Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus
Heerstraße 205
53111 Bonn

Fon: 0228 / 692165
Fax: 0228 / 631226
E-Mail: presse@ikvu.de

Kirche lebt von unten

+++ pressemitteilung +++

"Kirche darf keine Basis für Antisemitismus bieten"
Initiative Kirche von unten
begrüßt Stellungnahme von Kardinal Lehmann zur "Hohmann-Affäre"

BONN, 13. November 2003. Die Initiative Kirche von unten (IKvu) ist erleichtert, dass sich Kardinal Lehmann als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz endlich zu den antisemitischen Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Hohmann geäußert hat. "Christentum, rechtsextremes Gedankengut und ein sich darauf beziehender politischer Fundamentalismus passen nicht zusammen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz der Katholischen Nachrichten-Agentur. Wer diese Grenze überschreite, könne sich dafür nicht auf den christlichen Glauben berufen", schreibt die Frankfurter Rundschau in ihrer heutigen Ausgabe.

"Es ist hohe Zeit, dass die Deutsche Bischofskonferenz sich grundlegende Gedanken zum Fundamentalismus in der katholischen Kirche macht", sagte Verena Mosen, die Sprecherin der IKvu. "Die Kirche darf keinerlei Basis dafür bieten, dass Menschen wie Martin Hohnmann sich auf ihre Lehre berufen können." Auch die Parteien sollten wachsamer werden, wenn Politikerinnen und Politiker sich auf angeblich christliche Lehren berufen, um rechte Positionen zu propagieren und schnell mit aller Konsequenz reagieren, wenn ihre Mitglieder antisemitische Parolen verbreiten.

Kontakt: Tim Schmidt
IKvu-Pressesprecher
Tel: +49 30 44715542
mobil: +49 174 9415497
email: presse@ikvu.de


Lehmann zu Hohmann: Ganz und gar unerträglich

Bonn, 12.11.2003 (KNA). Als "ganz und gar unerträglich" bezeichnete Kardinal Karl Lehmann in einem am Mittwochabend veröffentlichten Brief an den Deutschland-Direktor der Jewish Claims Conference (JCC), Karl Brozik, die Wendung "Tätervolk" in Verbindung mit dem jüdischen Volk. Scharf verurteilte der Kardinal die Parallele, die dadurch zu den für den Holocaust Verantwortlichen gezogen worden sei. Hier werde assoziativ ein Zusammenhang hergestellt, der geeignet sei, "die grauenvolle Einmaligkeit des Holocaust, die Ermordung von Millionen jüdischer Menschen und die damit intendierte Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes zu verdecken", so Lehmann wörtlich.

Jeder, der sich in dieser Frage öffentlich zu Wort melde, müsse sich der besonderen Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volk bewusst sein, mahnte der Kardinal. Dies gelte bis in einzelne Formulierungen hinein. Lehmann betonte, dass die katholische Kirche sich wiederholt und in eindeutiger Weise von jeder Form des Antijudaismus und Antisemitismus distanziert habe. Dies gelte in ganz besonderer Weise für Papst Johannes Paul II., aber auch für die Deutsche Bischofskonferenz, "und auch ich selber habe mich mehrfach in den vergangenen 16 Jahren diesbezüglich zu Wort gemeldet". Man könne "also nicht sagen, die katholische Kirche habe geschwiegen", betonte Lehmann.

Überzeugt zeigte sich Lehmann davon, dass der Fall Hohmann das Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und den Angehörigen und Vertretern der jüdischen Religion nicht trüben könne. Mit seinem Schreiben reagierte der Mainzer Bischof auf einen Brief des Vorsitzenden der JCC.

Quelle: http://www.kna.de


FR-Dossier: "Die Hohmann-Affäre"


<== Zurück zu IKvu-Pressemitteilungen

<== Zurück zur IKvu-Startseite