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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Zensur im Bistum Köln: Auftrittsverbot für Reformbischof Gaillot"
Neues IKvu-Special zum Kölner Kardinal Meisner

BONN, 28. Oktober 2004. Anlässlich des Auftrittsverbotes für den französischen Reformbischof Jacques Gaillot startet das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) ein IKvu-Special zum Kölner Kardinal Meisner.

Das Verbot für Bischof Gaillot, am heutigen Donnerstag auf einer Veranstaltung über "Christsein im 3. Jahrtausend" in Bonn öffentlich aufzutreten und mit Eugen Drewermann über den Glauben zu diskutieren, bestätigt den reaktionären Kurs des Kölner Bischofs. "Dialog ist Meisners Sache nicht, über Glauben braucht man nicht zu diskutieren. Er profiliert sich gern als Mann fürs Autoritäre und kämpft gegen kritisches Denken, Reformen und Vielfalt in der Kirche. Damit ist er der zuverlässigste Statthalter Roms in der deutschen Kirche." erläuterte Bundesgeschäftsführer Bernd Hans Göhrig. "Das Bistum Köln wurde während seiner Amtszeit zum Synonym für christlichen Fundamentalismus schlechthin."

Die Diskussion in der Bonner Beethovenhalle wird veranstaltet von der kirchenkritischen Zeitung Publik-Forum und deren Herausgeber Leserinitiative Publik e.V., die eine der größten Mitgliedsgruppen der IKvu ist. Auf der Homepage der IKvu geht morgen ein IKvu-Special online, das sich mit der fundamentalistisch geprägten Kirchenpolitik Meisners auseinandersetzt.

Meisner profiliert sich seit Jahren als einer der reaktionärsten Bischöfe in Deutschland und macht keinen Hehl aus seiner Nähe zum katholischen Geheimbund "Opus Dei". Seine laute und unqualifizierte Kritik am Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin und am Katholikentag 2004 in Ulm zeigte, dass Meisner nicht fähig ist, in einen qualifizierten Dialog mit anderen Konfessionen und Meinungen zu treten, sondern nur an der Abschottung eines reaktionären katholischen Restmilieus interessiert ist.

Auf Unverständnis und Widerstand stößt im Bistum Köln auch die geplante Schließung der Karl-Rahner-Akademie. Dabei geht es nach Ansicht der IKvu nicht um eine Sparmaßnahme, sondern ganz offensichtlich darum, eine weitere kritische Stimme im Kölner Bistum zum Verstummen zu bringen. Meisners verbale Entgleisungen erreichten einen traurigen Höhepunkt, als er im Oktober 2003 auf einer Tagung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Hanns-Seidel-Stiftung in Budapest im Zusammenhang mit Schwulen und Lesben von "Todeskeimen" gesprochen haben soll, die "den gesunden Organismus vergiften" und die "der europäische Mensch" "ausschwitzen" müsse. Nach dem Vortrag waren 7 Strafanzeigen, u.a. vom Kölner Lesben- und Schwulentag (KLuST) gegen Meisner erstattet worden, die jedoch laut Kölner Staatsanwaltschaft weder den Tatbestand der Volksverhetzung nach § 130 StGB noch der Beleidigung nach § 185 StGB erfüllten, weil Meisner lediglich allgemein über Homosexualität aus Sicht der katholischen Moral gesprochen habe.

Weiter setzt die IKvu einen neuen Arbeitsschwerpunkt zum Thema "Fundamentalismus in den Kirchen". In Veranstaltungen und einer Internet-Dokumentation wird dem zunehmenden Einfluss fundamentalistischer und evangelikaler Gruppierungen in Kirche und Politik nachgegangen. Ebenso sollen die Verbindungen zwischen diesen Splittergruppen und rechtsextremen Eliten gezeigt werden.

Kontakt: Tim Schmidt, Pressesprecher
Tel: (030) 25 81 19 19
mobil: 0174 941 54 97
Internetfax: 069 / 13303730080
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