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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Ein Mann der Vergangenheit für die Zukunft der Kirche"
Ökumenisches Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) zur Wahl Papst Benedikts XVI.

BONN, den 19. April 2005. Mit der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger zum Papst hat das Konklave ein deutliches Signal des Rückschrittes gesetzt - gegen einen Neuanfang.

"Die Kardinäle haben der Forderung Ratzingers entsprochen und sich auf seine fundamentalistische Version des römischen Katholizismus festgelegt - das ist eine Katastrophe", so Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Das bedeutet eine absolute Verschärfung der Situation, denn nun ist der bisherige Kurs nochmals bestätigt."

Auch wenn Joseph Ratzinger aufgrund seines Alters der geeignete Übergangspapst zu sein scheint, wird er den fundamentalistischen Kurs seines Vorgängers noch verschärfen. Seine Brandrede, in der er unmittelbar vor dem Konklave seine Haltung zum Wirken der Kirche in der Welt erläutert hatte, war eine Art Wahlprogramm für seinen künftigen Kurs.

"Ratzinger ist nicht der Mann, der auf dringende Probleme wie Ökumene, AIDS oder die Folgen der Globalisierung glaubwürdige Antworten im Sinne der christlichen Botschaft geben kann. Daher werden in Zukunft noch mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren", erläuterte Göhrig weiter. "Mit seinen Entscheidungen als Präfekt der Glaubenskongregation sei er eher wie ein Inquisitor aufgetreten als wie ein Apostel und Nachfolger Christi. Die Unterdrückung der Befreiungstheologie und die Suspendierung kirchenkritischer Theologen gingen ebenso auf sein Konto wie die Verhärtung bei Positionen zu Frauen in kirchlichen Ämtern oder zum Zölibat.

Innerkirchlich wird der neue Papst an seine bisherige Arbeit anknüpfen. "Empfängnisverhütung und Kondomgebrauch, Zölibat und Menschenrechte in der Kirche, demokratische Entwicklung und Hierarchieabbau - die Liste der Reformthemen in der Warteschleife ist lang, daran wird sich vorerst nichts ändern", so Göhrig.

Die kurze Phase der Hoffnung auf einen liberalen Papst und Reformen für eine offene und plurale Kirche sei nun für die nächsten Jahre dahin. Kritische Basisgruppen wie das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) müssten ihre Arbeit jetzt intensivieren, um deutlich zu machen, dass ein Aufbruch von unten her in der Kirche nötiger sei als je zuvor.

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Literaturhinweise zum neuen Papst:


IKvu-SPECIAL: "Petrusdienst und Papstamt"


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