Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Gleichberechtigung ja - aber auch in der Kirche!"
Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten zum Schreiben an die Bischöfe über die Zusammenarbeit von Mann und Frau

BONN, 31. Juli 2004. Mit dem neuen Schreiben des Papstes erniedrigt der Vatikan erneut Frauen und reduziert ihre Rolle wiederum auf die der Dienstmagd in der katholischen Kirche. Hier verrichten sie zwar schwere Arbeit in Altenheimen und Krankenhäusern, dürfen aber weder als Priesterin noch als Diakonin wirken. Der Vatikan verprellt Frauen, sich in der Kirche zu engagieren.

"Dieses Papier scheint zwar die besondere Rolle der Frau zu würdigen", sagte Elisabeth Schreier als Mitglied des IKvu-Leitungsteams. "Letztlich aber versperrt es die berechtigten Bestrebungen von Frauen nach Gleichberechtigung und ihren Anspruch auf Führungspositionen auch in der katholischen Kirche." Zwar würde der Kampf der Geschlechter verurteilt, aber schon die von Männern dominierte Machtstruktur der Kirche sei eine Kampfansage an Frauen, gegen die sie sich zur Wehr setzen müssten.

Immer noch setzt der Vatikan auf die gesellschaftlich konstruierten Unterschiede zwischen Mann und Frau und möchte sie bis in alle Ewigkeit zementiert wissen. Gerade aber in den letzten Jahren habe sich das Rollenverständnis der Geschlechter in einer befreienden Weise so verändert, dass Männer und Frauen besser miteinander leben könnten.

Auch fordert die IKvu die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf, gegenüber der katholischen Kirche auf die weitgehend erreichte Gleichberechtigung der Frauen in der evangelischen Kirche aufmerksam zu machen. Dort haben sich Frauen nicht nur im kirchlichen Amt, sondern auch in Leitungspositionen bewährt und Frauen gezeigt, dass ihr Engagement in der Kirche nicht umsonst ist.

Kontakt: Tim Schmidt, Pressesprecher
Tel: (030) 25 81 19 19
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Internetfax: 069 / 13303730080
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"Apostolisches Schreiben ist einseitig und misst mit zweierlei Maß"

Stellungnahme von "Maria von Magdala. Initiative Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche e.V."

Die Initiative für Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche, Maria von Magdala e.V. wendet sich gegen das einseitige Frauenbild im apostolischen Schreiben und gegen die Doppelbödigkeit seiner Argumentation. Frauen werden in diesem Schreiben idealisiert und mit hohen Erwartungen an ihre Rolle der leiblichen und geistlichen Mutterschaft überzogen. Ihre eigentliche Bestimmung sei das "für den anderen Dasein". Damit werden Frauen ihrer geschöpflichen Eigenständigkeit und ihres Selbstwertes beraubt. Der Aspekt der Mutterschaft wird überbetont, ebenso wie die Vorbildfunktion Marias für die Frauen. Christinnen sind jedoch ebenso wie Christen in erster Linie dazu berufen, sich in der Nachfolge an Jesus selbst zu orientieren.

"Wir vermissen, dass die Kirchenleitung mit keinem Wort die überkommene Rolle des Mannes in Familie, Gesellschaft und Kirche in Frage stellt und ebenso neu definiert. Männer können das anscheinend von sich aus, Frauen müssen von 'oben' her definiert werden," so Susanne Mandelkow, Sprecherin der Initiative, "diese geistige Bevormundung der Frau durchzieht das gesamte Schreiben."

Mit keinem Wort wird an den ungerechten Strukturen, die zur Entstehung und Entwicklung des Feminismus führten, Kritik geübt. Ebenso wenig wird gewürdigt, wie viel von dem, was auch das Schreiben fordert, durch die feministische Bewegung bereits erreicht wurde. Statt dessen wird den Frauen, die sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter in Kirche, Politik und Gesellschaft einsetzen, Machtstreben, eine männerfeindliche Haltung und Gleichmacherei der Geschlechter unterstellt.

In ihrer doppelbödigen Argumentation verlangen die Verfasser des Schreibens Politik und Gesellschaft mehr ab, als sich selbst: In der Kirche bleibt alles wie es ist, die geistlichen Berufungen von Frauen zu den Weiheämtern wird weiter geleugnet, die damit verbundene Entscheidungsbefugnis wird weiter allein den Männern vorbehalten bleiben.

Die Initiative wehrt sich gegen die Doppelmoral und die Einseitigkeit dieses Schreibens. Wir fordern den apostolischen Stuhl eindringlich dazu auf, erst die frauendiskriminierenden Strukturen und Gesetze in der Kirche abzubauen, ehe er sich mit solchen Forderungen an Politik und Gesellschaft wendet.

Ahlen, den 1.8.2004
Susanne Mandelkow, Sprecherin

Maria von Magdala. Initiative Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche e.V. ist eine Gruppe christlicher Frauen, die sich seit 1987 für die volle Teilhabe und Gleichberechtigung der Frauen in der römisch-katholischen Kirche einsetzt.

Maria von MagdalaKontaktadresse:
Susanne Mandelkow
Dorffelder Str. 110
59227 Ahlen
Tel: 02528/950040
Fax: 02528/929820
Email: susanne.mandelkow@t-online.de
Web: www.mariavonmagdala.de


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