Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Energische ökumenische Wende in Theorie und Praxis"
Ökumenisches Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) fordert Neuausrichtung des päpstlichen Amtes

BONN, 9. April 2005. Angesichts des bevorstehenden Konklaves fordert die IKvu eine Neuorientierung der päpstlichen Amtspraxis. Als Zentralfigur einer hierarchisch organisierten Kirche hat der Papst aus Sicht der IKvu endgültig ausgedient. Vielmehr ist es an der Zeit, dass ein neuer Papst als Vertreter der römisch-katholischen Kirche zwischen den Konfessionen und Religionen Anstöße gibt für eine gerechte und friedliche Welt.

"Die Reduktion des Papstamtes auf Unfehlbarkeit und Primat ließ die Kirche zu lange in konfessioneller Selbstzufriedenheit verharren. Das führte in der globalisierten Welt zwangsläufig immer wieder zu anti-ökumenischen Irritationen und Verletzungen. Dieses Konzept ist schlicht ein Missbrauch des Papstamtes und heute endgültig vorbei. Gefragt ist jetzt eine energische ökumenische Wende in Theorie und Praxis, die in die Zukunft weist." sagte Bernd Hans Göhrig als Bundesgeschäftsführer der IKvu.

Der positive Wert des Lehramtes der katholischen Kirche würde aus Sicht der IKvu zudem ernster genommen, wenn es nicht autoritär ausgeübt würde, sondern sich aus dem Dialog mit den Zeichen der Zeit heraus flexibel äußerte. Die Grundwahrheiten des gemeinsamen christlichen Glaubens müssten dazu nicht aufgegeben werden. Ebenso kann der Dienst des Papstes in sachgerechte Zuständigkeiten aufgeteilt werden, ohne dass der Papst als Person seine Symbolfunktion verliert. Die Begrenzung der Amtszeit und kollegiale Beratungsstrukturen sind zusätzliche effektive Mechanismen, um den Lähmungsprozessen durch ein überlanges Pontifikat gegenzusteuern.

Begleitet werden muss dies selbstverständlich durch strukturelle Veränderungen in der gesamten römisch-katholischen Kirche. Dies könnte zunächst dadurch geschehen, dass den schon jetzt existierenden demokratischen Gremien - den Räten in Pfarrgemeinden, Dekanaten und Diözesen sowie den Bischofskonferenzen - endlich eine echte Eigenverantwortlichkeit in eigenen Angelegenheiten zukommt. Dies wird bis heute durch das hierarchische Prinzip unterlaufen. Darauf aufbauend müssen weltweit wirksame synodale Strukturen errichtet werden.

Die Folge wäre eine wirklich internationale Kirche, die sich nicht wie bisher an der Dominanz der reichen Kirchen des Westens orientiert. So könnte die römisch-katholische Kirche wesentlich besser auf regional unterschiedliche Bedürfnisse der Basis eingehen und sich in der globalisierten Welt immer wieder neu orientieren. Für all diese Veränderungen ist dringend und sobald als möglich ein ökumenisches Konzil einzuberufen, in dem Vertreter aller Konfessionen und Religionen sowie auch Laien ein angemessenes offizielles Mitspracherecht haben müssen.

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