| Initiative
Kirche von unten (IKvu) Oscar-Romero-Haus Heerstraße 205 53111 Bonn Fon: 0228 / 692165 |
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+++ pressemitteilung +++
Oscar-Romero-Haus / Bonn, den 5.6.2003. Für die Initiative Kirche von unten (IKvu) ist der Ökumenische Kirchentag ein großer Erfolg: In zahlreichen Veranstaltungen und in drei eigenen Zentren konnte das ökumenische Netzwerkwerk eigene Akzente setzen. Nicht nur in den Messehallen, sondern vor allem im Osten und in der Mitte Berlins war die IKvu in evangelischen Gemeinden und in einer Schule zu finden:
In den übervollen Podien der Hector-Peterson-Oberschule (Kreuzberg) und zahlreichen Arbeitsgruppen wurde "der verdrängte Kontinent Afrika" ins Zentrum gestellt: Die Entschuldung Afrikas, Entschädigung für die Opfer der Apartheid u.a. wurden intensiv diskutiert. In vielen Arbeitsgruppen und zahlreichen Ständen präsentierte sich die african community in der Schule.
Im Zentrum "Flucht und Asyl" in der Heilig-Kreuz-Kirche (Kreuzberg) waren die Illegalisierung von Flüchtlingen in der BRD und die Kriminalisierung von Kirchenasyl heftig diskutierte Themen. Inhumane Abschiebung und medizinische Versorgung der Illegalisierten wurden von Engagierten, PolitikerInnen und kirchlichen VertreterInnen bearbeitet. Leider stellte sich Bundesinnenminister Otto Schily trotz wiederholter Einladung diesen Diskussionen nicht.
In der Zionskirche auf dem Prenzlauer Berg war das Zentrum "Differenzerfahrungen - Widerstehen gegen Unrecht" zu Hause: Der ideologische Umgang und die Produktion von Geschichte in Ost und West wurde anhand der Person Dietrich Bonhoeffers, der Widerstandsgruppe der Roten Kapelle und der Umweltbibliothek, die alle mit der Zionskirche verknüpft sind, mit vielen ZeitzeugInnen und Experten thematisiert.
Mit den Ökumenischen Gottesdiensten in der Gethsemanekirche auf dem Prenzlauer Berg und mit dem "Mahl der Solidarität" gelang es, die Frage der alltäglich praktizierten Gastfreundschaft in Abendmahl und Eucharistie breit in die bundesweite Diskussion zu bringen und deutlich zu machen, dass Abendmahl und gesellschaftliches Engagement untrennbar aufeinander verwiesen sind.
Alle diese Veranstaltungen fanden in Kooperation mit anderen Basisinitiativen und natürlich mit den gastgebenden Gemeinden - siehe www.ikvu.de/oekt/ - statt. Besonders die Zusammenarbeit mit der Evangelischen StudentInnengemeinde in der Bundesrepublik Deutschland (ESG) als dem größten Kooperationspartner war besonders eng und sehr gut.
Anders als bei Katholikentagen waren zu diesem Ökumenischen Kirchentag alle Mitgliedsgruppen der IKvu zugelassen, wie dies bei Evangelischen Kirchentagen üblich ist. Ebenso gelangten bis auf wenige Ausnahmen fast alle Veranstaltungen - wenn auch nicht ganz ohne Schwierigkeiten - in das Programm. Diese Ausnahmen waren die ökumenischen Gottesdienste in Gethsemane sowie eine geplante kritische Veranstaltung zum Zwangsarbeitsdiskurs in der BRD.
Kritisch bewertet die IKvu die Tendenz der Kirchentagsbewegung weg von einer Basisbewegung und hin zu einer verstärkten Bürokratisierung und Orientierung an amtskirchlichen Instanzen. Trotzdem haben KirchentagsbesucherInnen und Gemeinden deutlich gemacht, dass sie die eigentlichen AkteurInnen des Kirchentages sind. Da auf diesen ökumenischen Kirchentag in Berlin nun wieder konfessionelle Kirchentage folgen werden, wird die IKvu in Ulm 2004 und Hannover 2005 den ökumenischen Diskurs weiter vorantreiben.
Bernd H. Göhrig,
IKvu-Bundesgeschäftsführer