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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Ungeheuerliche Abschiebepraxis in Hessen"
Ökumenisches Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) zur Abschiebung türkischer Eltern ohne ihre Kinder

BONN, 12.5.2004. Die IKvu ist entsetzt über die Abschiebung türkischer Eltern ohne ihre minderjährigen Kinder, die am 6. Mai in Frankfurt / Main stattgefunden hat. Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 12. Mai wurden die Eltern nach Istanbul abgeschoben. Die Kinder, Zwillinge im Alter von 12 Jahren und ihre sechzehnjährige Schwester, sind seither verschwunden. Die Familie Koyun lebt seit 10 Jahren in Usingen / Hochtaunuskreis und ist vollkommen integriert.

"Hier zeigt sich die ganze Kaltschnäuzigkeit der Abschiebepraxis", sagte Bernd Hans Göhrig als Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Dass Familien, die schon lange hier leben, rücksichtslos aus Deutschland entfernt werden, ist schon erschreckend. Aber die Äußerungen von Polizei und Ausländerbehörde zu diesem Vorfall schlagen dem Fass den Boden aus." Die Ausländerbehörde hatte laut Frankfurter Rundschau den Eltern die Schuld am Zurückbleiben der Kinder gegeben und machte so die Opfer zu Tätern. Auch die Aussage des Leiters der Usinger Polizeistation, dass es ein seltener Glücksfall sei, bei diesen "Großfamilien alle anzutreffen", zeugt von rassistischen Klischees.

"Ich frage mich, ob die ausführenden Beamten keine eigenen Kinder haben, dass sie derartig mitleidlos Familien auseinander reißen können", sagte Göhrig weiter. "Beamte müssen sich derartigen Anordnungen widersetzen, um sich nicht an dieser skandalösen Praxis mitschuldig zu machen." In einem Schreiben an den hessischen Innenminister Volker Bouffier forderte Göhrig die sofortige Rückholungen der Eltern und eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis für die Familie Koyun.

Kontakt: Tim Schmidt
IKvu-Pressesprecher
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