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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Schließung - aber keine Lösung!"
Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten zur Schließung des Priesterseminars in St. Pölten

BONN, 12. August 2004. Nach der heute verkündeten Schließung des Priesterseminars in St. Pölten scheint der Skandal um Kinderpornographie im Priesterseminar für die katholische Kirche erledigt zu sein. "Es wird sich nichts weiter ändern", empörte sich die Sprecherin der IKvu, Verena Mosen. "Es wird kein grundsätzliches Nachdenken über das Zölibat als eine der Ursachen für Kindesmissbrauch geben. Der Vatikan muss sich endlich dem Phänomen stellen, dass es zahlreiche Priester gibt, die ihnen anvertraute Kinder missbrauchen. Und der Vatikan muss die endlich Konsequenzen ziehen und unter anderem das Pflichtzölibat abschaffen!" Ebenso sei es fraglich, ob die Verantwortlichen für das Herunterladen von kinderpornographischen Photos vor ein österreichisches Gericht kommen oder - wie bisher vielfach üblich - unter dem Schutz der katholischen Kirche weiterarbeiten können.

Auch kritisiert die IKvu Bischof Küng scharf, der in seiner Erklärung homosexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen indirekt als verwerflicher dargestellt hat als die illegalen Photos. "Schwule Priester werden jetzt zu Sündenböcken gestempelt und mit Pädophilen in einen Topf geworfen", sagte Mosen weiter. Dabei würde eine einvernehmliche Beziehung zwischen zwei Menschen Seelsorger ausgeglichener und offener machen. "Aber für die katholische Kirche ist eine verantwortungsvoll gelebte schwule Beziehung immer noch eine größere Sünde als die seelische und körperliche Verkrüppelung von Kindern." Erneut fordert die IKvu auch die Deutsche Bischofskonferenz auf, sich kritisch und konstruktiv mit den Ursachen von Kindesmissbrauch zu beschäftigen und dementsprechend auf die römische Kurie einzuwirken.

Kontakt: Tim Schmidt, Pressesprecher
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