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+++ pressemitteilung +++

"Strafe für gemeinsames Abendmahl ist schwerer Affront gegen die Ökumene"
Aufruf zur Solidarität mit dem Eichstätter Pfarrer Bernhard Kroll

Bonn, Hannover, Berlin, 8.6.2003. Als ungerechtfertigte Disziplinierung und schweren Affront gegen die Ökumene bewerten das ökumenische Netzwerk "Initiative Kirche von unten" (IKvu), die katholische KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" und die evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord in Berlin die Zwangsbeurlaubung des Priesters Bernhard Kroll.

In dem am Freitag Abend zugestellten Dekret wurde Kroll vorläufig die Ausübung des Amtes als Pfarrer im mittelfränkischen Dietenhofen-Großhabersdorf, die Zelebration der heiligen Messe und im Bereich der Diözese Eichstätt jedweder priesterliche Dienst verboten (can. 1336 § 1 n. 3 CIC). Außerdem muss sich Kroll an einem Ort außerhalb der Diözese unter Anleitung eines geistlichen Begleiters einer Zeit der Besinnung und der geistigen und geistlichen Neuorientierung unterziehen. Diese Sühnestrafe hat der Eichstätter Bischof Dr. Walter Mixa für den von ihm festgestellten Straftatbestand der "verbotenen Gottesdienstgemeinschaft" (can. 1365 CIC) verhängt.

Nach Ansicht der Reformgruppen und der evangelischen Kirchengemeinde, mit der Kroll in Berlin Gottesdienst feierte, fügt das weder kirchenrechtlich, theologisch noch pastoral angemessene Vorgehen von Bischof Mixa dem Ansehen der katholischen Kirche schweren Schaden zu. In der auf dem Ökumenischen Kirchentag feierlich unterzeichneten Charta Oecumenica hat sich auch die römisch-katholische Kirche verpflichtet hat, dem Ziel der eucharistischen Gemeinschaft entgegenzugehen. Jetzt die Annahme eucharistischer Gastbereitschaft in einem evangelischen Gottesdienst mit Kirchenstrafe zu belegen, die einem Berufsverbot für den betroffenen Priester gleichkommt, stellt einen schweren Affront gegen die Ökumene und gegen die evangelische Kirche dar.

Wir begrüßen die bewegenden Solidaritätsbekundungen der Pfarrgemeinde Dietenhofen-Großhabersdorf und der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) im Bistum Eichstätt. Außerdem rufen wir Priester und Laien, katholische und evangelische ChristInnen, dazu auf, Pfarrer Bernhard Kroll ihre Solidarität zu bezeugen und Bischof Dr. Mixa zur Rücknahme seiner Kirchenstrafe aufzufordern. Schon jetzt sind innerhalb weniger Tage mehrere hundert Solidaritätsadressen aus dem In- und Ausland bei den Reformgruppen aber auch auf der Sonderseite "Gemeinsame 'Mahlfeier' auf dem ÖKT" im Internet-Forum des Bistums Eichstätt eingegangen.

Kroll hatte während des Ökumenischen Kirchentages in einem ökumenischen Gottesdienst gepredigt und war der Einladung zum evangelischen Abendmahl gefolgt. Die schroffe Entscheidung des Eichstätter Bischofs ist umso unverständlicher, da es sich weder um eine interkonfessionelle Konzelebration noch um eine Interzelebration gehandelt hat. Erst vor kurzem hatten die drei renommierten Ökumene-Instituten Tübingen, Straßburg und Bensheim die gegenseitige Gastfreundschaft bei Eucharistie und Abendmahl theologisch begründet. Die bei dem Gottesdienst am 31. Mai in der Gethsemane-Kirche von Bernhard Kroll und Hunderten von Katholiken und Katholikinnen in Anspruch genommene Gastfreundschaft beim evangelischen Abendmahl wird seit Jahrzehnten in vielen Gemeinden praktiziert.

Solidaritätsadressen sind zu richten an:


Strafe für "verbotene Gottesdienstgemeinschaft":

Abendmahl - verboten


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