Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus
Heerstraße 205
53111 Bonn

Fon: 0228 / 692165
Fax: 0228 / 631226
E-Mail: presse@ikvu.de

Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"IKvu spricht sich gegen antiislamische Tendenzen aus"
Initiative Kirche von unten
warnt vor einem aufkeimenden Antiislamismus in Deutschland

BONN, 18. November 2004. Das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) warnt vor einem aufkeimenden Antiislamismus in Deutschland. Es muss deutlich unterschieden werden zwischen gewaltbereiten Fundamentalisten und Muslimen, die ein religiöses Leben pflegen. Dabei spricht sich die IKvu für einen gleichberechtigten Dialog der Religionen, der nicht von Vorurteilen und Stigmata geprägt ist, aus.

Maßnahmen wie der Vorschlag Annette Schavans, Predigten in Moscheen nur noch in deutscher Sprache halten zu dürfen, sind von Ressentiments und Intoleranz geprägt und greifen zu stark in die religiöse und persönliche Entfaltungsfreiheit der Menschen ein. Staatlich verordnete Integration ist ebenso kontraproduktiv, wie eine verordnete christliche Leitkultur, die die Religionsfreiheit der Muslime unverhältnismäßig einschränken würde. Vielmehr müssen im Dialog über Menschenrechte und freiheitliche Grundwerte Gemeinsamkeiten und integrative Elemente aller Religionen herausgearbeitet und vermittelnd wirksam werden.

Eine multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft muss so offen sein, dass Politikerinnen und Politiker Abstand vom monotonen Verkünden des "christlichen Abendlandes" nehmen und stattdessen gemeinsame Werte von Judentum, Christentum und Islam betonen, die alle die Geschichte und Gegenwart Europas geprägt haben und noch prägen.

"Liberale Strömungen innerhalb islamischer Gemeinden sind gefordert ein gesellschaftspolitisches Mandat wahr zu nehmen und müssen andererseits in ihren Äußerungen auch respektiert werden. Vorurteile und Stigmatisierungen fördern in allen Religionen den Rückzug in eine fundamentalistische Frömmigkeit und reproduzieren Abgrenzungsmechanismen, die dazu führen, dass gesellschaftliche und politische Entwicklungen in der Umwelt ignoriert werden.", so Verena Mosen, Sprecherin der IKvu.

Kontakt: Tim Schmidt, Pressesprecher
Tel: (030) 25 81 19 19
mobil: 0174 941 54 97
Internetfax: 069 / 13303730080
email: presse@ikvu.de


<== Zurück zu IKvu-Pressemitteilungen

<== Zurück zur IKvu-Startseite