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Initiative Kirche von unten (IKvu)

+++ pressemitteilung +++

"Die Basis zieht weiter"
Initiative Kirche von unten
zur vorläufigen Bestätigung der Suspendierung von Prof. DDr. Hasenhüttl

BONN, 5. Juni 2004. Das Ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu) kritisiert die von Rom vorläufig bestätigte Suspendierung von Prof. DDr. Gotthold Hasenhüttl aufs schärfste. "Dieser Schritt zeigt, dass Ökumene trotz aller gut gemeinten Worthülsen der Amtsträger auf Eis liegt", sagte Bernd Hans Göhrig als Bundesgeschäftsführer der IKvu. "Auch die Begründung aus Rom macht deutlich, welche Kräfte im Moment die Richtung im Vatikan vorgeben. Die katholische Kirche zeigt sich mit diesem Schritt nicht zukunftsorientiert."

Göhrig äußerte auch die Hoffnung, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sich ebenfalls kritisch zur Suspendierung Hasenhüttls äußert. "Schließlich wird die protestantische Kirche in der Begründung der Glaubenskongregation erneut als Kirche zweiter Klasse deklassiert." Göhrig verwies auf die Pfingstpredigt der Hannöverschen Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann. Dort sagte sie laut epd, dass die evangelischen Kirchen aufhören müssten, "danach zu lechzen, nun endlich vom römischen Katholizismus oder der Orthodoxie als 'wahre Kirche' anerkannt zu werden". Die Kirchen der Reformation seien keine im 16. Jahrhundert neu entstandenen Kirchen, sondern Erbinnen der alten Kirche. Evangelische Christen sollten sich jedoch nicht entmutigen lassen, die Einheit der Christen weiter voranzutreiben. Unterschiedliche Profile der Konfessionen, so Käßmann, stehen der geglaubten Einheit der Kirche nicht im Wege.

Prof. DDr. Gotthold Hasenhüttl war wegen der Einladung auch von evangelischen Gläubigen zur katholischen Kommunion auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 vom Trierer Bischof Marx suspendiert worden. Dagegen hatte Hasenhüttl in Rom Einspruch erhoben, der am 3. Juni 2004 verworfen wurde. Hasenhüttl hat gegen dieses Dekret erneut Beschwerde eingelegt. Aus Sicht der IKvu wird der Vatikan aber die ökumenische Basisarbeit nicht beeinflussen. "Was in Berlin 2003 passiert ist, ist schon längst Alltag in vielen Gemeinden und ökumenischen Gruppen", sagte Göhrig. Auf dem Katholikentag in Ulm werde dieser Weg fortgesetzt, auch in ökumenischen Gottesdiensten mit gemeinsamen Mahlfeiern.

Weitere Informationen:

Kontakt: Tim Schmidt, Pressesprecher
Tel: (030) 25 81 19 19
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