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+++ pressemitteilung +++

"Entschädigung für die Opfer der Apartheid - jetzt!"
ESG und IKvu unterstützen Forderung nach Einberufung einer neuen Afrika-Konferenz für 2004

Berlin, 31.5.2003. Die Evangelische StudentInnengemeinde in Deutschland (ESG) und das ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) unterstützen die Forderung des Zentrums "Afrika im Zentrum" beim Ökumenischen Kirchentag an die deutsche Bundesregierung, für das Jahr 2004 eine neue "Afrika-Konferenz" einzuberufen, um sich der Schuld- und Reparationsfrage ehrlich zu stellen.

Auf der Veranstaltung "Entschädigung für die Opfer der Apartheid - jetzt!" im Rahmen von "Afrika im Zentrum" forderten Prof. Tirmiziou Diallo (Soziologe aus Frankfurt / Dakar), Dr. Theo Kneifel (Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika - KASA), Neville Gabriel (Mitarbeiter der Kommission "Gerechtigkeit und Frieden" der Südafrikanischen Bischofskonferenz, Pretoria) und Conteh Brima (Diaspora Afrique 2000, Aubervilliers / Frankreich) die Einberufung einer neuen Berliner Afrika-Konferenz für 2004.

1884/85 wurde der Kontinent Afrika unter den führenden Kolonialmächten Europas auf der "Berliner Konferenz entsprechend ihren Machtverhältnissen und den wirtschaftlichen Interessen aufgeteilt. Damit wurde die Grundlage geschaffen für die Ausbeutung des schwarzen Kontinents, seiner Bodenschätze und der Menschen, die dort leben. Unter den Folgen dieser willkürlichen Grenzziehung ungeachtet gewachsener Ethnien leiden die Völker Afrikas bis zum heutigen Tage. Diallo erläuterte, eine neue Berliner Konferenz sei auch für die Europäer wichtig, da sie sich nur so ihrer eigenen Geschichte bewusst würden: "Europa muss erstmal erwachsen werden!", so Diallo. Auch Theo Kneifel bekräftigte, es wäre sehr viel erreicht, wenn die Europäer sagen könnten, "wir haben Unrecht getan".

"Es geht nicht um einen Schuldenerlass, das richtige Wort ist Reparationen", so Conteh Brima, "die Europäer haben gerade aufgrund ihrer Geschichte nicht das Recht, Afrika gnädigerweise Schuldenerlass zu gewähren". Es sei eher so, dass die Europäer immer noch in der Schuld Afrikas stünden. Vor zwei Jahren haben südafrikanische Opfergruppen der "Khulumani support group" in New York Sammelklagen gegen die Profiteure der Apartheid, schweizer, britische und deutsche Banken eingereicht. "Es muss festgehalten werden, dass jede Reparationszahlung nur symbolischen Charakter haben kann, mit einem Scheck kann das geschehene Unrecht nicht rückgängig gemacht werden", sagte Conteh Brima.


"Initiative Kirche von unten" (IKvu)
beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin:
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