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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"DBK stärkt Lehmann im Amt und votiert gegen fundamentalistische Tendenzen"
Initiative Kirche von unten
zur Bestätigung von Karl Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

BONN, 20. September 2005. Mit der erneuten Wahl von Karl Lehmann votieren die Bischöfe für kirchenpolitische Kontinuität im Amt. Bereits im ersten Wahlgang wurde der Mainzer Bischof heute eindeutig für eine vierte sechsjährige Amtszeit bestätigt. Diese bedeutet zugleich eine klare Absage an konservativere und fundamentalistische Tendenzen in der Bischofskonferenz.

Lehmann vertrat in seiner bisherigen 18-jährigen Amtszeit ein moderat-konservatives Kirchenverständnis: einerseits offen für Gedankenspiele, war er jedoch bisher zu schwach, um gegenüber Rom und dessen Parteigängern in der Bischofskonferenz grundsätzliche Reformen z.B. für die Gleichberechtigung von Frauen, für geschiedene Wiederverheiratete, für demokratische Formen der Mitbestimmung und für Fortschritte in der Ökumene erfolgreich zu vertreten. Diese Themen wurden immer wieder von katholischen Frauen- und Jugendverbänden, Diözesanräten und Gruppen im Ökumenischen Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) angemahnt.

Der Mainzer Bischof ist vor allem ein diplomatischer Vermittler und Moderator, dessen inhaltliche Flexibilität gepaart mit intellektueller Prägnanz ihn wohltuend aus dem Kreis der deutschen Bischöfe heraushebt. Allerdings fiel es ihm in den letzten Jahren immer schwerer, die auseinanderstrebenden Flügel der Bischofskonferenz zusammenzubinden. Nicht verhindern konnte Lehmann die Gründung des fundamentalistischen "Forums deutscher Katholiken" im Jahr 2000, die die Polarisierung im deutschen Katholizismus deutlich verschärfte und seine Position in der DBK etwa gegenüber dem Kölner Kardinal Meisner und dem Trierer Bischof Marx schwächte.

Mit der heutigen eindrucksvollen Bestätigung im ersten Wahlgang geht Lehmann nun deutlich gestärkt in eine neue Amtszeit und erhält die große Chance - unter veränderten römischen Vorzeichen - zusammen mit den fortschrittlichen Gruppen im deutschen Katholizismus, in Verbänden, Räten und Gemeinden einen dringend notwendigen Veränderungsprozess einzuleiten: einen Weg aus der Krise zwischen Ansehensverlust, Mitgliederschwund und fundamentalistischen Tendenzen.

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