Initiative Kirche von unten (IKvu)
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+++ pressemitteilung +++

"Protest hat gewirkt. Nachbesserungen in den Bistümern nötig!"
Bischofskonferenz orientiert sich an Forderungen von IKvu und WsK

BONN, 27.09.2002. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) begrüßt die weitgehende Umsetzung der von ihr erhobenen Forderungen zu sexueller Gewalt in der Kirche. Der zusammen mit der KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" erhobene Protest der vergangenen Monate hat offensichtlich etwas in Bewegung gesetzt. Dennoch gehen die heute von der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda bekannt gegebenen Leitlinien zu sexueller Gewalt in der Kirche leider nicht weit genug.

Jetzt sind doch wieder die einzelnen Diözesen gefragt - es ist nun auch Aufgabe der diözesanen Pastoralräte, zusammen mit den Bistumsleitungen weitergehende Regelungen zu treffen:

1) Die Unabhängigkeit der geforderten Beratungsstellen ist nach wie vor nicht gewährleistet; das Konzept der "unabhängigen Ombudsstelle", die als Anwältin des Opfers auftritt, würde dem Opferschutz klarer entsprechen.

2) Prävention in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinden, in Ministrantenarbeit und Jugendverbänden muss dringend anerkannt und finanziell gut ausgestattet werden.

Des weiteren werden in Zukunft vor allem folgende Bereiche zu kontrollieren sein:

3) Entschuldigung und Entschädigung für die betroffenen Personen.

4) Aufklärung auch über weiter zurückliegende Fälle: Information über die Ausübung von Druckmitteln und eventuelle Schweigegelder und Anzeigepflicht bei Verdacht der Strafvereitelung durch kirchliche Stellen.

Nicht ausreichend im Blick ist nach wie vor die Ursache für sexuelle Gewalt speziell in der römisch-katholischen Kirche: ein autoritäres Kirchenbild, das soziale, psychische und auch sexuelle Formen von Gewalt strukturell fördert. Ein demokratisches Leitbild von Kirche wäre mit Partizipation, Transparenz und Machtkontrolle die wirksamste Leitlinie.

Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer