. Ökumenischen Pfingsttreffen in Augsburg 1971

Frankfurt am Main / Hannover, den 1. Juni 2001. Dreißig Jahre nach dem 1. Ökumenischen Pfingsttreffen 1971 in Augsburg rufen die Initiative Kirche von unten (IKvu) und die KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" dazu auf, die von der großen Mehrheit des Kirchenvolkes seit langer Zeit getragenen ökumenischen Hoffnungen endlich in die Praxis umsetzen.

Die beiden Reformbewegungen erinnern daran, dass bei dem Ökumenischen Pfingsttreffen wenige Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) mehrere Tausend Christinnen und Christen ihre Vorstellungen für eine neue, ökumenisch orientierte Kirche formuliert hatten. In 148 Resolutionen wurden damals in Augsburg konkrete Schritte für das Zusammenwachsen der christlichen Kirchen in Deutschland gefordert, wie gemeinsame Einrichtungen in Gemeinden und die gemeinsame Feier von Gottesdiensten.

Zu den wichtigsten Anliegen zählte 1971 die gegenseitige eucharistische Gastfreundschaft in der jeweils anderen Konfession:

Oikoumene"In jeder christlichen Kirche soll es jedem Christen, der der Einladung des Herrn folgen will, möglich sein, an der Kommunion teilzunehmen. Falls er einem anderen Bekenntnis angehört, nimmt er als Gast daran teil. Die christlichen Kirchen verzichten auf ein Verbot, das ihre Glieder von der Teilnahme an der Kommunion einer anderen Kirche abhält.

Diese Kommunion erlaubt eine brüderliche Gemeinschaft, ohne daß die Kirchen und der einzelne gezwungen sind, von ihrem Verständnis des Sakraments etwas preiszugeben" (Resolution 20).

Die "Ungeklärtheit der Amtsfrage" als Hinderungsgrund für die Abendmahlsgemeinschaft zwischen den Konfessionen wurde ausdrücklich abgelehnt (Resolution 16). Zu den Forderungen von Augsburg gehörte auch die Aufforderung an den "Deutschen Evangelischen Kirchentag" (DEKT) und das "Zentralkomitee der deutschen Katholiken" (ZdK), "ein weiteres Treffen von Christen der verschiedenen Kirchen in etwa zwei Jahren wieder zu organisieren" - gemeint war ein "gemeinsamer Kirchentag" (Resolution 2). Doch es werden mehr als dreißig Jahre vergangen sein, bis diese Forderung mit dem 1. Ökumenischen Kirchentag im Juni 2003 in Berlin realisiert sein wird.

Die Initiative Kirche von unten und "Wir sind Kirche" sehen in dem 1. Ökumenischen Kirchentag in Berlin die Chance, an das Ökumenische Pfingsttreffen 1971 anzuknüpfen und dessen langgehegte Hoffnungen endlich umzusetzen. Der Ökumenische Kirchentag in zwei Jahren in Berlin wird sich aber auch an den Augsburger Forderungen für eine ökumenische Praxis messen lassen müssen. Hinter diese Hoffnungen zurückzugehen wäre fatal - nicht nur für die ökumenische Bewegung, sondern für die Kirchen in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt. Die Tatsache, dass bereits vor 30 Jahren die Forderung nach dem gemeinsamen Mahl aufgestellt wurde, führt auch das Argument des zu frühen Zeitpunkts ad absurdum.

Die christlichen Kirchen befinden sich in einem rasanten Veränderungsprozess, und zu einer ökumenischen Kirche gibt es keine Alternative - "dies alles als Teilhabe am Werk Jesu Christi in Überwindung der Grenzen der Konfessionen und enger Kirchlichkeit" (Resolution 12).


==> Hintergrundinfo: Resolutionen des Ökumenischen Pfingsttreffens



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