| Initiative
Kirche von unten (IKvu) Oscar-Romero-Haus Heerstraße 205 53111 Bonn Fon: 0228 / 692165 |
![]() |
+++ pressemitteilung +++
Oscar-Romero-Haus / BONN, 29.03.2003. Je länger der schmutzige Krieg dauert, desto mehr verrennt sich die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel in eine absurde Rechtfertigung des Krieges. Auch der gutwilligsten Kriegsbefürworterin muß jedoch mittlerweile klar sein, daß aus dem "Spaziergang nach Bagdad" ein Zermürbungskrieg mit Flächenbombardements wurde, und daß eine Demokratisierung des Irak, gar der gesamten Region ein Hirngespinst ist.
Zwei Gründe mögen für die Taktik der Union ausschlaggebend sein:
Der verbale Schulterschluss mit der Kriegskoalition empfiehlt die Union als Exponentin des "besseren", weil kriegswilligen Deutschland.
Der Zwang zu politischen Alternativen in der Oppositionsrolle. Der Mangel an militärischem Ressentiment macht es der Unionsvorsitzenden leicht, die bellizistische Option offensiv zu vertreten.
"Mit einer christlich-ethischen Grundhaltung hat dies auch im Entferntesten nichts mehr zu tun, das ist pure Machtpolitik", so Bundesgeschäftsführer Bernd Hans Göhrig. "Die Union ist hier tief gespalten, doch anstatt diesen Konflikt zu bearbeiten, ergeht sich die Parteispitze in absurden Kalten-Kriegs-Szenarien."
Die konservative Union kannte noch nie Berührungsängste gegenüber autoritären Staaten und Politikern der konservativen Rechten. Sie schmückte sich in den 90ern mit den fremden Federn der friedlichen DDR-Revolution und kehrt nun immer offener zu Politik der 80er zurück. Dieser Richtung entsprechen inhaltlich Konzepte einer sicherheitspolitischen Gesetzgebung und Einschränkung von Bürger- und Menschenrechten, wie sie die USA George Bushs nach dem 11.9.2001 umgesetzt haben und die von Unions-Rechtsaußen wie etwa Roland Koch als vorbildhaft angesehen werden: Einschränkung von Datenschutz und Freizügigkeit, Aufweichung des Folterverbots und Demonstrationsrechts, Einsatz von Militär im Inland etc.
"Mit der befreienden christlichen Botschaft hat das überhaupt nichts mehr zu tun: Diese Politik zielt auf eine kontrollierte und normierte Gesellschaft, jenseits von demokratischem Konfliktmanagement und international garantierten Rechtsnormen."
Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer
Krieg gegen den Irak - Rückkehr in die Anarchie der Staatenwelt?
Saddam Husseins letztes Gefecht? Der lange Weg in den III. Golfkrieg
Kampf dem Bösen oder Krieg dem Islam? Amerika im Rausch der Allmacht
Weltordnungskrieg. Die Wandlung des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung
Wirtschaft und Gewalt. Vom Kolonialismus zur Neuen Weltordnung
MedienTerrorKrieg. Zum neuen Kriegsparadigma des 21. Jahrhunderts
Krieg in Afghanistan. Auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung?
Krieg - Instrument der Politik? Bewaffnete Konflikte im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert
Welt Macht Recht. Konflikte im internationalen System nach dem Kosovo- Krieg
Krieg ist Krankheit, keine Lösung. Eine neue Basis für den Frieden