Initiative Kirche von unten (IKvu)
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Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Die Zeit ist reif - ein Zeichen gegen den Reformstau!"
Initiative Kirche von unten unterstützt die Weihe von Frauen zu Priesterinnen der römisch-katholischen Kirche noch in diesem Jahr

BONN, 18.02.2002. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) ist hocherfreut, dass die Frauen aus Österreich und Deutschland, die sich seit drei Jahren auf ihre Priesterinnenweihe vorbereiten, den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt haben. Wir danken den Frauen, dass sie die Aufgabe einer Priesterin in der römisch-katholischen Kirche übernehmen wollen, obwohl sie mit ihrer Berufung von der kirchlichen Hierarchie abgelehnt werden. Angesichts der patriarchalen Verfasstheit der Kirche ist ihre Entscheidung ein Zeichen von großem Mut und ernsthaftem Glauben an Jesus Christus.

"Es gibt kaum ein anderes Reformanliegen, das so an die Grundlagen der römisch-katholischen Kirche rührt, mit so weitreichenden Konsequenzen für Theologie und Struktur der Kirche.", so Bernd Hans Göhrig, Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Diese Weihe wird ein Qualitätssprung für die Kirche und ist eine große Chance für ihre Veränderung, sofern die Frauen in der Kirche, die Ortsgemeinden und Verbände diese Chance ergreifen und sich nicht von oben jegliche Zustimmung verbieten lassen."

Die Weihe von Frauen war in den letzten Jahren Thema zahlreicher Initiativen in kath. Jugend- und Erwachsenenverbänden, von Veröffentlichungen und Veranstaltungen, z. B. auf Katholikentagen des ZdK und der IKvu. Die Zeit ist längst reif, in diesem zentralen Reformanliegen die Phase des Wünschens zu beenden und die Phase der Realisierung zu beginnen. Den Pfarrgemeinden, besonders den Mädchen und Frauen zeigt dieser Schritt, dass Veränderung auch in der römisch-katholischen Kirche möglich ist.

Die meisten Gläubigen begrüßen Frauen im Priesteramt. Nicht nur wegen des Priestermangels in den Gemeinden, auf den Kirchenleitungen mit hilflosen Pastoralplänen reagieren: Für die Diskriminierung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts hat in der römisch-katholischen Kirche nur noch eine Randgruppe Verständnis. Nach Meinung der IKvu geht es in dieser Frage um den Wert der Gleichheit der Geschlechter und somit um ein Menschenrecht. Die römisch-katholische Kirche missachtet dieses Recht durch ihre patriarchal orientierten Strukturen und Rechtsnormen. Dass Frauen nach geltendem kanonischem Recht nicht "gültig die heilige Weihe" empfangen können, ist jedoch kein Fehler der Frauen - sie sind keine "getauften Männer" - sondern eines rückwärtsgewandten Rechtssystems. (vgl. can. 1024 CIC)

Die IKvu hält es für sinnvoll, dass die Weihe der Frauen von einem Bischof vorgenommen wird, der unbestreitbar in der apostolischen Tradition steht. Sie ermuntert jeden einzelnen der römisch-katholischen Bischöfe, seine Position zur Priesterinnenweihe zu überdenken und die jetzt notwendigen Schritte für ihre Verwirklichung mutig anzugehen. Es ist kein Geheimnis, dass viele Bischöfe die Priesterinnenweihe befürworten und sich scheuen, öffentlich dafür einzutreten. Wer im privaten Kreis längst seine Zustimmung mitteilte, muss jetzt auch öffentlich dafür streiten.

Die IKvu wünscht den Frauen Gottes Segen und freut sich schon darauf, mit den neugeweihten Frauen bald Eucharistie zu feiern.

Bernd Hans Göhrig,
Bundesgeschäftsführer der Initiative Kirche von unten

Mobil: +49 179 5244075
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