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Kirche von unten (IKvu) c/o Bernd H. Göhrig, Bundesgeschäftsführer Oscar-Romero-Haus Heerstraße 205, 53111 Bonn Fon: 069 / 42095780 |
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KirchenVolksBewegung
"Wir sind Kirche" Fon: 0511 / 80 00 10 |
+++ pressemitteilung +++
Bonn / Hannover, 18.3.2003. Anlässlich seines 75. Geburtstages fordern das ökumenische Netzwerk Initiative Kirche von unten (IKvu) und die katholische KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" den Vatikan auf, Prof. Dr. Dr. Hans Küng endlich zu rehabilitieren. Wenn die römische Kurie schon nicht seine Auffassungen übernimmt, so sollte sie zumindest die Positionen eines der größten Theologen und Ökumeniker des 20. Jahrhunderts als eine herausragende unter vielen als katholisch akzeptieren, erklären die beiden Reformgruppen. Seine Beharrlichkeit in der Erneuerung der römisch-katholischen Kirche sowie sein Einsatz für die Ökumene und den Dialog der Weltreligionen haben seit Jahrzehnten unzählige Menschen inspiriert und ermutigt und werden es auch zukunftsweisende weiterhin tun.
Der von Papst Johannes XXIII. zum offiziellen
Berater des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ernannte Schweizer Hans
Küng hat ungeachtet der späteren kirchlichen Ausgrenzung entscheidende Beiträge
zu einer ökumenischen Theologie geleistet. Seine 1957 fertig gestellte
Doktorarbeit "Rechtfertigung" über den Schweizer Reformator Karl Barth
wurde damals von Joseph Ratzinger mit den Worten gelobt: "... für eine solche
Gabe verdient Hans Küng den aufrichtigen Dank aller, deren Beten und Arbeiten
der Einheit der getrennten Christenheit gilt". Mit seinem ökumenischen
Engagement hat Küng maßgeblich dazu beigetragen, dass 1999 eine
katholisch-lutherische Einigung in der Rechtfertigungslehre zustande kam. Sein
1990 gestartetes "Projekt Weltethos" hat den angesichts der gegenwärtigen
Weltlage immer notwendiger werdenden interreligiösen Dialog entscheidend
befruchtet.
Auf Grund seiner Vorschläge zur Reform der katholischen Kirche wurde Küng am 18. Dezember 1979 unter Papst Johannes Paul II. und auf Initiative des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Ratzinger, die kirchliche Lehrerlaubnis "missio canonica" entzogen. Doch Küng hat seine theologisch fundierten Aussagen über das umstrittene Unfehlbarkeitsdogma von 1870 nicht zurückgenommen und damit gezeigt, dass nicht Gehorsam, sondern Widerstand - eine eher seltene katholische "Tugend" - gefordert ist, wenn es gilt, sich römischen Anmaßungen zu widersetzen.
Hans Küng war einer der "geistigen Väter" der 1980 gegründeten Initiative Kirche von unten (IKvu) und des 1995 durchgeführten "KirchenVolksBegehrens", aus dem die KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" hervorgegangen ist. Der erste "Katholikentag von unten" 1980 in Berlin belegte in eindrucksvoller Weise, dass sein mutiges Verhalten die kirchliche Basis in einer Großveranstaltung in der Freien Universität Berlin solidarisierte - für den deutschen Katholizismus ein bis dahin einmaliges Ereignis.
Fast 25 Jahre nach den Sanktionsmaßnahmen der Kurie gegen Küng hat sich erwiesen, dass der theologische Streit nicht autoritär gelöst werden kann. Denn Streitfragen wie die Kollegialität der Bischöfe, Empfängnisverhütung, Frauenordination, Schwangerschaftskonfliktberatung und jetzt ganz aktuell die Abendmahlgemeinschaft sind und bleiben in der Diskussion. Wie schon beim Katholikentag 2000 in Hamburg wird Prof. Küng am Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin auf Einladung der KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" teilnehmen.
Weitere Informationen:
Initiative Kirche von unten (IKvu),
c/o Thomas Wystrach, Heerstraße 205, 53111 Bonn
Fon (mobil): +49 174 5146358, Mail:
wystrach@ikvu.de
Internet:
www.ikvu.de
KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche",
c/o Christian Weisner, Hildesheimer Straße 103, 30173 Hannover
Fon: +49 511 800010, Mail:
presse@wir-sind-kirche.de
Internet:
www.wir-sind-kirche.de
Linkhinweise: |
Wozu Weltethos? Religion und Ethik in Zeiten der Globalisierung
Ja zum Weltethos. Perspektiven für die Suche nach Orientierung
Hans Küng und die Ökumene. Evangelische Katholizität als Modell
Verantwortlich leben in der Weltgemeinschaft. Zur Auseinandersetzung um das 'Projekt Weltethos'