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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Verhandlungen ohne Vorbehalte beginnen"
Ökumenisches Netzwerk "Initiative Kirche von unten"
(IKvu) zur anstehenden Entscheidung über Beitrittsverhandlungen der Türkei zur EU

BONN, den 16. Dezember 2004. Das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) sprach sich heute nochmals für die Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit der Türkei aus. "Wenn die Türkei die regulären Vorgaben erfüllt, müssen auch Verhandlungen aufgenommen werden. Für religiöse Vorurteile darf in einer politischen Entscheidung kein Platz sein", erklärte Bernd Hans Göhrig als Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Eine so genannte 'privilegierte Partnerschaft' wäre vor 10 Jahren weiterführender Schritt gewesen. Heute wirkt diese Formulierung wie eine Zurückweisung."

Mit ihren Vorbehalten stellt sich die CDU gegen ein modernes und multikulturelles Europa und wiederholt populistische Phrasen vom rechten Rand der Gesellschaft. "Das Christentum wird heute nicht mehr am Bosporus verteidigt. Das Leitbild vom "christlichen Abendland" gehört als Kampfbegriff in die Rumpelkammer der Geschichte.", sagte Göhrig weiter. Die IKvu zeigte sich erfreut über das Votum des Europaparlamentes, das trotz konservativer Mehrheit einen Beginn der Beitrittsverhandlungen befürwortete.

Auch wenn die menschenrechtliche Lage in der Türkei bis heute nicht zufrieden stellend ist, gibt es auch hier keine sinnvolle Alternative: Die Situation in der Türkei wird sich durch den Aufnahmeprozess deutlich verbessern. Die Abschaffung der Todesstrafe und Fortschritte bei der Eindämmung von Folter lassen das Bemühen um Verbesserungen in menschenrechtlichen Fragen erkennen. Auch in der Kurdenpolitik ist mit Fortschritten zu rechnen.

Die IKvu erhofft sich von der Anbindung der Türkei an die EU nicht nur eine Verbesserung der Situation der dortigen christlichen Gemeinden, sondern auch eine Annährung im islamischen-christlichen Dialog. Mit einer Anbindung an die europäische Wertegemeinschaft könnte sich ein europäischer, aufgeklärter Islam weiter herausbilden und ein wichtiges Gegengewicht zu fundamentalistischen Strömungen geschaffen werden.

Kontakt: Tim Schmidt, Pressesprecher
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