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+++ pressemitteilung +++
Protest gegen Berlin-Umzug von Militärbischof Dyba
Initiative
Kirche von unten fordert von Scharping Streichung von 10 Mio. DM
BONN,
19.11.1998.
Mit einem konkreten Vorschlag zur Einsparung von 10 Mio. DM aus
dem Verteidigungs-Etat hat sich die Initiative Kirche von unten (IKvu) an Minister Rudolf Scharping (SPD)
gewandt. In einem Offenen Brief fordert die Delegiertenversammlung der IKvu, der
bundesweit rund 50 christliche Gruppierungen angehören, den
neuen Verteidigungsminister auf, dem katholischen Militärbischof
Johannes Dyba diesen
Betrag zu verweigern, den er für den Umzug seines Militärbischofsamtes
von Bonn nach Berlin aus Mitteln des Verteidigungsministeriums
beansprucht.
Zur Begründung verweist die IKvu darauf, daß Dyba mit den Ende September begonnenen Umbaumaßnahmen in Berlin gegen das Bonn/Berlin-Gesetz verstoße, demzufolge das Katholische Militärbischofsamt (KMBA) ebenso wie das Evangelische Kirchenamt für die Bundeswehr und das Bundesverteidigungsministerium seinen Sitz auch künftig in Bonn habe. Dies hatte der Petitionsausschuß des Deutschen Bundestages bereits vorher in einer ausführlichen Stellungnahme dargelegt, nachdem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KMBA sich mit ihrem Protest gegen den geplanten Umzug an ihn gewandt hatten.
Die
IKvu vermutet, daß mit dem überstürzten Baubeginn unmittelbar
vor der Bundestagswahl "eiligst noch irreversible Fakten
geschaffen" werden sollten, die unter einer neuen Regierung
nicht mehr rückgängig zu machen seien. Sie wirft Dyba vor, der
rot-grünen Bundesregierung damit zeigen zu wollen, wie wenig Spielraum sie
habe, wenn es um staatskirchenrechtliche Belange geht. Doch
hoffen die kritischen ChristInnen darauf, "daß diese
Rechnung unter der neuen Bundesregierung nicht aufgeht". Wörtlich
heißt es in ihrem Schreiben: "Angesichts der Möglichkeiten,
die einer neuen Bundesregierung zur Verfügung stehen, fordert
die IKvu Sie, Herr Minister, und die im Bundestag vertretenen Parteien dazu auf, umgehend
alle rechtlich wirksamen Mittel (auch hinsichtlich der Finanzen)
auszuschöpfen, um den politisch und kirchlich schädlichen Coup
des Militärbischofs Dyba zu verhindern."
Insbesondere kritisiert das Bündnis basiskirchlicher Organisationen die Verschwendung von 20 Mio. DM, die jeweils zur Hälfte aus der Kirchensteuer und aus Bundesmitteln für den Umzug aufzubringen sind. Erst vor wenigen Jahren war der Bonner Amtssitz des katholischen Militärbischofs für viel Geld aufwendig renoviert worden.
Siehe auch:
"Katholisches Militärbischofsamt:
Unheilig eilig nach Berlin" (24.9.1998)
