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+++ pressemitteilung +++

"Ordenspriester wegen Einsatz gegen Armut in Haft!"
Initiative Kirche von unten protestiert aufs Schärfste gegen die Erzwingungshaft für Pater Gregor Böckermann

BONN, 20.3.2001. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) ist empört über die Verhängung einer Erzwingungshaft für Pater Gregor Böckermann WV von der "Initiative Ordensleute für den Frieden - IOF". Zu seinem Haftantritt am Mittwoch, den 21. März 2001, erklärt die IKvu, ein Netzwerk von 40 Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen, zu denen auch die IOF gehört:

Am 28. April 2000 wurde Pater Gregor Böckermann (60) wegen zweier Verstöße gegen das sogenannte "Bannmeilengesetz" im ehemaligen Bonner Regierungsviertel zu einer Geldbuße von zweimal 100 DM verurteilt: Anlässlich ihres Pfingstkapitels sowie zum Kölner G8-Gipfel - Mai und Juni 1999 - hatte die "Initiative Ordensleute für den Frieden" mit einer Mahnwache in einer Filiale der Deutschen Bank in Köln und in einer Botschaft an Rolf Breuer, den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, an Bundeskanzler Gerhard Schröder sowie an den Kölner Kardinal Meisner an die Opfer des kapitalistischen Wirtschaftssystems erinnert. Beide Male wurde der friedliche Protest unter Einsatz von Polizeikräften beendet. Danach erhob die Deutsche Bank Anklage wegen "gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs", und auf die Übergabe des Protestbriefs im Regierungsbezirk erfolgte Anklage wegen Verstoß gegen das "Bannmeilengesetz".

Die Macht des Geldes durchkreuzenDa sich Pater Böckermann weigert, die Geldbuße zu zahlen, um den Anschein eines Schuldeingeständnisses zu vermeiden, wurde über ihn mit Urteil vom 20. Dezember 2000 vom Amtsgericht Bonn eine Erzwingungshaft von zweimal 4 Tagen verhängt, deren Verbüßung nicht von der Zahlung der Geldbuße befreit.

P. Böckermann ist nicht der erste aus der Gruppe der "Initiative Ordensleute für den Frieden", der für sein Engagement Gefängnishaft auf sich nimmt: Im Januar diesen Jahres verbüßte Monika Kamp-Bleines (46) eine 10-tägige Haftstrafe wegen des sog. "gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs" anlässlich der Mahnwache in der Filiale der Deutschen Bank in Köln. Gegen Schwester Monika Maria vom Orden der "Kleinen Schwestern Jesu" läuft derzeit noch ein Verfahren.

Es geht diesen mutigen Menschen darum, auf die Wunden hinzuweisen, die unser menschenverachtendes Wirtschaftssystem auf der ganzen Welt - auch im reichen Deutschland - reißt: "Weil wenige reich sind, sind viele arm!" Stetig wachsende Armut ist die Folge eines gnadenlosen Kapitalismus, dessen Akteure ohne Rücksicht auf menschliche Würde eine Strategie der Ausbeutung der Schwachen betreiben: Flüchtlinge, Frauen, Kinder - auch die kommenden Generationen. Gerechtigkeit und Frieden werden so unmöglich macht. Dies ist mit einer christlichen Ethik nicht vereinbar. Die kleine Gruppe der IOF versucht, Zeichen gewaltlosen Widerstands zu setzen und mit ihren Aktionen "die Macht des Geldes zu durchkreuzen", so Pater Gregor Böckermann.

Dafür haben sie unsere volle Unterstützung und größte Hochachtung.

Bernd H. Göhrig
Bundesgeschäftsführer der Initiative Kirche von unten
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